Mehr Wetterballons und -bojen in der Arktis und Antarktis sollen den rapiden Klimawandel vor allem in den Polarregionen dokumentieren und die dortige Wettervorhersage verbessern. Das teilte die Weltwetterorganisation (WMO) mit. Unter Federführung des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven starten im Sommer mehr als 50 Institute und Wetterstationen aus mehr als 20 Ländern ein zweijähriges Kooperationsprogramm.

Durch den Klimawandel steige die Temperatur in den Polarregionen doppelt so schnell wie anderswo, sagte Projektleiter Thomas Jung vom AWI. Mit der Geschwindigkeit der Umweltveränderungen seien die Grenzen der bisherigen wissenschaftlichen Kenntnisse erreicht.

Laut WMO-Generalsekretär Petteri Taalas bergen die zunehmenden Aktivitäten in den Polarregionen zudem Risiken. Dazu gehören Tourismus, neue Schifffahrtsrouten oder die Ausbeutung der Rohstoffe. "Weniger Eis heißt nicht weniger Gefahr", sagte Taalas. "Ein Ölleck wäre in den Regionen eine Katastrophe." Akkurate Angaben über Wetter und Eis würden immer wichtiger werden, um die Sicherheit in den Polarregionen und darüber hinaus zu gewährleisten.

Joe Raedle/Getty Images
Klimawandel! Was heißt das?

Klimawandel! Was heißt das?

Die Erderwärmung bedroht die Welt, aber wie genau? Wir erklären Wetter, Klima und warum der Wandel so gefährlich ist.

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Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär

Ban Ki Moon, UN-Generalsekretär

sagt, warum das ein Problem ist:

"Der Klimawandel ist eine Bedrohung für das Leben und unsere Existenz."

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Das Wetter

… ist der Zustand der Atmosphäre zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort.

Was ist Wetter, was Klima?

Das Klima

... ist das durchschnittliche Wetter über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtet, etwa 30 Jahre.

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Leider nein: Viele Schäden sind nicht mehr zu ändern. Die Erde erwärmt sich in jedem Fall. Auch die 2°C Erwärmung beeinträchtigen Ökosysteme auf der ganzen Welt stark und bedrohen damit auch die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. Es lässt sich allein das Ausmaß der Katastrophe eingrenzen.

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Stimmt. Viele Forscher sind sicher, dass es einen Zusammenhang gibt. Europa soll aber nicht so stark betroffen sein wie andere Kontinente der Erde.

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Mit besseren Wettermodellen wollen die Wissenschaftler die Risiken für diejenigen mindern, die in den bislang fast unzugängliche Regionen unterwegs seien. Auch die dort ansässige Bevölkerung profitiere davon, da sie sich nicht mehr auf über Generationen angesammelte Erfahrungswerte verlassen könne. "Wie fest und standfest ist das Eis? Das traditionelle Wissen haut da nicht mehr hin", sagte Jung. "Die Arktis hat Einfluss auf das Wetter in unseren Breiten. Bei Nordwind interessiert die Arktis – aber da weiß man noch nicht genug." 

Arktis und Antarktis haben massive Probleme: Die von Meereis bedeckten Flächen sind der US-Klimabehörde NOAA zufolge seit Beginn der Messungen im Jahr 1979 so klein wie nie zuvor. In der Arktis lag die durchschnittliche Ausbreitung der Meereisdecke demnach um rund neun Prozent unter dem Durchschnitt von 1981 bis 2010, in der Antarktis sogar rund 23 Prozent.

Zwar frieren Teile des Meeres etwa in der Arktis weiterhin zu, doch am Ende des Sommers beobachteten Forscher zuletzt offenes Meer in weiten Gebieten, die sonst zugefroren sind. Das ist auf Fotos aus dem All und vor Ort zu sehen. 2016 wurde der Negativrekord erreicht:

Das Meereis weltweit

Die Kurve zeichnet nach, wie viel Fläche der Erde an Nord- und Südpol im Jahresverlauf mit Meereis bedeckt ist. In diesem Jahr hat sie dramatisch abgenommen, wie die rote Linie zeigt.

Quelle: National Snow & Ice Data Center © ZEIT ONLINE