Die Teilnehmer an der UN-Klimakonferenz in Marokko haben zu "maximalem politischen Engagement" gegen die Klimaerwärmung aufgerufen. Einen Tag vor Ende des Treffens haben die 200 teilnehmenden Staaten eine entsprechende Proklamation verabschiedet. In der "Proklamation von Marrakesch" heißt es, der Kampf gegen den Klimawandel habe "dringende Priorität."

Die Staaten verpflichten sich, alle Ziele des UN-Klimaabkommens von Paris "vollständig" umzusetzen. Dabei sollen nicht nur die Regierungen sondern auch "Wissenschaft, Unternehmen und weltweite Aktionen" in die Strategie eingebunden werden. 100 Milliarden Dollar sollen dabei bis 2022 jährlich an die Entwicklungsländer fließen, um diese beim Kampf gegen die Erderwärmung zu unterstützen.   

Der globale Klimaschutzvertrag war im Dezember 2015 in Paris beschlossen worden. Er sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf unter 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, zu begrenzen. Die bislang vorliegenden nationalen Zusagen zur Verringerung des Treibhausgasausstoßes reichen dazu allerdings nicht aus.

Das Abkommen trat Anfang November in Kraft. Es wurde bereits von 111 der 195 Unterzeichnerstaaten ratifiziert, darunter zuletzt Großbritannien am Donnerstag. Die größten Treibhausgasverursacher, die USA und China, ratifizierten das Abkommen ebenfalls. Der am 8. November 2016 zum US-Präsidenten gewählte Donald Trump hatte im Wahlkampf jedoch angekündigt, das Klimaschutzabkommen aufkündigen zu wollen. Am Freitag geht die Konferenz in Marrakesch zu Ende.

Eine Studie konnte zuletzt nachweisen, dass der CO2-Austoß in den vergangenen drei Jahren nicht zugenommen hat. 2015 sind die Emissionen von Kohlendioxid demnach stabil geblieben. Die Forscher sprachen von einer möglichen "Trendwende", da das Wirtschaftswachstum durch die sinkenden Emissionen nicht negativ beeinflusst wurde. Um dem Klimawandel zu begegnen, reiche eine reine Stabilisierung der Emissionen allerdings nicht, betonten die Forscher. "Das ist eine große Hilfe im Kampf gegen den Klimawandel, aber es ist nicht genug", sagte Corinne Le Quéré von der britischen Universität von East Anglia, die an der Studie beteiligt war. "Die weltweiten Emissionen müssen jetzt rasch abnehmen, nicht nur aufhören zu wachsen."