Notfallteams der Marine und von Hilfsorganisationen versuchen in Kalifornien einen 14,5 Kilometer langen Küstenstreifen am Pazifik von Zehntausenden Litern Öl zu befreien. Arbeiter in Schutzausrüstungen schaufeln stinkende schwarze Ölflecken von den Stränden. Auf Booten versuchen Helfer, zwei große Ölteppiche daran zu hindern, sich weiter auszubreiten.

Das Öl war am Dienstagabend nach dem Bruch einer Pipeline zunächst in einen Kanal und von dort aus in den Pazifik geflossen. Bis zu 400.000 Liter traten laut Behördenschätzungen aus. Etwa ein Fünftel davon, rund 79.500 Liter, erreichte den Ozean.

Die Pipeline war nahe Refugio State Beach rund 35 Kilometer nordwestlich von Santa Barbara leckgeschlagen. Sie wurde abgeschottet. Die Betreibergesellschaft Plains All American Pipeline LP erklärte, sie bedauere den Vorfall zutiefst. Ein Manager des Konzerns sagte: "Plains übernimmt die Verantwortung und zahlt für alles, das mit diesem Austritt verbunden ist." Wie hoch die Kosten für die Aufräumarbeiten sind, lässt sich bislang nicht abschätzen.

Die Pipeline wurde laut Unternehmensangaben 1991 gebaut. Es habe zuvor keine Probleme mit ihr gegeben. Als das Leck entdeckt wurde, flossen mehr als 300.000 Liter pro Stunde durch die Leitung. Es dauerte drei Stunden, um sie abzuschotten. Ermittler der Transportbehörde, die für die Sicherheit der Ölpipelines zuständig ist, nahmen Untersuchungen zur Ursache des Lecks auf. 

Unklar blieb zunächst, wie lange es dauern wird, den Küstenabschnitt zu reinigen. Die nicht staatliche Hilfsorganisation Clean Seas, die sich an den ersten Säuberungsarbeiten beteiligte, hatte Schwierigkeiten mit ihren Booten. Denn viel Öl treibe zu nah an der Küste, teilte Jennifer Williams von der Küstenwache mit. 

Es war die größte Ölkatastrophe der vergangenen Jahre in der Gegend um Santa Barbara, die für hohe Immobilienpreise bekannt ist. Das Umweltschutzzentrum von Santa Barbara äußerte tiefe Sorge über die vielen Walarten, die das Gebiet durchschwimmen. Auf Fotos waren unter anderem Wale zu sehen, die nach dem Pipeline-Bruch nahe dem Ölfeld schwammen. Biologen zählten an Stränden tote Fische und Schalentiere, zwei ölverschmierte Pelikane wurden gefunden.

Am selben Küstenabschnitt hatte sich 1969 das bis dahin größte Ölunglück der USA ereignet. Damals flossen Tausende Liter Öl von einer Bohrplattform in das Meer, unzählige Seevögel und viele Meeressäuger starben. Nur die Katastrophe um den Öltanker Exxon Valdez 1989 vor der Küste Alaskas und das Leck der Bohrinsel Deepwater Horizon im Golf von Mexiko 2010 hatten noch schlimmere Folgen.