Zwei Drittel der EU-Staaten wollen den Anbau von genmanipulierten Pflanzen auf ihrem Gebiet verbieten. 19 der 28 Mitgliedsländer haben bei der EU-Kommission entsprechende Verbotsanträge eingereicht.

Nachdem bis Donnerstag schon 15 solcher Anträge eingegangen waren, darunter der von Deutschland, folgten in letzter Minute noch Dänemark, Luxemburg, Malta und Slowenien. Die Frist lief am Samstag aus.

Zudem wollen Bulgarien, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, die Niederlande, Österreich, Polen, Ungarn und Zypern keine Genpflanzen in ihren Ländern anbauen lassen. Großbritannien habe den Antrag für Schottland, Wales und Nordirland gestellt, Belgien für Wallonien, teilte die EU-Kommission mit.

Umweltschützer werteten das als Beleg für einen generellen Widerstand gegen den Anbau von genetisch manipulierten Pflanzen.

Die EU-Kommission leitet die Verbotsanträge nun an die Saatguthersteller weiter. Die Konzerne müssen entscheiden, ob sie dennoch den Anbau in den entsprechenden Ländern beantragen. Wenn die Unternehmen nicht auf den Vertrieb verzichten wollen, kann der Anbau per nationaler Gesetzgebung untersagt werden.

Die Europäische Union hatte ihr Zulassungsverfahren für genmanipulierte Pflanzen Anfang des Jahres geändert. Seitdem können die Mitgliedsstaaten den Genpflanzenanbau auf ihrem Gebiet auch dann untersagen, wenn ein Saatgut die Zulassung der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) und die Zustimmung der Mehrheit der EU-Staaten erhalten hat. Die Mitgliedsländer können dafür auch allgemeine agrar- und umweltpolitische Gründe angeben.

Es geht aktuell nur um die Genehmigung oder das Verbot des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen. Für den Handel mit gentechnisch veränderten Lebens- oder Futtermitteln gelten andere Regeln.