Ein Kohlekraftwerk in Shijiazhuang in der chinesischen Provinz Hebei © Kim Kyung-Hoon/Reuters

China verbrennt bis zu 17 Prozent mehr Kohle als bisher angegeben. Das geht aus Zahlen in den Jahrbüchern zur Energiestatistik 2013 und 2014 hervor, berichtet die New York Times. Demnach habe China allein 2012 etwa 600 Millionen Tonnen Kohle mehr verbraucht als zuvor berichtet. Das entspricht 70 Prozent des jährlichen Gesamtverbrauchs in den USA. Die Revision der Statistik basiere auf einer Schließung von Lücken in der Datensammlung, die besonders kleine Unternehmen und Fabriken betroffen hätten.

Laut der korrigierten Statistik verbrannte China bereits 2011 und 2012 über vier Milliarden Tonnen Kohle und nicht ungefähr 3,5 Milliarden, wie zuvor angegeben. Die Kluft zwischen der jetzt revidierten und der bisher offiziellen Zahl vergrößert sich schon seit dem Jahr 2000; seit 2008 sogar stark. Eine Stellungnahme der chinesischen Regierung zu der Justierung in den Jahrbüchern gibt es laut New York Times bisher nicht.

Die immense Korrektur nach oben bedeutet auch, dass China – ohnehin größter Emittent von Kohlendioxid – von dem klimaschädlichen Gas pro Jahr beinahe eine Milliarde Tonnen mehr ausstößt als bislang angegeben. Allein die errechnete Steigerung von 17 Prozent übertrifft nach Angaben der New York Times den deutschen Ausstoß von Treibhausgasen aus fossilen Brennstoffen.

Für die Klimaschutzkonferenz in Paris, die am 30. November beginnt, sind die neuen Zahlen aus China eine schlechte Nachricht. Die Verhandlungen über ein internationales Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung dürften dadurch verkompliziert werden. Chinas Regierung hat sich verpflichtet, die CO2-Emissionen des Landes ab 2030 nicht mehr zu steigern, und will erneuerbare Energien voranbringen, um die Abhängigkeit seiner Wirtschaft von der Kohle zu verringern.