Großbritannien und Kanada haben auf der Weltklimakonferenz in Bonn eine Anti-Kohle-Allianz vorgestellt. Dem Bündnis Global Alliance to Power Past Coal gehören weitere Länder sowie Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen an, die allesamt für einen zügigen Ausstieg aus der Kohleverstromung plädieren. Dies sei einer der "wichtigsten Schritte", die Länder unternehmen könnten, um die Vorgaben des Klimaabkommens von Paris zu erreichen, hieß es seitens der Initiatoren.

In Bonn wird noch bis Freitag über die Umsetzung des 2015 abgeschlossenen Abkommens verhandelt. Ziel ist, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Dafür, sagten Kanadas Umweltministerin Catherine McKenna und die britische Ministerin für Klimawandel und Industrie, Claire Perry, müssten die Industriestaaten bis 2030, der Rest der Welt bis 2050 aus der Kohleverstromung aussteigen.

"Peinlich für Deutschland"

Kohle liefert derzeit rund 40 Prozent der Energie weltweit; das dabei freigesetzte CO2 ist der wichtigste Faktor beim menschengemachten Treibhauseffekt. Die Anti-Kohle-Allianz will dazu beitragen, den Wandel hin zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen.

Bislang gehören dem Bündnis 20 Partner an; bis zur nächsten Weltklimakonferenz in Polen sollen es 50 werden. Darunter waren zuletzt auch Mexiko, Frankreich, Finnland, Neuseeland und Italien sowie US-Bundesstaaten, kanadische Provinzen und Unternehmen. Deutschland gehört bislang nicht dazu, was eine Reihe von Umweltschutzorganisationen kritisieren.

Michael Schäfer etwa, Vertreter der Umweltorganisation WWF, findet es "peinlich", dass sich die Bundesregierung nicht zu dieser Allianz bekennt. Zudem sei es "ökonomisch gefährlich: Denn die Kohle bremst in Deutschland Innovationen und Investitionen aus." Germanwatch-Geschäftsführer Christoph Bals fordert von der künftigen Bundesregierung "einen klaren Plan für einen sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohle". Der weltweite Abschied von der Kohle habe begonnen – "und Deutschland droht, den Anschluss zu verpassen".