ErfindungenDie neuen Dinge

Steigbügel, Kompass, Brille, Uhr und Nockenwelle - Fünf technische Neuerungen, die das Mittelalter geprägt haben und uns bis heute den Alltag erleichtern von Hella Kemper

Um 1500, Kompass aus Bronze

Um 1500, Kompass aus Bronze  |  © Hulton Archive/Getty Images

Der Kompass

Um sich auf dem Meer zu orientieren, beobachten die Menschen im Mittelalter wie die Seefahrer in der Antike Küste, Sonne und Sternenhimmel. In der Antike wurden allerdings schon Splitter des Magneteisensteins oder magnetisierte Nadeln genutzt, die sich in Nord-Süd-Richtung ausrichteten. Auch die Chinesen ließen dünne Eisennadeln, die sie auf Schilfröhrchen legten, im Wasser schwimmen und sich durch den Erdmagnetismus drehen; sie nannten ihr Gerät Südweiser – um 960 ist ihr Bau nachgewiesen. Durch die Araber vermittelt, kommt der Kompass als Navigationsinstrument im 12. Jahrhundert nach Europa . Der englische Gelehrte Alexander Neckam erwähnt 1187, wie eine magnetische schwimmende Nadel unter Seeleuten genutzt wird. 1269 widmet der Franzose Petrus Peregrinus de Maricourt dem Kompass eine eigene Schrift (Briefe über den Magneten). Er beschreibt sowohl die schwimmende als auch die trockene Magnetnadel. Der trockene Kompass, bei dem sich eine Nadel auf einer feinen Spitze bewegt, arbeitet genauer als der mit instabiler, schwimmender Nadel. Der angebliche Erfinder des Kompasses, Flavio Gioia, dem eine Zeit lang sogar ein Denkmal in Amalfi gewidmet gewesen ist, hat den Kompass übrigens nicht erfunden – eine falsche Übersetzung hatte ihn dazu gemacht. Zu seiner Zeit kommt ein brauchbarer Schiffskompass in Benutzung, bei dem sich die Nadel über einer Windrose dreht – in einer Dose aus Buchsbaum.

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