Mexiko hat am Freitag ein Verbot der Fischerei mit Treibnetzen im Golf von Kalifornien beschlossen. Der Grund für diesen Erlass ist etwa 40 Kilo schwer, eineinhalb Meter lang und vom Aussterben bedroht: der Kalifornische Schweinswal.

In freier Wildbahn leben nur noch etwa 30 Exemplare des Kalifornischen Schweinswals, der auf Spanisch Vaquita genannt wird – "kleine Kuh" der Meere. Die Wale verfangen sich immer wieder in den Netzen der Fischer und verenden als Beifang. So war die Population des Kalifornischen Schweinswal im Nordwesten Mexikos in den letzten Jahren dramatisch geschrumpft: 2012 tummelten sich noch 200 Tiere im Golf, 2014 waren es nicht einmal mehr halb so viele. Die Naturschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) befürchtet, dass die Art ohne Schutzmaßnahmen 2018 ausgestorben sein könnte. Dem setzt die mexikanische Regierung nun das Verbot der Treibnetzfischerei entgegen.

Mitinitiiert wurde das Verbot von prominenten Geldgebern: Der Schauspieler Leonardo DiCaprio, der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto und der mexikanische Multimilliardär Carlos Slim, ehemals der reichste Mensch der Welt, hatten im Juni eine Vereinbarung zum Schutz des marinen Ökosystems im Golf von Kalifornien getroffen. Slim und DiCaprio unterstützen das Treibnetzverbot – das erste dieser Art weltweit – mit ihren jeweiligen Stiftungen, DiCaprio sprach von einer "großartigen Neuigkeit".

Der mexikanische WWF-Direktor Jorge Richards begrüßte das Verbot ebenfalls, betonte aber die Notwendigkeit, den Fischern alternative Fischereitechniken zugänglich zu machen. Nur so könne der illegale Fischfang unterbunden werden. In der Region wird vor allem der Totoaba gejagt. Die Schwimmblasen dieser bis zu zwei Meter großen Fische sind eine begehrte Ware auf dem chinesischen Schwarzmarkt. Sie enthalten Kollagen und gelten als Heilmittel und prestigeträchtiges Objekt.  

Fangverbot besteht seit 1975

Mit dem Verkauf einer Totoaba-Schwimmblase kann ein mexikanischer Fischer so viel verdienen wie sonst in einem Jahr. Der Fang der Totoabas wurde zwar bereits 1975 verboten, allerdings wurde die Einhaltung des Verbots kaum kontrolliert. 2015 waren Treibnetze bereits temporär verboten worden, doch auch diese Maßnahme wurde nicht dauerhaft umgesetzt. Jetzt dürfen Fischer keine Treibnetze mehr in das betroffene Gebiet bringen und müssen zudem melden, wenn sie Teile ihrer Ausrüstung verloren haben.

Zur Rettung der Schweinswale will Mexiko sogar tierische Helfer einsetzen, wie Umweltminister Rafael Pacchiano am Freitag ankündigte: Von der US-Marine trainierte Delfine sollen den Kalifornischen Schweinswal in ein Schutzgebiet lotsen. Die Delfine seien ausgebildet worden, vermisste Taucher ausfindig zu machen – und sollen nun auch zur Rettung der bedrohten Vaquitas beitragen. "Um die Schweinswale zu retten, müssen wir die größtmögliche Anzahl an Tieren einfangen", sagte der Minister.