In Japan ist zum ersten Mal wieder eine Walfangflotte ausgelaufen, seitdem der Internationale Gerichtshof (IGH) sein Urteil gesprochen hatte: Demnach darf Japan in der Antarktis keine Wale mehr töten.

Vier Schiffe verließen den Fischerhafen Ayukawa im Nordosten des Landes, um in Küstennähe Wale zu fangen. Offiziell dient die Jagd wissenschaftlichen Zwecken. Anders als der Walfang in der Antarktis unterliegt die Jagd in Küstennähe nicht dem vom IGH ausgesprochenen Verbot.

Das Gericht hatte im März einer Klage Australiens stattgegeben und geurteilt, bei dem Antarktis-Programm würden anders als von Japan argumentiert "eher finanzielle Überlegungen als rein wissenschaftliche Kriterien" im Vordergrund stehen.   

Japan hatte daraufhin angekündigt, sich dem Urteil zu beugen. Jetzt berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo allerdings, der wissenschaftliche Anteil des Programms solle gestärkt werden, sodass bereits im nächsten Jahr wieder Walfang in der Antarktis betrieben werden könne.

Japan beruft sich grundsätzlich auf die Wissenschaft, um ein 1986 verhängtes Verbot des kommerziellen Walfangs zu umgehen. Allerdings macht die Regierung in Tokio keinen Hehl daraus, dass das Fleisch getöteter Wale in Japan verzehrt wird. Bis Ende März 2015 dürfen Fangflotten etwa 210 Wale harpunieren.