Eine Frau mit Atemschutz in Peking © Kim Kyung-Hoon

Schlimmer Smog hält Teile Chinas im Griff. Betroffen sind vor allem der Norden und Osten des Landes. Immer mehr Patienten müssen mit Atemwegs- und Augenproblemen im Krankenhaus behandelt werden. In Peking wurde die zweithöchste Alarmstufe "Orange" den vierten Tag in Folge aufrechterhalten. 

Die Schadstoffbelastung verharrte auf einem "gefährlich" hohen Niveau, wie die Behörden warnten. Die Belastung mit dem besonders gefährlichen Feinstaub lag am Morgen nahezu unverändert bei dem 12- bis 16-fachen des von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Grenzwertes. Auch die Provinzen Hebei, Shandong, Henan, Shanxi und Shaanxi leiden unter der schweren Luftverschmutzung.

Das Gesundheitsamt von Peking warnte vor gesundheitlichen Folgen. Besonders ältere Menschen und Kinder sollten zu Hause bleiben. Wer vor die Tür müsse, soll sich mit Atemmasken schützen. Die Pekinger sollten auch ihre Autos stehen lassen und öffentliche Verkehrsmittel vorziehen. In der Metropole leben etwa 20 Millionen Menschen.

Akute Asthmafälle in Krankenhäusern angestiegen

Um den Ausstoß von Schadstoffen zu senken, wurden 36 Unternehmen vorübergehend geschlossen, 75 Firmen mussten die Produktion drosseln. Um welche Unternehmen es sich handelt, wurde nicht bekannt. Die Schadstoffe aus China wehen bis in die südkoreanische Hauptstadt Seoul. Dort forderte die Stadtregierung die Menschen auf, nicht vor die Tür zu gehen.

Die Zahl der Patienten mit akutem Asthma und Lungenemphysemen in Pekings Krankenhäusern habe sich seit Donnerstag verdoppelt, berichtete das Staatsradio. "Wir haben viel mehr Patienten mit Atemwegsentzündungen", sagte eine Schwester des großen Chaoyang Hospitals. Viele Krankenhäuser in Peking seien "voller Patienten", berichtete die Zeitung Beijing Ribao. Mehr als ein Drittel leide unter Problemen, die durch den Smog ausgelöst worden seien.

Ärzte warnen vor den gesundheitlichen Gefahren besonders für ältere und kränkliche Menschen sowie Kinder. Hohe Schadstoffbelastungen schwächten das Immunsystem und könnten den Ausbruch von Atemwegsproblemen oder Herz- und Kreislauferkrankungen erleichtern. Besserung ist erst zum Ende der Woche in Sicht. 

Bevölkerung fordert härtere Maßnahmen

Die Behörden reagieren auf die schlechte Luft: In der Stadt Shijiazhuang in der nahe Peking liegenden Provinz Hebei wurden ein Fünftel der Autos von der Straße genommen. Ausgewählt wurden die Fahrzeuge anhand der Endziffer des Nummernschildes. Zudem mussten mehrere Betriebe der Stahlindustrie schließen.

Die Bevölkerung hat wenig Verständnis für die Maßnahmen. Viele fragen sich, warum die Behörden nicht längst die höchste Stufe "Rot" ausgerufen haben. Dann wären einschneidende Maßnahmen wie ein Fahrverbot für die Hälfte der Autos möglich, zudem könnten dann noch mehr Fabriken geschlossen werden.