Kissenfüllungen Körner, Kastanien, Kirschkerne

Natur-Kissen sollen gegen die unterschiedlichsten Beschwerden helfen: Migräne, Verstauchung, Zahnschmerzen, Regelschmerzen...

Körner im Bett – das hat doch schon bei der „Prinzessin auf der Erbse“ nicht funktioniert: Sie verbrachte eine grauenvolle und ungemütliche Nacht in einem Bett, unter dessen Matratze eine Erbse gesteckt wurde. Nun soll man auf Kirschkern- oder Dinkelkissen schlafen, dabei geht doch nichts über ein schönes Daunenkissen. Wer gesund sein will muss leiden - oder schläft es sich vielleicht doch ganz gut?

Kirschkernkissen bieten den Ersatz bei Allergien gegen Korn jeglicher Art. Ihnen wird ihr Massage-Effekt, die formgerechte Anpassung an die Halswirbelsäule und eine schmerzlindernde Wirkung zugesprochen. Kastanienkissen-Verkäufer berufen sich auf den Aberglauben, dass die Kastanie in der Hosentasche vor Rheuma schütze – warum also nicht ein paar mehr in einem Kissen?

Ein paar Minuten in der Mikrowelle oder im Backofen erhitzt, kann man das Körnerkissen als „Naturwärmflasche“ auf die zu behandelnde Stelle legen. Eine halbe Stunde in die Tiefkühlung und bei Prellungen und Zerrungen funktioniert es als Kühlkissen. Die Wärme oder Kälte lässt jedoch schnell wieder nach, deswegen eignen sich elektrische Wärmekissen, bei denen sich Temperatur und Zeit genau einstellen lassen, oder Gelkissen besser für den speziellen Gebrauch der Kühlung oder Erwärmung.

Fernost bedient man sich ganz anderer Materialien: Magnetische Metallteile, um besser denken zu können oder Holzstückchen für mehr Entspannung. Irrelevant, was man nun einfüllt, für das bequeme Schlafen ist die Menge ausschlaggebend – jeder muss selbst entscheiden, auf wie viel er am besten liegt und sich dementsprechend sein Exemplar füllen lassen. Bevor man sich sein Kissen aber ununterbrochen auffüllen und leeren lässt, mit der Hoffnung, irgendwann seine persönliche optimale Menge zu finden, greift man am besten wieder nach dem guten alten Daunenkissen. Wer trotzdem an die Wirkungen glaubt, dem helfen auch Kastanien auf dem Nachttisch und ein Körnerbrot mit einem Kirschsaft zum Abendessen.

 
  • Serie wohlfuehlen
  • Quelle © ZEIT.de 27/2003
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