Wissen Sie eigentlich, wann Sie zuletzt gegen Tetanus geimpft wurden? Oder welche Impfungen heute für Sie und Ihre Familie nötig sind? Impfungen gehören zu den wirkungsvollsten Maßnahmen der Vorsorge vor schweren Infektionskrankheiten. Sie bieten den besten Schutz vor Infektionskrankheiten, nämlich gar nicht erst zu erkranken oder, wie etwa bei der Grippe, mit einem deutlich leichteren Krankheitsverlauf.

Aber dieser persönliche Schutz leistet noch mehr. Wenn genügend Menschen geimpft sind, schützt das auch die Allgemeinheit. Die Pocken konnten so ausgerottet und neue Epidemien anderer Erkrankungen können dadurch verhindert werden.

Die meisten Menschen würden sich auch bereitwillig impfen lassen, wenn sie es nicht immer schlichtweg vergessen würden oder die Angst vor Nebenwirkungen nicht wäre. Da es in den alten Bundesländern Deutschlands seit Anfang der 80er Jahre und in den neuen seit der Wiedervereinigung keine Impfpflicht mehr gibt, ist es die Aufgabe des Arztes, für einen ausreichenden Impfschutz seiner Patienten zu sorgen. Dies befreit aber nicht jeden einzelnen, sich mit dem Thema Impfen zu beschäftigen und selbst die Verantwortung für den eigenen Impfschutz und den der Familie zu übernehmen.


Impfen schützt

Dies offenbart ein Blick in die Vergangenheit. Anfang des 19. Jahrhunderts forderte eine Grippe-Pandemie weltweit 20 Millionen Todesopfer. Unter einer Pandemie versteht man übrigens eine auf große Gebiete (Länder und ganze Kontinente) übergreifende Seuche (Epidemie). Etwa zur gleichen Zeit starben in Deutschland an den Kinderkrankheiten Diphtherie, Keuchhusten und Scharlach 65.000 Kinder.

Wie erfolgreich Impfungen sind, belegen die Zahlen der Kinderlähmung. Erkrankten 1961 noch 5000 Deutsche daran, nahmen die Zahlen dank einer großen Impfkampagne drastisch ab. Erst in den letzten Jahren tritt die Erkrankung auch in Europa wieder vermehrt auf. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) begründet dies durch den fehlenden Impfschutz. Erklärtes Ziel der WHO ist es, solche Infektionskrankheiten auszurotten.

Der Blick in die Zukunft zeigt, dass Impfungen vorerst nicht an Bedeutung verlieren. In den letzten 20 Jahren sind weltweit mindestens 30 neue Erreger beziehungsweise Infektionskrankheiten entdeckt worden – bekanntestes Beispiel: HIV. Fieberhaft wird seitdem nach wirksamen Medikamenten und Impfstoffen geforscht.

Nur gut informiert kann jeder für sich selbst entscheiden, ob und wogegen er sich impfen lassen möchte. Informieren Sie sich hier "

Eine wichtige Informationsquelle ist und bleibt hier natürlich auch der Arzt.

Autorin: Dr. Susanne Holthausen