Ernährung : UN beklagen Umweltschäden durch verschwendete Lebensmittel

Ein Drittel der weltweit produzierten Nahrungsmittel wird nicht verzehrt. Das ist nicht nur ein Wirtschaftsproblem, sondern schädigt laut UN auch die Umwelt.

Die weltweite Verschwendung von Lebensmitteln richtet einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge große Umweltschäden an. Demnach werden 28 Prozent des weltweiten Ackerlands dazu genutzt, Nahrung zu produzieren, die nie gegessen wird.

Allein diese Produktion verbrauche jährlich etwa 250 Kubikkilometer Wasser. Das entspricht dem fünffachen Volumen des Bodensees. Zudem entstehen dem Bericht zufolge Treibhausgase, die der Wirkung von 3,3 Milliarden Tonnen Kohlendioxid entsprächen. Die direkten finanziellen Einbußen beliefen sich auf umgerechnet 565 Milliarden Euro im Jahr.


Der Report der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) und des UN-Umweltprogramms behandelt die Auswirkungen der Überproduktion auf Klima, Bodennutzung, Wasser und Artenvielfalt.

Die UN wollen sich damit nicht abfinden: "Wir alle – Landwirte und Fischer, Lebensmittelproduzenten und Supermärkte, lokale und nationale Regierungen sowie die Verbraucher – müssen in jedem Glied der menschlichen Nahrungsmittelkette etwas ändern", sagte FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva. Das fange schon bei dem "lächerlichen Phänomen" in Industrieländern an, kein krummes Gemüse zu kaufen. Außerdem werde in vielen Ländern das Mindesthaltbarkeitsdatum als Verfallsdatum missverstanden.

In Europa werden vor allem Obst und Gemüse verschwendet

Die Lebensmittelverschwendung sei auch moralisch nicht vertretbar, sagte Graziano da Silva. "Wir dürfen nicht erlauben, dass ein Drittel der Nahrungsmittel, die wir herstellen, auf dem Müll landen, wenn 870 Millionen Menschen gleichzeitig Hunger haben." Insgesamt gingen 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel pro Jahr verloren.

In dem FAO-Bericht werden vor allem China, Südkorea und Japan kritisiert. Dort würden jährlich pro Person fast 200 Kilogramm Obst, Gemüse und Getreide verschwendet. Bemängelt wird auch die Fleischindustrie in Nord- und Lateinamerika sowie die Verschwendung von Obst und Gemüse in Europa.

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Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Entschuldigen Sie

Ich war heute wieder in einer der bekannten Supermarktfilialen, eine Verkäuferin räumte Einkaufswagenweise LEBENSMITTEL aus den Regalen aus . Auf meine Anfrage was mit diesen geschieht wurde nur lapidar gemeint "die kommen auf den Müll" Es waren geschätzt 50 Kilo Fleisch(mhd 3 Tage) und unzählige andere Produkte! Bei der weiteren Anfrage obes nicht eine andere Möglichkeit zur Verwertung gäbe hat es nut geheissen das sei nicht Stil der Firmenpolitik.Und sie werfen mir polemik vor ??? Ich habe lange Jahre im Bereich der Lebensmittelindustrie gearbeitet und habe jetzt auch noch viel damit zu tun. Dieser ganze Sch. dient nur einem Ziel, der erhaltung der Verkaufszahlen. Und was ihre Aussage wegen Scheinesystem... angeht wo habe ich das gesagt?

Dieser ganze Sch. dient nur einem Ziel,

der Erhaltung der Verkaufszahlen .. Ja? Zu was denn sonst?

Leben heißt Verbrauch. Verbrauch bedeutet Konsum. Konsum ist der Austausch von Gütern. Bis auf ein paar Astronauten und Raketenmüll hat kein Atom diesen Planeten verlassen. Alle produzierte wird irgendwann zu Abfall, im besten Falle wird aus Abfall wieder etwas neues. Ein ewiger Kreislauf. Alt wird neu, neu wird alt ... Brot wird gegessen, ausgeschieden ... Erde zu Erde, Staub zu Staub ...

KEINEM Menschen wird geholfen, wenn in Kanada verhindert wird, das im Supermarkt kein Brot weggeworfen wird. Weder in Burkina Fasa und auch nicht in Bad Salzuflen.

Wenn Sie wirklich wollen, das kein Mensch mehr auf der Welt hungern muss, dann sorgen Sie für Frieden und Wohlstand allerorten. Den ganzen anderen Rest inkl. der moralischen Entrüstung können Sie sich schenken.

Es sei denn es geht hier nur Vordergründig um heile Welt und in Wahrheit machen Sie sich über die erzielbaren Rabatte Gedanken, wenn Sie Marktleiter beim Vernichten seiner Werte zusehen. Da sei Ihnen jedoch von meiner Warte der moralische Wink zugetragen. Erzielbare Gewinne haben maßgeblichen Einfluss auf Löhne und Gehälter Ihrer Teilzeit-Ehefrau, welche im Supermarkt ihr paar Brötchen verdienen muss.