Alarmstufe Rot wegen eines drohenden Ausbruchs: Ein Warnschild verstellt den Weg zum isländischen Vulkan Bardarbunga. © Sigtryggur Johannsson/Reuters

Die Lage am isländischen Vulkan Bardarbunga hat sich etwas entspannt. Nach Befürchtungen, dass ein Ausbruch mit Aschewolke bevorstehen und deshalb ein Flugverbot drohen könnte, nahm Island die Warnstufe von Rot auf Orange zurück. Es gebe keine Anzeichen für einen bevorstehenden Ausbruch, erklärte die Zivilschutzbehörde.

Ein schweres Erdbeben hatte den Vulkan Bardarbunga erschüttert. Das Beben erreichte die Stärke 5,3, sagte der Geophysiker Gunnar Gudmundsson vom Isländischen Meteorologischen Institut. Der Vulkan hatte bereits am Samstag Lava ausgestoßen. Seit Tagen waren Erschütterungen in dem Gebiet registriert worden. 

"Wir können nicht ausschließen, dass dies ein großer Ausbruch sein könnte", sagte die Behördenvertreterin Kristin Jonsdottir. Die Behörden hatten zunächst die Warnstufe Rot ausgerufen. Zudem hatten sie ein weiträumiges Flugverbot um den Vulkan verhängt. Alarmstufe Rot bedeutet, dass ein Ausbruch des Vulkans bevorsteht oder schon begonnen hat. Es hieß auch, dass der Vulkan große Mengen an Asche ausstoßen könnte.

Sollte es doch zu einem Ausbruch kommen, wird das Beratungszentrum für Vulkanasche in London Vorhersagen über die Aschekonzentration in der Atmosphäre machen. Das teilte die europäische Flugsicherung Eurocontrol mit. Eine Änderung von Flugplänen und Routen liege dann in der Verantwortung der Fluggesellschaften.  

Auf der Spitze des Vulkans Bardarbunga befindet sich der Vatnajökull-Gletscher. Die Region ist wegen dieses Gletschers – des größten in Island – bei Touristen sehr beliebt

Touristen in Sicherheit gebracht

Am Samstag waren bereits 200 Touristen aus zwei Gebieten nördlich des Gletschers in Sicherheit gebracht worden. Zudem wurden die Anwohner dreier Ortschaften aufgefordert, die Nachrichten zu verfolgen und ihre Mobiltelefone eingeschaltet zu lassen.  

In Island sind gut 30 Vulkane aktiv. Die Insel mit ihren rund 317.000 Bewohnern erlebt im Durchschnitt alle fünf Jahre einen Vulkanausbruch. Vor vier Jahren sperrten Behörden nach einem Ausbruch des isländischen Eyjafjöll-Vulkans weite Teile des europäischen Luftraums für sechs Tage. Mehr als zehn Millionen Flugpassagiere waren damals betroffen. Der Schaden betrug 1,7 Milliarden Dollar.