Vor den Kanarischen Inseln ist ein Frachter mit hoch explosivem Ammoniumnitrat an Bord in Flammen aufgegangen. Schon vor rund zwei Wochen, am 12. August, hatte sich eine Explosion im Frachtraum des Schiffes ereignet. Seither treibe es südwestlich der zu Spanien gehörenden Inselgruppe im Meer. So berichtete es die spanische Tageszeitung La Vanguardia. Fachleute warnten, von dem brennenden Schiff gehe große Gefahr für die Umwelt und die Bewohner der Kanaren aus.

Der Frachter sei "eine gigantische schwimmende Zeitbombe", sagte Tanausú Alemán von der spanischen Linkspartei Podemos. "Es ist in den vergangenen zwei Wochen nicht gelungen, das Feuer zu löschen, sodass nicht nur weiter toxischer Rauch in der Luft liegt, sondern auch die Gefahr einer Explosion besteht."

Bricht der Rumpf auseinander?

Die 33.000 Bruttoregistertonnen große Cheshire wurde 2012 gebaut, ist 190 Meter lang und gehört dem britischen Familienunternehmen Bibby Line aus Liverpool. Das Unternehmen müsse endlich Verantwortung übernehmen, damit eine Naturkatastrophe vor den Inseln verhindert werde, forderte Alemán.

Die Informationslage sei sehr unklar, beklagte der Meeresbiologe Fabian Ritter von der Organisation Meer e.V., die seit mehr als 20 Jahren auf den Kanaren arbeitet. "Niemand kann sagen, welche Auswirkungen die Fracht der Cheshire auf die Meeresumwelt haben wird – selbst wenn sie nicht explodiert." Die einzigartige Artenvielfalt der Inselgruppe müsse unbedingt geschützt werden.

Fachleute fürchten, dass das Schiff auseinanderbrechen könnte und große Teile seiner Ladung ins Meer fließen könnten. Teneriffa News berichtet, spanische Schlepper seien vor Ort und versuchten, den brennenden Frachter zu kühlen.