Rund zweieinhalb Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima haben die Bergungsarbeiten von Kernbrennstoff aus einem Abklingbecken begonnen. Die Sprecherin der Betreiberfirma Tepco, Mayumi Yoshida, teilte mit, ein erstes Brennelement sei ohne Komplikationen entfernt worden. Insgesamt 1.533 Brennelemente des beschädigten Reaktorgebäudes 4 sollen aus dem Kühlbecken geborgen und an einen sicheren Ort gebracht werden. Bis zu einem Jahr werden die Bergungsarbeiten dauern.  

Block 4 war im März 2011 nicht in Betrieb, als ein Erdbeben und anschließender Tsunami das Kraftwerk Fukushima Daiichi stark beschädigt hatten. Allerdings lagerten im Abklingbecken des Gebäudes unbenutzter und bereits verwendeter Kernbrennstoff. Allerdings entzündete sich Wasserstoff in dem Gebäude, dass sich über eine Verbindung zum Nachbarreaktor im Gebäude gesammelt hat. Eine Explosion sprengte große Teile des Dachs fort und legte das Abklingbecken zum Teil frei. Die Baustruktur von Block 4 wurde daraufhin mit Stahlträgern verstärkt, Experten gehen aber von einem hohen Sicherheitsrisiko im Kühlbecken aus. 

Für gewöhnlich gehört das Entfernen von Brennstoff zur Routine in Kraftwerken. Durch die hohe Strahlenbelastung auf dem Gelände sowie die Beschädigungen an Reaktor 4 sind die Arbeiter aber Gefahren ausgesetzt. Durch die Explosion fielen zudem Trümmerteile in das Kühlbecken, die nun in direkter Nähe zu den Brennelementen liegen. Arbeitskräfte sollen die 1.331 abgebrannten und 202 unbenutzten Brennelemente nacheinander mit einem ferngesteuerten Greifer in einen Castor-ähnlichen Behälter füllen.

Tepco will der Sicherheit wegen zunächst unbenutzte Elemente entfernen und erst danach die abgebrannten, radioaktiven. Im Becken sollen sich zudem auch noch leicht beschädigte Brennelemente befinden. Die Umlagerung gilt als erster großer Schritt zur Stilllegung des Kraftwerks.Für Experten gelten die Aufräumarbeiten als nicht zusätzlich risikoreich. Atomkraftgegner warnen jedoch laut einem Bericht von Spiegel Online, die Bergung könne das Tausendfache an Strahlung der Atombombe in Hiroshima freisetzen. Auch zwei Jahre nach der Reaktorkatastrophe sind die Schäden für Mensch und Natur noch nicht abzusehen. Bis die Aufräumarbeiten in Fukushima komplett abgeschlossen sind, wird es noch Jahrzehnte dauern.