Nach heftigen Regenfällen in den vergangenen Monaten hat der kalifornische Gouverneur Jerry Brown die Dürre in seinem US-Bundesstaat für beendet erklärt. "Der Dürre-Notstand ist vorbei", sagte Brown. Eine Karte der Klimatologen vom United States Drought Monitor zeigt, dass kein Gebiet in Kalifornien mehr von außergewöhnlicher oder extremer Dürre betroffen ist. Noch vor einem Jahr war mehr als die Hälfte der Fläche Kaliforniens diesen besonders schweren Formen der Dürre ausgesetzt. Doch die nächste Dürre könne schon bald kommen, sagte Brown.

Anfang des Jahres hatten wochenlange Regenfälle die Wasserreservoirs gefüllt. Das Wasservolumen des etwa 1.300 Hektar großen Lake Cachuma in der Nähe von Santa Barbara war durch die Dürre auf sieben Prozent geschrumpft. Der künstliche See konnte als Wasserversorger kaum mehr dienen. Im Februar füllte ihn der starke Regen innerhalb kürzester Zeit wieder auf.

Auch die Schneedecke in der Sierra Nevada war so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Allerdings setzten die Niederschläge auch Teile des US-Bundesstaats unter Wasser. Der Oroville-Staudamm drohte zu brechen. 180.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.

Die fünf Jahre anhaltende Dürre in Kalifornien hatte die Trinkwasserversorgung eingeschränkt und schwere Waldbrände ausgelöst. 2014 rief Gouverneur Brown den Wassernotstand aus. Die Behörden schränkten den Wasserverbrauch der privaten Haushalte und öffentlichen Einrichtungen drastisch ein. In einigen Regionen mussten landwirtschaftliche Betriebe ihre Produktion verringern. Insgesamt gingen etwa hundert Millionen Bäume ein. Auch Tiere wurden durch die Trockenheit geschwächt und litten.

Wissenschaftler machen Klimawandel mitverantwortlich

Kalifornien ist der US-Bundesstaat mit der größten Bevölkerung. Knapp 39 Millionen Menschen leben in dem Gebiet im Westen der USA. Ein hoher Wasserbedarf – auch wegen der intensiven Landwirtschaft – kombiniert mit häufig auftretenden Wärmeperioden und gleichzeitiger Trockenheit führten in den vergangenen Jahren immer wieder zu Wasserknappheit. Forscher vermuten, dass unter anderem der Klimawandel die Erwärmungen verursacht. 

"Die Auswirkungen von Millionen toten Bäumen und die verringerten Grundwasserreservoire stellen für einige Regionen Kaliforniens noch über Jahre eine Herausforderung dar", sagte Brown. Er kündigte an, Strategien zur Wassererhaltung zu überdenken. Ein effizienter Wasserverbrauch von Häusern und Bauernhöfen sei entscheidend, damit Kalifornien gegen Dürre und Klimawandel gewappnet sei.