Der Weltklimarat IPCC dringt auf eine umfassende Energiewende. Nur so könne die Erderwärmung noch auf zwei Grad begrenzt werden, schreibt das Wissenschaftlergremium in seinem Sachstandsbericht. Besonders kritisieren die Experten die weltweit steigenden Emissionen durch Kohlekraftwerke.  

"Die Treibhausgasemissionen haben sich trotz der Anstrengungen zu ihrer Reduzierung verstärkt", heißt es in dem Bericht, den 600 Wissenschaftler aus rund 120 Staaten nach einwöchigen Beratungen in Berlin beschlossenen haben. Ohne zusätzliche Maßnahmen sei eine weitere Steigerung zu erwarten, warnen sie.

Entsprechend fordern die Wissenschaftler eine schnelle und deutliche Verschiebung von Investitionen: weg von Förderung und Verbrennung von Kohle, Gas und Öl – hin zu erneuerbaren Energien und zur Atomkraft. Nach IPCC-Berechnungen ist eine solche Umkehr günstiger als vermutet: Eine globale Energiewende würde bei einem Wirtschaftswachstum von 1,6 bis 3 Prozent im Jahr nur mit einem Minus von rund 0,06 Prozentpunkten einhergehen.

Um das Zwei-Grad-Ziel noch zu erreichen, müssten die CO2-Emissionen bis 2050 um 40 bis 70 Prozent verringert werden, verglichen mit dem Stand von 2010. Der Anteil nicht-fossiler Energieerzeugung solle bis dahin auf mehr als 80 Prozent steigen.

Der Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) – kurz Weltklimarat genannt – legt alle fünf bis sieben Jahre einen Sachstandsbericht vor, in dem der wissenschaftliche Erkenntnisstand der Klimaforschung zusammengefasst wird. Der jetzige besteht aus vier Teilen, zwei davon wurden bereits veröffentlicht. Der in Berlin vorgestellte dritte Teil gibt ökonomische, technologische und politische Handlungsempfehlungen.