In Deutschland wird nur knapp die Hälfte der Verpackungen, die im gelben Sack und in der gelben Tonne gesammelt werden, tatsächlich wiederverwertet. 44,1 Prozent landeten 2014 stattdessen in Müllverbrennungsanlagen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor.

Demnach sank der Anteil der verbrannten Verpackungen im Vergleich zum Vorjahr leicht. 2015 waren noch 45,6 Prozent der Verpackungen verbrannt worden. Die Daten stammen von der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung. Im gelben Sack und der gelben Tonne werden unter anderem Verpackungen aus Kunststoff gesammelt.

Die Praxis ist von geltendem Recht gedeckt. Die deutsche Verpackungsverordnung sieht für Kunststoffe eine Recyclingquote von 22,5 Prozent vor.

Die Quote müsse dringend vom Gesetzgeber erhöht werden, sagte die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn, die dem Bundestagsausschuss für Umwelt vorsitzt. "Sonst fühlt man sich als Mülltrenner sehr schnell veräppelt, wenn ein großer Teil des Mülls wie bei der grauen Tonne in der Verbrennung landet." Im Entwurf eines bundesweiten Verpackungsgesetzes ist eine solche Erhöhung bisher nicht vorgesehen.

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