Die Küsten und das nördliche Deutschland müssen sich am Donnerstag auf ein Unwetter einstellen. Vor Grönland entstehe gerade Orkantief Xaver, sagte Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Der Sturm werde am Donnerstag erwartet.

Schon am Morgen erwarten die Meteorologen dann Sturmböen, die später bis zur Stärke 12 anwachsen können – ab dieser Windstärke sprechen Wissenschaftler von einem Orkan. Betroffen seien vor allem die Küste, das nördliche Schleswig-Holstein und höhergelegene Berge. Bis weit ins nördliche Binnenland hinein seien schwere Sturmböen der Stärke 10 und 11 wahrscheinlich. In Hamburg lasse der Wind am Freitag zwar nach, dafür komme Schnee dazu.

Xaver sei nach bisheriger Einschätzung mindestens so stark wie Orkan Christian, der Ende Oktober über Norddeutschland hinweggefegt war, sagten Wissenschaftler vom DWD. Xaver dauere aber voraussichtlich viel länger.

Mit dem Sturm kommt das Wasser

Für die niedersächsische Küste und die ostfriesischen Inseln sagen Meteorologen eine schwere Sturmflut voraus. "Nach den Prognosewerten liegen besonders in der Nacht zum Freitag die Wasserstände zwei Meter höher als normal", sagte Herma Heyken vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz im ostfriesischen Norden. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie stellt sich auf eine oder mehrere Sturmfluten an der Nordseeküste ein.

In den Bergen schneit es am Freitag, in Staulagen und an den Alpen wird mit bis zu 20 Zentimeter Neuschnee und starken Schneeverwehungen gerechnet. Erst in der Nacht zum Samstag soll es allmählich aufhören zu schneien.