Felder liegen brach, Rasenflächen vertrocknen, seit 2012 sind die üblichen Winterregen fast ausgeblieben – Kalifornien leidet seit drei Jahren unter extremer Dürre. Der vergangene Januar war in vielen Teilen des US-Bundesstaates der trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in den 1870er Jahren. Sommerlich warm ist es vielerorts noch zusätzlich.

Was hinter der extremen Trockenheit steckt, haben Forscher der Stanford University in Palo Alto jetzt untersucht (Diffenbaugh et. al., 2015). Im Magazin Proceedings of the National Academy of Sciences haben sie ihre Ergebnisse veröffentlicht. Sie zeigen: Die Rekord-Dürre und der menschengemachte Klimawandel stehen in direkter Verbindung.

Sie haben historische Klimadaten bis zurück ins Jahr 1895 ausgewertet und untersuchten, wie sich Niederschläge und Temperaturen in Dürreperioden zueinander verhalten. In wärmeren Jahren mit wenig Regen treten Dürreperioden doppelt so häufig auf wie in kühleren Jahren. Der vom Menschen vorangetriebene Klimawandel erhöht zusätzlich die Wahrscheinlichkeit, dass wärmere Jahre auch zugleich trocken werden. Nach Berechnungen der Forscher hat es in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr Dürrejahre gegeben als im vorausgegangenen Jahrhundert.

"Mit steigenden Temperaturen nimmt die Verdunstung zu", sagt der Klimaforscher Benjamin Cook von der US-Raumfahrtbehörde Nasa. "Damit trocknen die Böden stärker aus. Menschengemachter Klimawandel wird die Dürren in den regenarmen Jahren noch verschlimmern."

In Kalifornien ist das Central Valley besonders schlimm von der Dürre betroffen. Auf einer Länge von 700 Kilometern wird dort das meiste Obst und Gemüse in den USA angebaut. Ohne künstliche Bewässerung geht hier nichts. An vielen Stellen liegt der Anbau derzeit jedoch brach. Der Staat hat nun begonnen, das Grundwasser für Landbesitzer zu regulieren. "An einigen Stellen wurde so viel Grundwasser abgepumpt, dass die Bodendecke in Teilen des Central Valley absinkt", warnt Cook. Er glaubt nicht, dass sich dieses unterirdische Reservoir wieder auffüllt.

Bleiben die Regenfälle in den verbleibenden Winterwochen und im Frühjahr erneut aus, droht Kalifornien im Sommer ein Dürrenotstand. Das bedeutet Wasserknappheit, drastische Rationierungen für die Landwirte und die Gefahr verheerender Waldbrände.