Kennen Sie nicht? Keine Sorge, wir stellen Ihnen diese Bewohner Deutschlands hier vor. © dpa

Tiere, Pflanzen, Pilze: Fast jede dritte Art in Deutschland ist in ihrem Bestand gefährdet. Zu diesem Schluss kommt der erste Artenschutzreport des Bundesamts für Naturschutz. In dem Bericht sind erstmals alle vorliegenden Daten über den Zustand von Flora und Fauna zusammengefasst. Mit ihnen nehmen die Verfasser die rund 71.000 in Deutschland bekannten Arten unter die Lupe. Darunter alte Bekannte wie Wolf und Biber, aber auch exotisch anmutende Gesellen wie Nagelrochen und Sumpfspitzmäuse.

Wer die Liste liest, stellt schnell fest: Deutschlands Natur hat einiges zu bieten, das sich zu schützen lohnt. Wir stellen zehn bedrohte Arten aus der heimischen Fauna und Flora vor:

Steinkauz

© Hans Glader/piclease

Er ist das Sinnbild der Göttin Athene: Lange Zeit haben die Bestände des Steinkauz (Athene noctua) drastisch abgenommen, bis hierzulande nur noch vereinzelt Exemplare gesichtet wurden. Er gilt noch immer als stark gefährdet. Dank Artenhilfsmaßnahmen wie die Bereitstellung geeigneter Nistkästen aber haben sich die Bestände mittlerweile stabilisiert. Nun gilt es, sie zu vergrößern.

Einstufung Rote Liste: stark gefährdet
Trend: gleich bleibend

Große Flussmuschel

Die nierenförmige Unio tumidus lebt in Süßwasser, beispielsweise in Seen und in langsam fließenden Flüssen auf Sandgründen. Laut der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz ist sie auch deshalb heute bedroht, weil sie früher in Massen zu Schweine- und Hühnerfutter verkocht wurde, die Kalkschalen wiederum zerbröselt und als Dünger auf den Feldern ausgebracht.

Einstufung Rote Liste: stark gefährdet
Trend:starke Abnahme

Blauschillernder Feuerfalter

© Antje Deepen-Wieczorek/piclease

Eigentlich ist der Blauschillernde Feuerfalter ein Weltenbummler. Populationen von Lycaena helle gibt es im nordspanischen Kalkstein-Massiv Picos de Europa, in Nord-Norwegen und im Kaukasus. In Deutschland ist die Art historisch für die meisten Bundesländer nachgewiesen, jedoch in Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Brandenburg bereits ausgestorben.

Einstufung Rote Liste: stark gefährdet
Trend: Abnahme mäßig oder unbekannt

Arthonia cinnabarina

Flechten mögen nicht sexy sein – aber die symbiotischen Lebensgemeinschaften sind durchaus faszinierend. Sie entstehen, wenn sich Pilze mit Organismen zusammentun, die ihre Energie aus Sonnenlicht beziehen. Auf sich allein gestellt würden die meisten Pilze nicht überleben. Flechten zählen zu den langlebigsten Lebewesen auf der Erde und können mehrere Hundert Jahre alt werden, manche gar mehrere Tausend.

Einstufung: stark gefährdet
Trend: starke Abnahme

Gelbbauchunke

© Sunbird Images/dpa

Bombina variegata – der Name verspricht Großes. Tatsächlich wirkt die Gelbbauchunke von oben betrachtet eher unscheinbar. Ihre Bauchseite jedoch ziert ein auffälliges schwarz-gelbes Muster, das Fressfeinde abschreckt. Am wohlsten fühlen sich die Amphibien in den Auen natürlicher Fließgewässer.

Einstufung Rote Liste: stark gefährdet
Trend: starke Abnahme