Worte als Widerstand Das Wort als Waffe
Flugblätter und Klebezettel, handgeschriebene Protestpostkarten, gefälschte Papiere und Zeitungen im Miniaturformat: Wie die Gegner des NS-Regimes Verfolgten das Leben retteten und die Deutschen zum Widerstand aufriefen
Das letzte Flugblatt
Am 18. Februar 1943 verteilen Hans und Sophie Scholl mehr als hundert Exemplare des sechsten und letzten Flugblattes der Widerstandsgruppe die Weiße Rose im Lichthof der Münchner Universität. In dem darauf gedruckten Text rufen sie zum aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf und fordern: »Es gibt für uns nur eine Parole: Kampf gegen die Partei! Heraus aus den Parteigliederungen, in denen man uns politisch weiter mundtot halten will.« Der Hausmeister der Universität, Jakob Schmid, stellt die Geschwister vorm Verlassen des Gebäudes und übergibt sie der Gestapo. Gemeinsam mit Christoph Probst werden sie nur wenige Tage später, am 22.Februar 1943, zum Tode verurteilt und in München-Stadelheim hin- gerichtet. Dem führenden Kopf des Kreisauer Kreises, Helmuth James Graf von Moltke, ge- lingt es, sich im März 1943 den Text des Flugblattes zu ver- schaffen. Er hat diesen Text sowie einen in englischer Sprache geschriebenen Bericht, The case of Hans Scholl, Maria Scholl, Adrian Probst, Kurt Huber, bei sich, als er im März 1943 nach Oslo reist. Dort übergibt er beides Bischof Eivind Berggrav und bittet ihn, den Bericht in England zu publizieren. Moltkes Hoffnung, dass die Aktion der Münchner Gruppe im Ausland als Zeichen des innerdeutschen Widerstandes anerkannt wird, erfüllt sich nicht, aber im Sommer 1943 wirft die Royal Air Force das hier abgebildete Flugblatt in hoher Zahl über Deutschland ab.
- Datum 24.11.2009 - 11:16 Uhr
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- Quelle ZEIT Geschichte, 24.11.2009 Nr. 04
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