Die EU-Kommission hat im Streit um die erneute Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Die Kommission schlug vor, die Genehmigung für fünf Jahre zu erneuern, wie eine Sprecherin der Behörde mitteilte. Die derzeitige Genehmigung für den Einsatz des Mittels ist nur noch bis Mitte Dezember gültig.

Ursprünglich hatte die EU-Kommission eine zehnjährige, später dann eine siebenjährige Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichters gefordert. Der neue Vorschlag sei den 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zugesandt worden. Am 9. November sollen die EU-Regierungen darüber abstimmen.

Der neue Vorschlag der Kommission ziele "auf eine Erneuerung und nicht ein Auslaufen", sagte die Kommissionssprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Wird eine Zulassung nicht erneuert, kann das Mittel nur noch sechs Monate vermarktet und maximal weitere zwölf Monate eingesetzt werden. Danach wäre es verboten.

Bereits am Mittwoch hatten die EU-Mitglieder über die Glyphosatverlängerung abgestimmt, allerdings ohne Ergebnis. Das EU-Parlament hatte in einer Resolution das endgültige Aus für Glyphosat bis 2022 gefordert. 

Im Ringen um die Genehmigung des Herbizids beziehen einige EU-Länder eine klare Position: Frankreich etwa hat ein vollständiges Verbot des Pflanzenschutzmittels innerhalb der nächsten fünf Jahre beschlossen. Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation stuft Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein. 

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