US-Präsident Donald Trump hat zwei Naturschutzgebiete im US-Bundesstaat Utah um mehr als 5.000 Quadratkilometer verkleinert. Dazu unterschrieb er eine entsprechende Erklärung während eines Auftritts in Salt Lake City. Die Gegenden zählen zu den landschaftlich eindrucksvollsten in den USA.

Eine erste Reaktion folgte nur wenige Stunden später: Die Organisation Earthjustice reichte im Namen mehrerer anderer Gruppen Klage ein. Sie wollen sicherstellen, dass das Gebiet Grand Staircase-Escalante vollständig geschützt bleibt. Unter den Kritikern sind Umweltschützer, die die Natur vor intensivem Bergbau und der Suche nach Bodenschätzen schützen wollen, sowie Stämme der Navajo, die um ihre heiligen Stätten fürchten. Der streng religiöse Bundesstaat Utah wählt überwiegend republikanisch.

Trump revidiert Schutzmaßnahmen von Obama und Clinton

Trumps Entscheidung ist die erste in 50 Jahren, bei der ein Präsident den Schutz entsprechender Landregionen zurückgenommen hat. Das von seinem Vorgänger Barack Obama erlassene Schutzgebiet Bears Ears wird auf ein knappes Siebtel seiner bisherigen Fläche reduziert. Grand Staircase-Escalante, das bereits 1996 von Ex-Präsident Bill Clinton unter Schutz gestellt wurde, auf gut die Hälfte (von 7.770 auf 4.064 Quadratkilometer).

Trump sagte in einer Rede vor dem staatlichen Parlament, vergangene US-Regierungen hätten den Sinn und Zweck eines Bundesgesetzes zum Schutz von öffentlichen Gebieten "ernsthaft missbraucht". Seine Entscheidung bedeute, dass öffentliches Land der Öffentlichkeit des US-Staates wieder von Nutzen sein werde. In Grand Staircase-Escalante finden sich viele Fossilien von Dinosauriern, es ist reich an Kohlevorkommen.

Mehr Wanderwege? Mehr Bohrungen?

"Die Menschen in Utah sollen die Möglichkeit bekommen, wandern und jagen gehen zu können", sagte Trump in seiner Rede vor dem Parlament des Bundesstaats. Sie wüssten besser, was gut für ihr Land ist, als etwa Bürokraten im fernen Washington. 

Kritiker der Maßnahme widersprachen dem energisch. Es gehe um harte wirtschaftliche Interessen, vor allem um Bohrungen nach Bodenschätzen und Fracking. Der Schutz sei entscheidend, um erhebliche Einflüssen auf Umwelt und Landschaft zu verhindern. "Wir dürfen dieser Regierung nicht erlauben, den Schutz zurückzufahren, der über ein Jahrhundert aufgebaut wurde", heißt es in einer Mitteilung demokratischer Politiker.

Earthjustice argumentierte, der Präsident missbrauche seine Macht bei der Entscheidung. Er gefährde ein "Dinosaurier-Shangri-La", das voll mit Fossilien sei. Viele von ihnen liegen auf einem Plateau, unter dem eines der größten Kohlevorkommen des Landes zu finden ist. Dies könnte jetzt für den Bergbau geöffnet werden. Mit Blick auf das Naturschutzgebiet Bears Ears haben indigene Gruppen angekündigt, schon bald ebenfalls Klage gegen Trumps Verfügung einzureichen. Dort gibt es Tausende Artefakte der amerikanischen Ureinwohner.

Weitere Privatisierungen befürchtet

Naturschützer befürchten, Utah könnte erst der Anfang sein: Die nun verkleinerten Gebiete zählen zu insgesamt 27, deren Überprüfung Trump seinem Innenminister Ryan Zinke aufgetragen hatte. Barack Obama hatte in seiner Amtszeit große Gebiete, auch im Meer, unter Schutz stellen lassen. Seine Regierung wollte die ungezügelte Ausbeutung von Bodenschätzen mit ungewissen Folgen für die Umwelt verhindern.

Als Trump am Parlament in Salt Lake City ankam, hatten sich dort knapp 3.000 Menschen versammelt, um gegen die Verkleinerung der Parks zu protestieren. Sie riefen unter anderem "Nehmt ihn fest!", auf Schildern stand geschrieben: "Lass deine kleinen Hände von unserem öffentlichen Land!" Einige Gegendemonstranten kamen ebenfalls zusammen, um Trump zu unterstützen. Manche davon führten an, dass sie mögliche Bohrungen und Bergbau bevorzugten, weil das Arbeitsplätze schaffen könnte. Zu Beginn seiner Rede vor den Abgeordneten sagte Trump: "Weihnachten ist zurück, größer und besser als jemals zuvor."