Das Ozonloch über dem Südpol, das sich jedes Jahr im September bildet, ist seit dem Jahr 2000 um vier Millionen Quadratkilometer geschrumpft, haben US-amerikanische Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) herausgefunden (Science: Solomon et al., 2016). Das entspreche in etwa der Größe Indiens. Rund drei Jahrzehnte nach dem Verbot der ozonzerstörenden Chemikalien sei das ein Hinweis darauf, dass der Regenerationsprozess eingesetzt habe und sich die Schutzschicht der Erde stabilisiere.

Die Schnelligkeit der Erholung sei überraschend, sagte die Atmosphärenchemikerin und Autorin der Studie, Susan Solomon, dem Fachmagazin Science. "Wir können jetzt sicher sein, dass die Entscheidungen, die wir getroffen haben, den Planeten auf den Weg der Heilung gebracht haben."

Das Ozonloch entsteht seit den achtziger Jahren regelmäßig. Weil dadurch mehr UV-Licht auf die Erdoberfläche gelangt, hat das negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt. Im Oktober 2015 erreichte das Loch Rekordgröße. Salomon und ihr MIT-Team führten das auf den Ausbruch des chilenischen Vulkans Calbuco zurück.

Der Studie zufolge hängt die Erholung mit dem Rückgang von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) zusammen. Diese Substanzen schädigen die Ozonschicht, die in einer Höhe zwischen zehn und 50 Kilometern über der Erde liegt und ultraviolette Sonnenstrahlen abhält. FCKW wurden häufig in Haarsprays, Klimaanlagen oder Kühlschränken verwendet. Mit dem Protokoll von Montréal zum Schutz der Ozonschicht aus dem Jahr 1987 wurden Fluorchlorkohlenwasserstoffe verboten.