Im Kampf gegen den starken Smog beschränkt Paris erstmals seit 1997 den Autoverkehr. An diesem Montag darf nur noch die Hälfte der Fahrzeuge auf den Straßen der französischen Hauptstadt unterwegs sein. Nach Angaben von Umweltminister Philippe Martin gilt dies momentan für Autos und Motorräder, deren Kennzeichen mit einer ungeraden Zahl enden. Ausgenommen von der strengen Regelung sind Elektro- oder Hybridautos und Fahrzeuge mit mindestens drei Insassen.

Sollte sich die Luftqualität nicht verbessern, werde die Beschränkung auch am Dienstag in Kraft bleiben. In diesem Fall dürfen Fahrzeuge mit gerader Endzahl im Kennzeichen auf die Straße.

Seit Tagen liegt eine Dunstglocke über Paris. Um Autofahrer zum Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen, ist die Nutzung von Metros und Bussen bereits seit vergangener Woche kostenlos. Auf zahlreichen Straßen gelten besondere Geschwindigkeitsbegrenzungen und die Stadtverwaltung forderte die Einwohner auf, ihre Autos ganz stehenzulassen. Sie müssen vorerst keine Parkgebühren zahlen.

"Unmöglich durchzusetzen und dumm"

Oppositionspolitiker und Autoverbände kritisierten die nun verhängten Fahrverbote. "Das ist unmöglich durchzusetzen, dumm und ein Versuch, Wählerstimmen zu gewinnen", kritisierte Pierre Chasseray, Chef des Automobilverbands 40 Millions d'Autombolistes.

Die Luftverschmutzung geht unter anderem auf den Autoverkehr zurück und wird derzeit durch die Wetterlage verstärkt. Ein Hochdruckgebiet über Frankreich mit vergleichsweise kühlen Nächten und warmen Temperaturen am Tag sorgt dafür, dass schädliche Feinstaubpartikel an Ort und Stelle gehalten werden. Betroffen von der Luftverschmutzung ist nicht nur Paris, sondern ein großer Teil von Frankreich. So sind die Werte auch in Lyon dramatisch erhöht.