Ecuadors Nationalpark : Der unberührte Yasuní wird zum Ölpark

Lange stand Ecuadors Nationalpark Yasuní unter Schutz. Jetzt darf dort wieder nach Öl gebohrt werden. Das schadet der Natur. Fotos zeigen, was auf dem Spiel steht.

In Ecuador wachsen die letzten Urwälder der Erde, die der Mensch noch nicht zerstört hat. Hier, zwischen den Flüssen Napo und Curaray, gedeihen mehr Baumarten als im ganzen Rest von Amerika. Zudem sind im Yasuní-Nationalpark verschiedene Indianerstämme und zahlreiche Tierarten zu Hause. Nun ist ihre Heimat in Gefahr: Ecuador hat Erdölbohrungen in dem Schutzgebiet wieder erlaubt. Das könnte nicht nur das Ökosystem aus dem Gleichgewicht bringen, sondern auch den CO2-Ausstoß des Landes in die Höhe treiben.

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Kommentare

18 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Enteignung?

Was schlagen sie vor, sollen wir souveränen Staaten einen Teil ihres Territoriums, sprich den Regenwald, enteignen? Die leben da nun mal und nicht wir.
Ich finde es selbst ziemlich... bescheiden. Aber man kann auch nicht daher gehen und sagen, ihr dürft eure eigenen Rohstoffe nicht anfassen um euch ein bisschen Wohlstand zu verdienen, während man selber vergleichsweise in Saus und Braus lebt

Solche Vorstellungen

kursieren in Ecuador tatsächlich. Natürlich als Bedrohungsszenario. Und die Weltmacht, die ein übernationales Schutzgebiet im Amazonasgebiet errichten will ist in dieser Vorstellung - die USA.
Ne, mal ehrlich: was würden Sie denn davon halten, wenn plötzlich Gegenden in Deutschland nicht mehr der nationalstaatlichen Souveränität unterstehen, weil da der sehr seltene gelbe Breitmaulfrosch oder ein ähnlicher Schmu lebt? Warum glauben Sie, dass der Urwald in Ecuador anders gesehen wird?

Was ich davon halte?

Ich bin froh, dass es in Deutschland so gemacht wird. Hier gibt es aus Gründen der Verantwortung gegenüber Natur und Welt eben genau solche unantastbaren Reservate. Hier wird der Breitmaulfrosch mit Hinblick auf die Biodiversität geschützt, und das ist gut so. Dass der Regenwald in seiner Bedeutung unsere Waldgebiet und das Leben des Frosches natürlich weit übersteigt, ist auch nichts neues. Er ist als Sauerstofflieferant ebenso wichtig, wie als Forschungsraum.

Wunder ...

Wie Sie an diesem Beispiel sehen, muss der Schutzstatus von Natur offenbar in jeder Generation neu verhandelt werden. In den nächsten Jahrzehnten werden wir wohl leider Zeugen weiterer Rücknahmen dieser Art zugunsten einer ungebremsten globalen Wirtschaft wie auch des zunehmenden Bevölkerungsdruckes werden. Bei allem Wunsch und Tatendrang verabschiede ich mich mit einigen Schmerzen zunehmend von dem Glauben, dass Erhaltenswertes tatsächlich für immer erhalten werden kann; dazu müsste in der Menschheit als Ganzes ein Wunder geschehen.