In Tomioka, einem Dorf nördlich von Naraha, sind auch noch vier Jahre nach der Katastrophe deutliche Schäden zu sehen. © TOSHIFUMI KITAMURA/AFP/Getty Images

Die rund 7.400 ursprünglichen Einwohner der japanischen Stadt Naraha dürfen gut viereinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima zurück in ihre Heimat. Eine Evakuierungsanordnung aus dem Jahr 2011 sei über Nacht aufgehoben worden, teilte die Stadt mit. Die Strahlenbelastung in der Stadt sei auf ein sicheres Niveau gefallen.

Bürgermeister Yukiui Matsumoto sagte während einer Zeremonie auf einem Kinderspielplatz, dieser Samstag sei ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Stadt. "Unsere Uhr läuft wieder", sagte er. "Das Aufheben der Evakuierungsanordnung ist ein bedeutender Schritt, aber dies ist nur der Anfang." Die Furcht vor der Strahlenbelastung und der Reaktorsicherheit sei nach wie vor da.

Naraha liegt in der Nähe der Atomanlage, in der es im März 2011 nach einem Erdbeben und einem Tsunami zu Kernschmelzen gekommen war. Die Stadt war die erste von insgesamt sieben, die nach der Fukushima-Katastrophe vollständig evakuiert werden musste.

Die Stadt stellt einen Testfall dar. Die meisten Einwohner sind wegen der Gesundheitsrisiken nach wie vor vorsichtig. Seit dem Beginn einer Testphase im April sind laut Angaben von städtischen Angestellten nur rund 100 von fast 2.600 Haushalten wieder bewohnt.

Die Stadt habe noch einen langen Weg des Wiederaufbaus vor sich, sagte Bürgermeister Matsumoto weiter. Beispielsweise fehlt noch bis Oktober eine medizinische Klinik, und ein Krankenhaus in der Präfektur Fukushima ist nicht vor Februar 2016 fertig. Ein Lebensmittelladen hat im Juli mit der freien Belieferung begonnen, ein großes Einkaufszentrum wird aber erst im nächsten Jahr eröffnen.