Die Rodung des brasilianischen Regenwaldes hat sich zuletzt wieder deutlich beschleunigt. 2015 habe sie um 16 Prozent im Vergleich zum Jahr davor zugenommen, teilte das Umweltministerium des südamerikanischen Landes mit.

Satellitenaufnahmen zeigten, dass im Amazonasgebiet, dem weltgrößten Regenwald, in den zwölf Monaten bis Ende Juli 5.831 Quadratkilometer vernichtet worden seien. Das entspricht einem Gebiet etwa doppelt so groß wie das Saarland.

Wird Regenwald abgeholzt, steigen große Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre auf, die vorher in den Wäldern gebunden waren. Pflanzen und Tierarten sind zudem akut bedroht. Die brasilianische Regierung will illegale Abholzungen stoppen und bis 2030 die Holzgewinnung im Regenwald komplett beenden.

Allerdings könnte der Regenwald auch bald von legaler Abholzung bedroht sein. Im Oktober war im Parlament der erste Schritt zu einer Verfassungsänderung gemacht worden. Damit könnten Schutzzonen indigener Völker aufgelöst und der dortige Wald abgeholzt werden, falls es wirtschaftliche Gründe dafür gibt.  Diese könnten beispielsweise Bodenschätze oder Platzbedarf für Sojaplantagen sein. Bis zu 15 Prozent des Landes gelten bisher als geschützte Zonen. Die endgültige Entscheidung wird für 2016 erwartet.