Die Regierung in Ecuador erlaubt künftig Ölbohrungen in einem bislang unberührten Amazonas-Gebiet. Dazu sei eine offizielle Lizenz erteilt worden, teilte Umweltministerin Lorena Tapia im Staatsfernsehen mit. Die Genehmigung ermöglicht ab sofort den Bau von Lagern und Zugangsstraßen im Yasuni-Nationalpark. Die Ölförderung soll spätestens 2016 beginnen.

Präsident Rafael Correa hatte ursprünglich angeboten, das betroffene Gebiet von Bohrungen auszunehmen. Allerdings hätten reiche Länder dafür rund 2,3 Milliarden Euro an seine Regierung zahlen sollen. Die Schutzzone sollte den Ausstoß von 400 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids verhindern. Die wohlhabenden Staaten brachten jedoch nicht genügend Mittel auf. Also ließ der Präsident den Plan im vergangenen Jahr fallen.

Umweltschützer protestierten zwar weiterhin, aber die Bemühungen waren erfolglos. Erst Anfang Mai erklärte die Wahlkommission Ecuadors eine Petition zum Schutz der Region für ungültig.

Die Fotostrecke zeigt die bisher unberührte Natur im Yasuni-Nationalpark, einem Gebiet im ecuadorianischen Teil Amazoniens. © Georg Alexander/dpa

Die Unesco erklärte das 16.835 Quadratkilometer große Gebiet 1989 zum Biosphärenreservat. Wissenschaftler zählen es zu den Regionen mit der weltweit größten Artenvielfalt. Nirgendwo auf dem amerikanischen Kontinent wachsen mehr unterschiedliche Baumarten. Zudem leben dort zwei indigene Völker in selbst gewählter Isolation. Die Lizenz für die Förderung erhält der staatliche Ölkonzern Petroamazonas. Die Regierung versicherte, man werde alles dafür tun, die Umwelt trotz der Bohrungen zu schützen.