Zwei Tage vor Beginn des UN-Klimagipfels haben Zehntausende Menschen auf der ganzen Welt für verstärkte Maßnahmen gegen den globalen Temperaturanstieg demonstriert. In Berlin nahmen rund 10.000 Menschen an einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor teil. Unter dem Motto "Mal schnell die Welt retten" forderten sie verschärfte Klimaziele und einen Umstieg auf erneuerbare Energien.

Bei der Silent Climate Parade tanzten Menschen lautlos – mit Kopfhörern – für mehr Klimaschutz, auch Radfahrer und Kinder mit ihren Familien waren unter den Demonstranten. Kampagnenleiter Christoph Schott sprach von einem "fantastischen Tag". Die Menschen hätten gezeigt, dass ihnen das Klima am Herzen liege.

Mit dem weltweiten Klimaaktionstag wollen die Veranstalter das Bewusstsein für den globalen Klimaschutz schärfen und für ein effektives Abkommen werben. Insgesamt sollte es 2.500 Klimaschutz-Kundgebungen in 161 Ländern geben, darunter auch Afghanistan und Bulgarien. "Es ist ein Weckruf an Politiker, dass der Klimawandel nicht mehr nur ein Thema für Umweltschützer ist, sondern uns alle betrifft", erklärte der Sprecher der Organisatoren in Berlin, Ricken Patel.

 Zum Auftakt der weltweiten Aktionen waren in Neuseeland und Australien viele Umweltschützer auf die Straßen gegangen, allein in Melbourne wurden 30.000 Demonstranten gezählt. Sie kritisierten vor allem ihren Regierungschef Tony Abbott, der als erster eine eingeführte Kohlendioxid-Abgabe für große Energieverbraucher wieder abgeschafft hat. In London zogen Tausende durch die Innenstadt am Parlamentsgebäude vorbei, auch in Paris machten Tausende bei dem Marsch für das Klima mit.

"Größte Klima-Demonstration aller Zeiten" in New York

In New York gingen ebenfalls Zehntausende Menschen auf die Straße, darunter auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der frühere US-Vizepräsident Al Gore. Mit Plakaten und Trillerpfeifen zogen die Menschen am südlichen Ende des Central Parks los. Für den Abschluss der Demonstration war eine Straßenparty nahe dem Hudson River geplant. Nach Angaben der Organisatoren sollte es die "größte Klima-Demonstration aller Zeiten" werden. Im indischen Neu Delhi schlüpften Demonstranten schon am Samstag in Tiger- und Pinguin-Kostüme, um auf die Gefahr für die Lebensräume der Tiere aufmerksam zu machen.

Koordiniert hatte die Märsche die Organisation Avaaz, die sich als weltweite Bürgerbewegung versteht. Ihre aktuelle Online-Petition zum Klimaschutz haben bislang mehr als 1,7 Millionen Menschen unterzeichnet. Darin wird gefordert, den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) allmählich auf Null zu senken. In Deutschland unterstützten auch der WWF und Greenpeace die Demos.

Am Dienstag beginnen in New York die Vollversammlung der Vereinten Nationen und der UN-Klimagipfel, auf dem Staats- und Regierungschefs Maßnahmen zur Verringerung des Kohlendioxid-Emissionen diskutieren sollen. Konkrete Ergebnisse sind für das Jahr 2015 geplant. Ende 2015 soll auf der UN-Klimakonferenz in Paris ein Klimavertrag verabschiedet werden, der 2020 in Kraft tritt. Das Ziel ist, die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Wert zu begrenzen.