Ozeane - Rettet die Meere! Ohne Meer kein Mensch. Wie wir die Zukunft der wichtigsten Ressource des Planeten gefährden

Im Pazifik schwimmt noch deutlich mehr Plastikmüll als bislang bekannt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift Scientific Reports. Demnach hat der größte Müllstrudel zwischen Hawaii und Kalifornien eine Fläche von rund 1,6 Millionen Quadratkilometern. Das ist mehr als vier Mal die Fläche Deutschlands.

Forscherinnen und Forscher aus den Niederlanden werteten Flugzeugbilder des sogenannten Great Pacific Garbage Patch aus und untersuchten mehr als eine Million Plastikproben aus dem Pazifik. So berechneten sie, dass die Müllhalde im Ozean sich über eine vier- bis 16-mal größere Fläche ausbreite als bisher angenommen. Der Strudel enthält nach den neuen Erkenntnissen mindestens 79.000 Tonnen Plastik.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass unter anderem der Tsunami in Japan im Jahr 2011 zur Ausbreitung des Plastikmülls beigetragen hat. Rund die Hälfte davon besteht laut der Studie aus alten Fischernetzen oder ähnlichem Material. Deshalb sei der Müll auch eine große Gefahr für Fische, Schildkröten und andere Meeresbewohner.

"Wir brauchen koordinierte internationale Anstrengungen und müssen die Art, wie wir Plastik nutzen, überdenken und neu gestalten", sagte der an der Studie beteiligte Meeresforscher Laurent Lebreton dem Guardian. "Die Zahlen sprechen für sich. Die Lage wird schlimmer, und wir müssen jetzt handeln."

Auf europäischer Ebene macht inzwischen Vizekommissionspräsident Frans Timmermans Druck auf die Industrie: "Unsere ganze Wirtschaft muss umgestaltet werden. Wir wollen dafür sorgen, dass alle Verpackungen in Europa im Jahr 2030 recyclingfähig sind", sagte er im ZDFzoom-Interview. Mögliche Maßnahmen, die derzeit debattiert werden, wie ein Plastikpfand oder Quotenregelungen, lehnen die Produzenten allerdings ab.

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Tüten mit Tücken

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Plastiktüten vermüllen Europa. Stoffbeutel oder Papiertaschen gelten als Alternativen. Doch wie ökologisch sind sie wirklich?

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Auslaufmodell kostenlose Tüte

Seit dem 1. Juli 2016 gibt es Plastiktüten kaum noch umsonst, um die Umwelt zu schonen. Mehr als 240 Unternehmen in Deutschland haben sich verpflichtet, Tüten nur gegen Gebühr abzugeben.

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Was ist das Problem?

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Plastiktüten werden aus Polyethylen hergestellt, der Rohstoff dafür ist Erdöl. Sie halten mehrere Hundert Jahre lang. Das hat Folgen.

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Der Strand als Deponie

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Da sich Kunststoffe erst nach 500 Jahren zersetzen, wachsen überall Müllberge. Die Abbaustoffe belasten Böden und Gewässer.

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Sie müssen drei bis vier Mal wiederverwendet werden, um ökologisch besser zu sein als Plastiktüten. Sie sind also nicht per se besser. Ihre Zellstofffasern werden chemisch behandelt. Die Tüten müssen dick sein, um nicht zu reißen, wozu man viel Holz braucht. Weil Papier schwerer ist als Plastik, werden beim Transport mehr Emissionen freigesetzt.

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Besser als Naturfasern: Schon nach dreimaligem Wiederverwenden haben Kunststofftaschen eine bessere Umweltbilanz als Einwegtüten aus Neugranulat. Meist bestehen sie aus recyceltem Material von PET-Flaschen.

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