Tomaten Lange kritisch beäugt und doch gesund: Ketchup

Ja, wer hätte das gedacht – Ketchup ist gesund. Und nicht nur das. Die rote Soße ist ein wahrer Jungbrunnen und schützt vor so manchen Krankheiten. Wer täglich Tomatenprodukte isst oder trinkt, tut seiner Gesundheit etwas Gutes, so Professor Venket Rao von der Medizinischen Fakultät der Universität in Toronto. Der in Ketchup und Tomatensoße reichlich enthaltene Stoff Lycopin wirkt als Oxidationshemmer und schützt so vor Krebs und schneller Alterung

Wer täglich Tomatenprodukte isst, tut seiner Gesundheit etwas Gutes. Verantwortlich ist der rote Farbstoff Lycopin, der ähnlich wie das bekanntere Betacarotin zu der Gruppe der Carotinoide zählt. Es entfaltet im menschlichen Organismus ausgeprägte antioxidative und zellschützende Eigenschaften. Dadurch schützt es den Organismus nicht nur vor vorzeitiger Alterung, sondern verringert auch das Risiko für Herzinfarkt und Prostatakrebs. Mehrere neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Ernährung mit Tomaten und Tomatenprodukten das Risiko, an einigen Krebsarten zu erkranken, entscheidend verringert und tatsächlich helfen kann, Prostatakrebs vorzubeugen. Omer Kucuk, Professor der Medizin und Onkologie am Krebsforschungsinstitut „Karmanos Cancer Institute" in Detroit, Michigan, hat bei seinen Forschungsarbeiten herausgefunden, welch positive Wirkung Lycopin auf Patienten mit bestehendem Prostatakrebs hat.

Es zeigte sich, dass Patienten, die ihre Nahrung mit Lycopin ergänzten, nur kleinere Tumore entwickelten, die auch eher auf die Prostata begrenzt blieben. Außerdem wiesen die Tumore bei Patienten, die das natürliche Lycopin einnahmen, sogar Anzeichen von Rückbildung und abnehmender Bösartigkeit auf.

Nun wird immer behauptet, die Konzentration der gesunden Stoffe erhält sich am besten im rohen Zustand. Falsch – zumindest in diesem Fall. Die Wirkung des Lycopins ist in Tomatensoßen und Ketchup deutlich intensiver als in rohen Früchten, denn durch das Erhitzen werden die Zellhüllen aufgebrochen und das freigesetzte Lycopin kann vom Körper besser aufgenommen werden. Im Sinne Ihrer Gesundheit sollten Sie deshalb regelmäßig Nudeln mit Tomatensoße essen und auch mit Ketchup nicht geizen.

Lycopin, der zu den Antioxidans zählt, kann auch als Sonnenschutz von innen angesehen werden. Unsere Haut ist besonders Strahlen und chemischen Reizen ausgesetzt. Sie muss sich daher auch in besonderem Maße durch Abwehrreaktionen, Pigmente und ständige Erneuerung gegen bleibende Schäden und Fehlfunktionen der Zellen schützen. Je älter wir werden, desto langsamer geht diese Erneuerung und Reparatur vor sich. Lycopin – so Mediziner – hat die seltene Fähigkeit, solche schädigenden Einflüsse von vornherein zu verhindern und die Alterung der Haut zu verlangsamen. Zum einen ist es bei ausreichender Versorgung gerade im Unterhautgewebe in besonderem Maße vorhanden und der Körper setzt es vor anderen Carotinoiden zum Schutz gegen Strahlen ein. Zum anderen gilt es unter den Carotinoiden als besonders dauerhaft wirksam gegen Sauerstoffradikale und Strahlenschäden. Es ist gewissermaßen ein Sonnenschutz von innen. Also schön Tomaten essen, bevor es in den Urlaub geht. Wem Tomaten auf die Dauer zu fad sind, kann Lycopin auch in der rosafarbene Grapefruit, der Wassermelone und der Guave finden.

 
  • Serie wohlfuehlen
  • Quelle © ZEIT.de 2003
  • Versenden E-Mail verschicken
  • Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
  • Artikel Drucken Druckversion | PDF
  • Artikel-Tools präsentiert von:

Service