Umweltministerin Barbara Hendricks begutachtet mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, das Atommüll-Lager Asse. © Jochen Lübke/dpa

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat Erwartungen an eine beschleunigte Rückholung des Atommülls aus dem Lager Asse bei Wolfenbüttel gedämpft. "Mit der Umsetzung der Rückholung kann aus heutiger Sicht erst 2033 begonnen werden", sagte sie bei einem Besuch des maroden Lagers.  

Sie gehe davon aus, dass eine Bergung noch möglich sei. Das sei eine Herausforderung auch für die nächste Generation. Bisher gilt als unklar, ob die rund 126.000 in der Asse eingelagerten Fässer überhaupt zu bergen sind. Derzeit laufen Probebohrungen.

Die Fässer enthalten schwach- und mittelradioaktiven Abfall und lagern hinter den meterdicken Wänden des früheren Bergwerks. Pro Tag dringen rund 12.000 Liter Wasser in die Anlage ein. Die Anwohner fürchten Umweltschäden in der Region, sollte der Atommüll in dem Lager bleiben – etwa, dass ihr Grundwasser radioaktiv verseucht werden könnte.

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, sagte, die Asse gelte als Sinnbild des Scheiterns für ein passendes Endlager. Man müsse sich ständig Zeit durch Stabilisierungsmaßnahmen im Bergwerk erkaufen. Das eindringende Wasser sei ein großes Problem. "Das kann zu jeder Zeit zu einer Lage führen, in der das Bergwerk absäuft", sagte König.