ZEIT Geschichte 02/09 Welche Wandlung!Seite 5/5
Was?
Birthler: Die meisten Sorgen sind nicht neu: Wir Menschen zerstören unsere natürliche Umwelt. Armut hindert viele Menschen daran, selbstbewusste und aktive Bürgerinnen und Bürger zu sein. Ich habe Angst vor Gewalt, vor Kriegen, vor Unrecht. Und ich hoffe, dass unsere Gesellschaft auch in Krisenzeiten Freiheit und Demokratie höher schätzt als alles andere.
Schorlemmer: Das sehe ich anders. Wir haben erlebt, wie eine überregulierte Gesellschaft ökonomisch, menschlich, politisch, moralisch gescheitert ist. Wir haben jetzt eine Form von Deregulierung, die am Scheitern ist. Wir müssen schauen, welche Alternative besteht. Ich habe es in der Welt, in der wir heute leben, ganz gut und viele andere auch. Aber es gibt auch Leute, die sind an dem System verzweifelt, die kriegen Wut, weil sie zu den Verlieren gehören. Es gibt einen Ideologiewechsel vom Marxismus zum Marktismus.
Christoph Dieckmann, Jahrgang 1956, studierte Theologie an den kirchlichen Hochschulen in Leipzig und Ost-Berlin. Danach war er Vikar und Öffentlichkeitsreferent des Ostberliner Ökumenisch-Missionarischen Zentrums. 1991 kam er zur ZEIT. Den 4. November 1989 verbrachte Dieckmann auf dem Alexanderplatz. Tags darauf durfte er seine erste kirchliche Dienstreise in die Schweiz antreten und verschlief den Mauerfall in Genf
- Datum 04.09.2009 - 17:14 Uhr
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