Bemühungen zum Schutz der Buckelwale haben offenbar Wirkung gezeigt. Der Bestand der Meeressäuger hat sich nach der weltweit starken Einschränkung des Walfangs dermaßen erholt, dass die US-Meeresschutzbehörde NOAA die meisten Buckelwalpopulationen von nicht mehr als bedroht einstuft. Eileen Sobeck von der NOAA sprach bei der Bekanntgabe der Entscheidung in Washington von einer "wirklichen ökologischen Erfolgsgeschichte".

Allerdings war es der Mensch, der die Buckelwale zuvor bedrohlich dezimiert hatte. Über Jahrhunderte wurden die Meeresriesen wegen ihres proteinreichen Fleisches gejagt. Natürliche Feinde haben sie in den Weltmeeren kaum, nur einige Orca-Populationen und Haie greifen gelegentlich an.

Buckelwale (Megaptera novaeangliae) sind Säugetiere, das heißt, sie gebären ihren Nachwuchs lebend und stillen ihn mit Muttermilch. Die Wale werden bis zu 18 Meter lang und 50 Tonnen schwer – schon bei der Geburt wiegt ein Buckelwaljunges rund eine Tonne. Die Tiere leben in allen Ozeanen der Erde und legen auf ihren Wanderungen zwischen den Winterquartieren in tropischen Gewässern und den Polarmeeren im Sommer tausende Kilometer zurück. Besonders bekannt sind Buckelwale für ihre beeindruckenden Gesänge.

Die NOAA hatte 2010 eine große Untersuchung zur Lage der Buckelwale gestartet. Sie teilt die globalen Bestände in 14 Populationen auf. Von denen hätten sich neun wieder so weit erholt, dass sie nicht mehr als gefährdet angesehen werden müssten. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN werden Buckelwale in ihrer Gesamtheit schon seit 1988 nicht mehr als gefährdet eingestuft. Der Bestand wächst stetig.

In den 1970er Jahren hatten die USA alle Buckelwale noch als bedroht eingestuft, weil die Zahl der Tiere durch den kommerziellen Walfang stark zurückgegangen war. Seit 1966 stehen sie weltweit unter Artenschutz.

Daran ändert auch die Neueinstufung nichts. Die NOAA wies darauf hin, dass das US-Gesetz zum Walschutz weiterhin in Kraft sei und Anwendung finde. Das Gesetz verbietet die Tötung von Walen in US-Hoheitsgewässern. Es untersagt zudem US-Bürgern den Walfang auch auf hoher See. Auch dürfen keine Walprodukte in die USA eingeführt werden. Walschützer sind besorgt, dass die Neueinstufung der meisten Populationen als nicht gefährdet, den Walschutz künftig einschränken könnte.

Zudem hatte die Internationale Walkommission 1982 ein weltweites Walfang-Moratorium verhängt, das bis heute in Kraft ist. Das Moratorium habe erheblich zur Erholung der Buckelwalpopulationen beigetragen, erklärte die NOAA. Nur Norwegen und Island machen weiterhin offiziell aus kommerziellen Gründen Jagd auf die Tiere, gegen das Moratorium haben sie Einspruch eingelegt. Für die Jagd kassieren sie Jahr für Jahr eine Protestnote von der Internationalen Walfang-Kommission – die sie ignorieren. Sanktionen kann die Kommission nicht verhängen. Auch Japan tötet weiterhin Wale, laut offizieller Begründung zu Forschungszwecken. Unter den gejagten Tieren sind allerdings nur sehr selten Buckelwale, sondern vor allem Zwerg- und Finnwale.