Das politische Erbe Im Namen des Vaters
Von Lenin über Stalin bis zu Mao und den kommunistischen Regimen der »Dritten Welt«: Die politische Wirkungsgeschichte von Marx’ Werken ist eine Geschichte blutiger Missverständnisse
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Kommunistische Dreifaltigkeit: Marx, Engels und Lenin auf einem Riesenbanner auf einer Kundgebung der pro-kommunistischen Äthiopischen Arbeiter Partei - Addis Abeba, Äthiopien 1987
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – dieser Dreiklang der Französischen Revolution bildete für Marx den Ausgangspunkt seines revolutionären Strebens. Wahrhaft frei, schreibt Marx, seien nach 1789 allerdings nur die Besitzer von Produktionsmitteln geworden. Die Lohnarbeiter hingegen, die einzig über ihre auf dem Markt anzubietende Arbeitskraft verfügten, seien abhängig geblieben. Befreit werden könnten sie nur durch eine Überwindung des Kapitalismus.
Proletarische Revolution im internationalen Maßstab, Diktatur des Proletariats, Enteignung der kapitalistischen Unternehmer – so lautet der Dreiklang, den Marx’ politische Gefolgsleute und selbst ernannte Erben aus dessen Werk rezipiert haben. In der politischen Praxis verkehrte sich Marx’ prophetisches Befreiungsideal dabei mitunter in sein Gegenteil und mündete in Unfreiheit und Terror. Die Folge einer bloß selektiven und fehlgeleiteten Marx-Rezeption? Oder ist, was unter Lenin, unter Stalin und unter Mao geschah, schon vorgezeichnet in Marx’ Werken?
I. Karl Marx und die Revolution
Die konkrete Gestalt der »Diktatur des Proletariats« oder die Art der zu schaffenden Wirtschaftsordnung ist bei Marx nicht näher beschrieben. In groben Zügen aber hat er die von ihm angestrebte »wirkliche« Befreiung des Menschen schon in seiner Schrift Zur Judenfrage von 1843 skizziert: »Erst wenn der wirkliche, individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger in sich zurücknimmt und als individueller Mensch, in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen Verhältnissen Gattungswesen geworden ist, erst wenn der Mensch seine ›forces propres‹ [eigenen Kräfte] als gesellschaftliche Kräfte erkannt und organisiert hat und daher die gesellschaftliche Kraft nicht mehr in der Gestalt der politischen Kraft von sich trennt, erst dann ist die menschliche Emanzipation vollbracht.«
Den Rahmen, in dem sich diese Emanzipation vollziehen soll, beschreibt Marx in Abgrenzung zu 1789: Die bürgerliche Revolution vollzog sich auf dem Boden eines souveränen Nationalstaates; die von Marx als notwendig erachtete Revolution soll hingegen auf internationaler Ebene von einem internationalen Subjekt realisiert werden.
Dieses historische Subjekt konnte in seinen Augen nur das internationale Proletariat sein. Die Formulierung »Die Proletarier haben kein Vaterland« kennzeichnet zutreffend die soziale Lage der Arbeiter, denn im Rahmen des vom Kapitalismus geschaffenen Weltmarktes – den Marx schon 1857 im Prinzip als verwirklicht ansah – ist diese Lage überall die gleiche und zwingt die Arbeitssuchenden immer wieder, die Grenzen ihres Heimatlandes zu überschreiten.
Das Bewusstsein der Arbeiter in den entwickelten Industriegesellschaften entsprach allerdings, wie Marx wohl wusste, keineswegs schon der Rolle, die er dem internationalen Industrieproletariat zugedacht hatte. Als Einzelne und mithilfe ihrer Organisationen strebten die Arbeiter lediglich nach besseren Lohn- und Arbeitsverhältnissen. Sie mussten erst noch »von der Dieselbigkeit ihrer Interessen zum Bewusstsein der Gemeinsamkeit ihrer politischen Ziele« gelangen, um dann »die Notwendigkeit ihres Zusammenschlusses zu einer handlungsfähigen politischen Partei zu erkennen«.
Diese von Marx erhoffte und erwartete Entwicklung einer revolutionären Partei wurde schon in den letzten Dekaden des 19. Jahrhunderts durch die beschwichtigend wirkenden Sozialgesetzgebungen der Regierungen unterlaufen, in England zum Beispiel durch die Festlegung der maximalen täglichen Arbeitszeit auf zehn Stunden. Später – mit steigenden Löhnen – kam die zunehmende Konkurrenz der Arbeiter als Konsumenten hinzu: Konkurrierende Konsumenten sind außerstande, sich als solidarische Revolutionäre zu verstehen. In einer seiner frühen Arbeiten hat Marx dazu einmal erklärt, dass Kapitalisten wie Lohnarbeiter »entfremdet« leben und dass die Proletarier in diesem Zustand nicht schon Subjekte einer besseren Gesellschaft werden können. Diese Verwandlung könne sich erst als dialektischer Prozess in der Revolution und durch die Revolution vollziehen, wie Marx 1844 in Die deutsche Ideologie darlegt: »Zur massenhaften Erzeugung dieses kommunistischen Bewusstseins wie zur Durchsetzung der Sache selbst [ist] eine massenhafte Veränderung der Menschen selbst [...] nötig [...], die nur in [...] einer Revolution vor sich gehen kann [...]. Nur in einer Revolution kann die stürzende Klasse dahin kommen, sich den ganzen alten Dreck vom Hals zu schaffen.«
II. Von der Oktoberrevolution zu Stalin
Der Erste Weltkrieg löste in einer Reihe von Staaten revolutionäre Bewegungen aus. In Deutschland scheiterte der Versuch einer kommunistischen Revolution allerdings ebenso wie in zahlreichen anderen europäischen Ländern. Nur im zaristischen Russland gelang der Umsturz: Unter der Anleitung von Wladimir Iljitsch Lenin und Lew Trotzkij kam es im Oktober 1917 – mit einer überlegten Strategie – zu einer proletarischen Revolution.
Anstelle des winzig kleinen Industrieproletariats setzte sich dabei die selbst ernannte »Avantgarde der Arbeiterklasse« – und damit de facto Lenin selbst – an die Spitze eines Aufstands. Die Revolutionäre forderten die sofortige Beendigung des Krieges und die Aufteilung des Großgrundbesitzes unter den armen Bauern – Forderungen, die zwar nicht marxistisch, wohl aber revolutionsstrategisch begründet werden konnten, denn sie sicherten Lenins Partei den Rückhalt in der Bevölkerung.
Die deutsche Sozialdemokratin und spätere KPD-Mitbegründerin Rosa Luxemburg hatte sich schon früh kritisch zu Lenins Auffassung der Avantgardepartei geäußert. In der SPD-Zeitschrift Neue Zeit veröffentlichte sie bereits 1904 den Artikel Organisationsfragen der russischen Sozialdemokratie. Lenins Konzept der »Übertragung der Alleinherrschaft der Partei auf eine Zentralgewalt« sei für die Mobilisierung und Führung einer sozialistischen Arbeiterpartei schädlich, weil sie »die schöpferischen Akte des experimentierenden, elementaren Klassenkampfes« verhindere, schrieb sie darin. Geradezu grotesk erschien es ihr, dass Lenin wortwörtlich den »Bürokratismus« im Gegensatz zu innerparteilicher Demokratie als »Organisationsprinzip der revolutionären Sozialdemokratie« bezeichnete. In ihrer Schrift Zur russischen Revolution heißt es: »Die Aufgabe des Proletariats, wenn es zur Macht gelangt, ist, an die Stelle der bürgerlichen Demokratie eine sozialistische Demokratie zu schaffen, nicht jegliche Demokratie abzuschaffen.« Als besonders gefährlich aber erachtete es Rosa Luxemburg, wenn die in Russland »dem Proletariat aufgezwungene Taktik nunmehr in allen Stücken fixiert und dem internationalen Proletariat zur Nachahmung empfohlen« werde. Niemand hat das so früh schon so klar gesehen wie sie.
Der weitere Gang der Ereignisse hätte sie in ihren Befürchtungen aufs Schlimmste bestätigt. So entwickelte, nachdem Lenins Hoffnung auf eine internationale Ausbreitung der Revolution enttäuscht worden war, Josef Stalin den Plan vom »Aufbau des Sozialismus in einem Lande«. Die von ihm begründete politische Theorie wurde Marxismus-Leninismus genannt. Die Führung der Monopolpartei, die keine andere neben sich duldete, wurde so durch eine als wissenschaftlich deklarierte verbindliche Weltanschauung abgesichert. »Der dialektische Materialismus ist allmächtig, weil er wahr ist«, und die Führung sei legitim, weil sie sich auf ihn stütze. Die politische Ordnung der nachrevolutionären Gesellschaft galt als »Diktatur des Proletariats«, die – nach Lenin – »die Organisation der Vorhut der Unterdrückten zur herrschenden Klasse zwecks Niederhaltung der Ausbeuter« war. An die Stelle einer herrschenden Klasse trat also praktisch die Avantgardepartei.
Diese Monopolherrschaft praktizierte Stalin wohl am deutlichsten bei der Revolution der Landwirtschaft, die er offenherzig eine »Revolution von oben« nannte, angeblich »mit Unterstützung der Hauptmassen der Bauernschaft«. In Wirklichkeit war die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft von 1928 bis 1932 mit brutalen Repressionen und Millionen von Toten verbunden. Das längerfristige Ziel wurde so mit größter Rücksichtslosigkeit erreicht: die beschleunigte Industrialisierung des rückständigen Landes. Mit Marx hatte das nicht mehr im Entferntesten zu tun.
Ebenso wenig entsprachen die zahlreichen kommunistischen Gesellschaften, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Osteuropa entstanden, Marx’ Utopie einer freien Gesellschaft. Überall trat an die Stelle kritischer Analysen der sozialen und politischen Verhältnisse (so wie Marx sie gefordert hätte) eine als wissenschaftlich deklarierte Ideologie, mit deren Hilfe sich machtbewusste Führer an die Spitze autoritärer Staaten setzten: eine Entwicklung, die nur aus dem Erbe Lenins und dessen systematischer Dogmatisierung unter Stalin heraus zu verstehen ist.
Auch die antikolonialen, antiamerikanischen und antieuropäischen Befreiungsbewegungen in Asien, Südamerika und Afrika standen unter dem Einfluss des Marxismus-Leninismus Stalinscher Prägung. Vorrangig ging es ihnen um die Errichtung politisch wie ökonomisch souveräner Staaten, deren Spitze in der Regel die Führer straff organisierter Parteien oder Partisanenbewegungen besetzten. Im Klima des Kalten Krieges suchten sie sich internationale Unterstützung vonseiten der Sowjetunion, womit meist eine mehr oder weniger oberflächliche Übernahme der orthodoxen marxistisch-leninistischen Ideologie einherging.
III. Der chinesische Weg
Der größte politisch erfolgreiche Marxist – oder richtiger: Leninist – nach 1917 war gleichwohl nicht Stalin, sondern Mao Tse-tung, der 1949 die Volksrepublik China unter der Herrschaft der Kommunistischen Partei schuf.
Während die Oktoberrevolution als proletarische Revolution im zeitweiligen Bündnis mit den landlosen russischen Bauern zustande kam, knüpfte Mao eine dauerhafte Verbindung der Kommunistischen Partei mit Arbeitern, armen Bauern und mit Teilen der Mittelbauern, der nationalen Bourgeoisie und der revolutionären Intellektuellen – eine Strategie, die seine diktatorische, mit brutaler Gewalt ausgeübte Macht über Jahrzehnte sicherte. Gescheitert ist Mao hingegen mit seinem Versuch, die Sowjetunion in den Jahren 1958 und 1959 mit einem »Großen Sprung nach vorn« wirtschaftlich zu überholen. Infolge der autoritär eingeleiteten Industrialisierung des flachen Landes (unter anderem durch den Bau kleiner Hochöfen zur Eisengewinnung, verstreut auf landwirtschaftliche Betriebe) verhungerten Millionen von Menschen.
Unter den Kritikern dieses größenwahnsinnigen Unternehmens tat sich Deng Xiaoping hervor, der zu den ältesten Mitstreitern Maos und zu den Teilnehmern am berühmten Langen Marsch gehörte. Nach seinem Studium in Paris wurde Deng von 1955 an zu einer der führenden Personen an der Spitze der KPCh. Dennoch erlitt er mehrere Rückschläge bei seinem Versuch, einen Politikwechsel herbeizuführen, vor allem während der sogenannten Kulturrevolution 1966 bis 1969, in der abermals mehrere Millionen Menschen ermordet wurden und in der Mao seine bedrohte Führungsposition durch die Mobilisierung der Jugend zu festigen suchte. Erst zwischen 1977 und 1979 gelang es Deng Xiaoping, eine radikale Wendung in Richtung auf freie Märkte und unternehmerische Eigentätigkeit durchzusetzen.
Die Folgen waren ein großes Wirtschaftswachstum, allerdings auch zunehmende soziale Gegensätze zwischen einer neuen Oberschicht und den Massen Armer, die meist als Wanderarbeiter von den agrarischen Gebieten in die Industriezentren strömten. Während in der Kulturrevolution die chinesische philosophisch-kulturelle Tradition radikal verurteilt worden war, kam jetzt namentlich der Konfuzianismus wieder zu Ansehen. Seine Forderung nach sozialer Harmonie leistete als Mittel zur Entschärfung sozialer Konflikte gute Dienste. Bis heute vertreten einige kommunistische Theoretiker in China eine Mischung von Marxismus und Konfuzianismus.
Die von Deng Xiaoping eingeleitete Wendung zur marktwirtschaftlichen und realiter kapitalistischen Entwicklung Chinas unter politischer Führung könnte indes auch durch Berufung auf Marx gerechtfertigt werden: Die unabdingbare Voraussetzung der Verwirklichung einer sozialistischen Gesellschaft war für ihn eine weit fortgeschrittene industrielle Entwicklung, die nur durch die immense Dynamik der kapitalistischen Produktionsweise zustande gebracht werden könne. Das Beispiel der Sowjetunion zeigt, dass eine staatliche Planökonomie das nicht im selben Maße zu leisten vermochte. Einstweilen zögern chinesische Kommunisten aber noch, sich solchermaßen auf den »realistischen« Marx zu berufen. Vielleicht weil dann der Umweg über die Errichtung eines staatssozialistischen Landes nach 1949 und das große Verdienst Mao Tse-tungs, der nach wie vor glorifiziert wird, nicht mehr gerechtfertigt werden könnten.
IV. Die Revolutionen und Karl Marx
Der Blick auf die Geschichte der kommunistischen Regime von Russland bis China und von Kuba bis Vietnam zeigt, dass in keinem einzigen dieser durchweg ökonomisch rückständigen Länder die beiden entscheidenden Punkte der Marxschen Revolutionsprognose erfüllt waren: dass sich die Revolution in entwickelten Industriegesellschaften und in einem internationalen Zusammenhang ereignen würde. Die Paradoxie der realen historischen Entwicklung bestand darin, dass fast überall eine sich proletarisch nennende Revolution und die Herrschaft einer Monopolpartei dazu genutzt wurden, durch eine technokratische und bürokratische Planökonomie eine Industriegesellschaft überhaupt erst zu entwickeln. Lenin hat dieses Vorgehen 1923 in seiner Schrift Über unsere Revolution explizit gefordert und den Einwand, eine sozialistische Revolution sei in einem kulturell rückständigen Land nicht möglich, mit den Worten zurückgewiesen: »Wenn zur Schaffung des Sozialismus ein bestimmtes Kulturniveau notwendig ist [...], warum sollten wir also nicht damit anfangen, auf revolutionärem Wege die Voraussetzung für dieses bestimmte Niveau zu erringen, und dann erst [...] vorwärtsschreiten und die anderen Völker einholen?« Klarer kann der Unterschied zwischen der von Marx und der von Lenin konzipierten Revolution nicht formuliert werden.
Marx, und noch nachdrücklicher Engels, war überzeugt, eine wissenschaftliche Theorie der Entwicklung moderner Industriegesellschaften formuliert zu haben. Diese Überzeugung haben Lenin und seine Nachfolger übernommen, ohne indes die kritischen Aspekte der Marxschen Theorie erkannt zu haben. Vor allem übersahen sie so gut wie vollständig die von Marx erkannte und analysierte Progressivität der kapitalistischen Wirtschaftsweise und deren ausschlaggebende Bedeutung für den zu schaffenden Sozialismus.
Eine gewisse Mitverantwortung der Marxschen Theorie für die totalitären Systeme, die sich auf sie beriefen, liegt höchstens darin, dass Marx für die nachrevolutionäre Gesellschaft keinerlei verbindliche politische Form vorgesehen hat. Seine utopische Prognose besagte stattdessen, dass eine politische Ordnung, ein Staat nicht mehr notwendig sei, weil die befreiten Menschen im höheren Stadium der postrevolutionären Gesellschaft sich spontan sozial zueinander verhalten würden. Diese Annahme, dass soziale Konflikte in einer Gesellschaft nur dann entstehen, wenn es Privateigentum an Produktionsmitteln gibt, war sein vermutlich größter Irrtum.
Iring Fetscher, Jahrgang 1922, hat bis zu seiner Emeritierung 1987 Politikwissenschaft an der Universität Frankfurt gelehrt. Seit den fünfziger Jahren hat er zahlreiche Monografien zu Karl Marx und zur Geschichte des Marxismus veröffentlicht
- Datum 03.09.2009 - 15:43 Uhr
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- Quelle ZEIT Geschichte, 26.08.2009 Nr. 03
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Sehr interessante Gedanken ! Mir ist so etwas ähnliches auch schon in den Sinn gekommen:
Marx war in Grunde eher ein Prophet der Kapitalismus als der "Marxismus"
Er hat den Begriff Kapitalismus geprägt und erfunden in einer Zeit, in der die Zeitgenossen überhaupt keinen Schimmer davon hatten, was gerade entsteht, oder entstehen wird. Er entdeckte die Begriffe Kapital und Arbeit in einer Zeit in der die Welt von Fürsten regiert wurden, in denen die meisten Menschen immer noch in feudalen Strukturen oder städtischen Zünften lebten. In der Morgendämmerung erschienen im Zwielicht die neuen Strukturen, wo unternehmerische Aktivitäten Geld sammelten und mit den Dampfmaschinen und mechanischen Webstühlen einst die Welt auf den Kopf stellen sollten.
Ich habe mich oft gefragt, wie Marx trotz dieser brillanten Analyse seiner Gegenwart so unklar war mit der Beschreibung dessen, was nach der Diktatur des Proletariats kommen sollten. Ich glaube, er hat einfach nicht mit dem großen und schnellen Erfolg seiner Ideen gerechnet, und hat das vertagt, oder hatte keine Zeit mehr. Eigentlich unverantwortlich: einerseits gute Analyse der Fakten, dann aber erratische Prognosen und am Ende eine Utopie, es werde schon alles gut in der klassenlosen Gesellschaft. Sehr fatal... Vielleicht dachte er als Hegelianer, dass sich ein System von selbst optimiere ?
Keine Ahnung...
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