Das Europäische Parlament hat eine Richtlinie verabschiedet, die den Verbrauch von dünnen Plastiktüten in der Europäischen Union reduzieren soll. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von derzeit etwa 200 dünnen Kunststofftüten soll bis 2019 auf 90 sinken. 2025 soll der Verbrauch dann nur noch bei durchschnittlich 40 Tüten pro Jahr und Bürger liegen.

Die 28 Mitgliedstaaten können selbst wählen, mit welchen Anreizen sie das Ziel erreichen wollen. Denkbar ist etwa, dass die Regierungen bis Ende 2018 Gebühren oder ein Pfand für Plastiktüten einführen. Aber auch ein grundsätzliches Verbot ist möglich.

Ausgenommen von den neuen Vorschriften sind dicke Plastiktüten, die in der Regel mehrfach verwendet werden. Das Gleiche gilt für sehr dünne Tüten, in denen in Supermärkten Obst oder Wurstwaren verpackt werden.

Mit dieser Einschränkung soll verhindert werden, dass auf noch umweltschädlichere Verpackungen – etwa geschäumte Kunststoffschalen – ausgewichen wird. Auf den Kompromiss hatten sich Unterhändler des Europäischen Parlaments und der 28 EU-Staaten bereits zuvor geeinigt. Mit dem abschließenden Votum der Abgeordneten ist der Weg für die Neuregelung nun endgültig frei.