Weltwirtschaftskrisen Chronik der KrisenSeite 4/4
Nach der Lehman-Pleite wird aus der Finanz- eine Wirtschaftskrise. Der Kreditmarkt ist wie gelähmt, weil sich die Banken untereinander kein Geld mehr leihen. Die amerikanische Zentralbank senkt die Zinsen daraufhin faktisch auf null, aber auch damit kann sie die weltweite Rezession nicht verhindern. Der Welthandel bricht ein, die Zahl der Arbeitslosen steigt. Ganze Staaten stehen vor dem Finanzkollaps. Die Krise legt zudem Fehlentwicklungen des globalen Kapitalismus offen: das gigantische Haushaltsdefizit der USA, die Überproduktion der Autoindustrie, die deutsche Exportabhängigkeit.
Die Industriestaaten entschließen sich zu einem koordinierten Vorgehen, um eine Deflation sowie eine lang anhaltende Depression zu verhindern. Sie pumpen mindestens 5 Billionen Dollar in Konjunkturprogramme sowie in Finanzhilfen für die Entwicklungsländer, und sie verstaatlichen Banken. Dafür erhöhen sie die Staatsschulden in bislang nicht gekanntem Ausmaß – die New Yorker Schuldenuhr hat eine Stelle zu wenig, um das wachsende Defizit überhaupt noch anzuzeigen. Optimisten sprechen nun über das baldige Ende der Krise, die Pessimisten hingegen über den demnächst endgültigen Zusammenbruch des Kapitalismus.
- Datum 04.09.2009 - 16:43 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | 4 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 26.08.2009 Nr. 03
- Kommentare 2
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






Ich sehe mich nicht als Pessimist, wenn ich darauf hoffe, dass der Kapitalismus sich selbst ad absurdum führt, eher als Optimist. Der Kapitalismus ist ein Paradoxon wie es im Buche steht und wird sich zwangsläufig über kurz oder lang in Wohlgefallen auflösen. Wie diese grobe Übersicht zeigt ist es jedes Mal, auch wenn jedesmal andere Auslöser vorhanden waren, der Aktienmarkt, sprich fiktive Werte die zerbröseln, der die Wirtschaft in die Krise stürzt. Der in meinen Augen schon kriminelle Handel mit Krediten auf gefälschten Immobilienwerten, der die letzte Krise verursachte setzt dem ganzen nur die Krone auf.
Ein weiterer Punkt der das ganze System ad absurdum führt sind die Regierungen, die immer neue Kredite in Milliardenhöhe aufnehmen ohne die Möglichkeit, diese jemals begleichen zu können, jo sogar die Zinsen und Zinseszinsen die Staatshaushalte mittlerweile auffressen.
Auf Grundlage dieses Geschäftsmodells muss das ganze irgendwann in sich selbst zusammenbrechen.
Wir können dann nur hoffen endlich ein Wirtschaftssystem einführen zu können, welches wirklich stabil, fair und dauerhafter sein wird als die aktuelle Marktwirtschaft mit welchem Präfix auch immer man sie nennt, sozial ist sie jedenfalls schon lange nicht mehr, dem allein schon widerspricht die Definition des Kapitalismus.
In der Hoffnung auf bessere Zeiten.
Shit Happens
Den Kapitalismus dort werken lassen, wo er gut funktioniert und dafür verschiedene Sektoren dem Markt entziehen, wo er nur regelmässig volkswirtschaftlich schwersten Schaden anrichtet?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren