Die Regierung des australischen Staates Queensland hat einen Alternativplan für die umstrittene Entsorgung von drei Millionen Kubikmetern Meeresschlamm: Statt den Schlamm, der bei der Erweiterung des Kohlehafens Abbot Point ausgehoben wird, wie bisher angedacht im Gebiet um das Great Barrier Reef zu verteilen, soll er nun an Land verwendet werden, bestätigte Ministerpräsident Campbell Newman. Damit reagiert die Politik auf anhaltende Proteste von Umweltschützern.

Newman nannte den Plan eine "Win-Win-Situation": Die einzigartigen Werte des Great Barrier Reef würden dadurch geschützt und die stufenweise Entwicklung des wichtigen Hafens werde ermöglicht.

Die staatliche Firma North Queensland Bulk Ports hatte 2013 von Bundesumweltminister Greg Hunt die Genehmigung erhalten, den Schlamm in den Meeresnationalpark zu kippen. Umweltschützer hatten dagegen geklagt, weil dadurch ihrer Ansicht nach eines der fragilsten Ökosysteme des Planeten noch weiter bedroht wird. Sie fürchteten, dass die Sedimente die Korallen völlig überdecken würden. Zudem würde der zusätzliche Schiffsverkehr die Gefahr von Unfällen erhöhen, bei denen Öl in den Nationalpark auslaufen könnte, brachten die Kläger vor.

Die Regierung von Queensland bat Umweltminister Hunt nun, den Kompromissplan rasch zu billigen, damit der Ausbau des Kohlehafens im Zeitplan bleibt. Die Arbeiten sollen im Juni 2015 beginnen.