Aber nicht nur die Stimmung ist "im Keller". Wetterfühligkeit kann sich auch durch Kopfschmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Gereiztheit, Schwindel oder Narbenschmerzen äußern. Das zeigt eine Befragung, die das Institut für Arbeits- und Umweltmedizin der Universität München in Deutschland mit dem Institut für Demoskopie Allensbach durchgeführt hat. Dabei wurden über 1000 Bundesbürger befragt, die unter Wettereinflüssen leiden.
Hinzu kommen die Belastungen des Organismus durch hohe Ozonkonzentrationen, die UV-Strahlung und den Pollenflug, die im Zusammenhang mit dem so genannten Biowetter gesehen werden.

Noch fehlen der Forschung handfeste Beweise
Seit Jahren rätselt die Wissenschaft an diesen Phänomenen und versucht die klassischen, messbaren meteorologischen Elemente mit den Schwankungen des menschlichen Befindens oder mit Krankheiten in einen Zusammenhang zu stellen. Dazu gehören zum Beispiel Luftdruck, Temperatur, Windstärke, Feuchte, Niederschlagsmenge und Bewölkungsgrad. Bisher gibt es jedoch noch keine gesicherten Ergebnisse.

Aus diesem Grund gilt die Wirkung des gesamten Wetterkomplexes auf den menschlichen Organismus zwar vielfach noch als spekulativ, ist deshalb jedoch nicht weniger interessant. Denn Meteorologen, Mediziner, Psychologen und Physiker sind fieberhaft auf der Suche nach dem so genannten "Faktor X". Das ist diejenige Größe, die nachweisbar eine biologische Wirkung des Wetters auf den Körper hat. Eine Schlüsselrolle dabei sollen Druckschwankungen und elektromagnetische Felder - so genannte "Sferics" - spielen. Auch ein Reflex, der durch das Wetter in der Halsschlagader ausgelöst wird, steht im Blickpunkt.


Vielen Menschen macht der Luftdruck besonders zu schaffen
"Druckschwankungen sind für einen unempfindlichen Menschen überhaupt kein Problem", erläutert Diplom-Meteorologin Dr. Katja Horneffer, ZDF-Wetterredakteurin. "Wetterfühlige und wetterempfindliche Personen dagegen leiden, wenn sich der Luftdruck rasch ändert, zum Beispiel weil ein Sturm über uns hinwegbraust.

Der Puls und der Blutdruck können beeinflusst werden. Da der Luftdruck sich schon ändert, lange bevor am Himmel die ersten Anzeichen für einen Wetterwechsel zu sehen sind, machen Wetterfühlige daher oft verlässliche Wettervorhersagen." Statistiken der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege haben gezeigt, dass beim Anzug eines Tiefdruckgebietes bis zu zehn Prozent mehr Arbeits- und Betriebsunfälle passieren.

Dass Wetterfühligkeit keinesfalls ein "Fantasieprodukt" ist, zeigte auch Professor Dr. Dieter Vaitl vom Institut für klinische und physiologische Psychologie der Universität Gießen. Er wies nach, dass wetterfühlige Menschen besonders empfindlich auf unsichtbare elektrische Entladungen reagieren, wie sie bei Wetterveränderungen auftreten. "Diese Entladungen oder Sferics bauen elektromagnetische Felder auf, die die elektrische Aktivität des Gehirns beeinflussen", erläutert Professor Dr. Vaitl.

Mediziner bezeichnen gesunde Menschen im Allgemeinen als wetterfühlig, wenn bestimmte Wetterlagen bei ihnen zu Störungen der Befindlichkeit führen. Symptome sind zum Beispiel Kopfschmerzen bei Tiefdruck oder Gereiztheit bei schwülwarmer Witterung. Weitere Einflüsse, die Wetterfühligkeit verstärken können, sind zum Beispiel auch eine Fehlernährung, Bewegungsmangel und Dauerstress.

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Autor: Peter Teschke