Das Jahr 2015 wird voraussichtlich das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nachdem der britische Wetterdienst diese Prognose schon Anfang November gestellt hatte, teilt nun auch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) der Vereinten Nationen mit: Die Durchschnittstemperatur werde erstmals ein Grad höher liegen als im vorindustriellen Zeitalter. Bislang hält das Jahr 2014 mit einer globalen Temperatur von 14,57 Grad Celsius den Hitzerekord.

"Das sind schlechte Neuigkeiten für den Planeten", sagte WMO-Generaldirektor Michel Jarraud. Der Zeitraum 2011 bis 2015 sei die heißeste Fünfjahresphase seit Beginn der Messungen gewesen. Als Grund für den Temperaturanstieg nannte die WMO sowohl den vom Menschen verursachten Klimawandel als auch das Klimaphänomen El Niño, bei dem der Ozean gespeicherte Wärme wieder abgibt.

Das Klima in diesem Jahr werde Geschichte schreiben, sagte Jarraud. Weltweit seien extreme Wetterphänomene aufgetreten. Dazu gehörten die schweren Regenfälle in Teilen Südamerikas, in China und Nordafrika. In China seien 75 Millionen Menschen von den Fluten betroffen gewesen. Auch die Konzentration der Treibhausgase habe neue Rekorde erreicht

Jarraud sagte, das kommende Jahr könne noch wärmer werden. El Niño werde 2016 einen größeren Einfluss haben als in diesem Jahr. Aber: "Der Ausstoß von Treibhausgasen, die das Klima verändern, kann kontrolliert werden. Wir haben das Wissen und die Instrumente."

Ende des Kohlezeitalters?

Am kommenden Montag beginnt in Paris der UN-Klimagipfel COP 21, 147 Staats- und Regierungschefs werden zur Konferenz erwartet. Die führenden westlichen Industrieländer (G7) wollen dabei das Ende des Kohlezeitalters einläuten und die Klimaerwärmung auf maximal zwei Grad begrenzen. Hierzu soll ein neuer Weltklimavertrag verabschiedet werden – sechs Jahre nach der gescheiterten Konferenz von Kopenhagen.

Jarraud sagte, es seien deutliche Maßnahmen nötig, um die Erderwärmung in Grenzen zu halten. Ein unveränderter Ansatz zum Klimawandel könnte zu einem Anstieg der weltweiten Temperatur von sechs Grad oder mehr führen. "Ja, es ist immer noch möglich, das Zwei-Grad-Ziel zu halten, aber je länger wir warten, umso schwieriger wird es", sagte er.