In den kommenden drei Tagen übertreiben wir es nochmal richtig. Tonnenweise Süßigkeiten landen unter den Tannenbäumen. Ganz vorne mit dabei: Die Schokolade. Jeder Deutsche isst durchschnittlich um die zehn Kilogramm pro Jahr. Das steht in Berichten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Bundes der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) und des Welternährungsprogramms (WFP) der Vereinten Nationen. Und das kann ja nur gut sein, schließlich soll Schokolade ein Wahnsinnslebensmittel sein und glücklich, gesund und schlank machen. Tatsächlich stimmen einige dieser Mythen aber gar nicht. Und ein Blick auf die Produktionsbedingungen offenbart die dunkle Schokoladenseite.

Streng genommen ist eine Tafel Schokolade eine große Portion Fett. Das liegt an den Zutaten, die hauptsächlich für ihr Aroma und ihre Konsistenz verantwortlich sind: Kakaomasse und Kakaobutter. Dazu kommt noch ein ordentlicher Schuss Zucker. Gut die Hälfte einer Schokotafel ist aus dem Süßungsmittel gemacht.

Dass eine Schokoladendiät also jemals schlank machen könnte, ist Unsinn. Zwar geisterte dieses Gerücht vor Kurzem sehr prominent durch verschiedene Medien, doch es stellte sich als Schwindel heraus: Der Fernsehsender Arte und der Wissenschaftsjournalist John Bohannon hatten eine Studie aufgesetzt, die sie bewusst so manipulierten, dass genau ihr Wunschergebnis dabei herauskam. Nämlich: Schokolade macht schlank. Dutzende Medien übernahmen die Meldung, ohne sich über die Studienmethoden zu erkundigen.

Ein bisschen Schoki ist gut für das Herz

Das Projekt sollte auf ein bekanntes Problem in der Wissenschaft und im Wissenschaftsjournalismus aufmerksam machen: Studien mit fraglichen Untersuchungsmethoden werden häufig zu großen Meldungen aufgebauscht, obwohl ihre Ergebnisse einer strengeren Prüfung gar nicht standhalten würden. Und so kommt es, dass sich auch um die Schokolade viele Gesundheitsmythen ranken.

Es gibt aber ebenso repräsentative Studien, die tatsächlich gesundheitsfördernde Effekte nachgewiesen haben. Das deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) der Leibniz-Gesellschaft etwa begleitete rund 20.000 Probanden über einen Zeitraum von zehn Jahren, um herauszufinden, ob eine Verbindung besteht zwischen Schokoladenkonsum und dem Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden.

© Kaboompics
Was kann Schokolade?

Was kann Schokolade?

Sie wird für vieles verantwortlich gemacht: Armut und Diabetes, aber auch Gesundheit und Glück. Was ist dran an der Schoki?

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Wissen Sie, woher Schokolade kommt?

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Leider falsch. Die Schokolade verdanken wir der Kakaobohne und die wächst nicht an Kakaopalmen, sondern Kakaobäumen. Die stammen ursprünglich aus Mexiko. Dort haben alte amerikanische Hochkulturen sie kultiviert.

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© Alfredo Estrella/AFP/Getty Images
Schon Azteken und Maya naschten

Schon Azteken und Maya naschten

Die antiken Völker Mittelamerikas kannten Schokolade schon lange, allerdings in Form von Kakao. Die Azteken mochten ihn kalt, die Maya warm.

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Die Götterspeise

Den Azteken war der Trunk heilig. Die Götter selbst sollen ihn einst den Menschen geschenkt haben. Daran erinnert noch heute der botanische Name des Kakaobaumes: Theobroma. Das ist griechisch und bedeutet "Götterspeise".

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Richtig. Dunkle Schokolade enthält mehr Kilokalorien als weiße. Woran das liegt: Die Kakaomasse, die in der dunklen Schokolade höher ist, sorgt für einen höheren Fettanteil.

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Das Ergebnis: Wer geringe Mengen Schokolade isst, senkt sein Herzinfarktrisiko um gut 39 Prozent. Zwei Tafeln im Monat sind demnach ideal. Zu ähnlichen Ergebnissen gelangt eine Übersichtsarbeit von der Universität Cambridge, die rund 100.000 Teilnehmer umfasste (British Medical Journal: Franco et. al., 2011). Vermutlich sind die Flavonoide aus der Kakaopflanze dafür verantwortlich. Das sind Pflanzenfarbstoffe, die gut für Herz und Kreislauf sein sollen (Nutrition Reviews: Engler & Engler, 2006).

Schweinefleisch macht glücklicher

Sie könnten außerdem noch einen anderen Effekt haben: glücklich zu machen. Dass es oft heißt, Schokolade hebe die Stimmung, schieben manche den Flavonoiden zu. Vielleicht liegt es aber auch an Stoffen wie dem Theobromin, das ähnlich stimmungshebend wie Koffein wirkt. Oder am Tryptophan. Die Aminosäure benötigt der Körper, um Serotonin herzustellen. Der Botenstoff beeinflusst unsere positiven Gefühle. Depressionen gehen häufig mit Serotoninmangel einher.

Größere Mengen Trypthophan stecken allerdings in Sojabohnen oder Schweinefleisch. Trotzdem ersticken mehr Menschen ihren Kummer in Schokolade, statt in Chinanudeln.