Kommissarbefehl "Kein Problem für die Truppe"

Der "Kommissarbefehl" verlangte den systematischen Mord an Kriegsgefangenen – auch dies war Teil der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik.

Oktober 1942:  Nazi-Truppen drangsalieren russische Soldaten.

Oktober 1942: Nazi-Truppen drangsalieren russische Soldaten.

Februar 1945, der Zusammenbruch der deutschen Streitkräfte ist längst unabwendbar: »Wenn sie die russische Bevölkerung anständig behandelt hätten, wäre es anders gekommen«, seufzt der Gefreite Gerhard Steinbach angesichts der nahenden Niederlage. Ähnlich sieht es der Leutnant Robert Stevenson, der ebenfalls an der Ostfront gekämpft hat: »Wenn wir nicht so viel Russen erschossen hätten in 1941, hätte sich das 10fache [an Rotarmisten] ergeben.« Die beiden Wehrmachtsoldaten sind Kriegsgefangene im amerikanischen Vernehmungslager Fort Hunt bei Washington, und sie ahnen nicht, dass ihre Gespräche heimlich abgehört werden. Ihre Ansichten über die Ursachen der Niederlage treffen gleichwohl ins Schwarze: Den Krieg gegen die Sowjetunion verlor das »Dritte Reich« nicht nur infolge strategischer Fehler, der Unterschätzung des Gegners und der Überforderung der eigenen Kräfte, sondern auch wegen seiner beispiellosen Vernichtungspolitik.

Auf die verbrecherische Kriegführung legte sich die Wehrmacht bereits vor Beginn des Feldzugs fest. Hitler befahl schon im Frühjahr 1941, den geplanten »Vernichtungskampf« gegen den bolschewistischen Erzfeind mit »brutalster Gewalt« zu führen. Die Wehrmachtführung setzte Hitlers Weisungen um, indem sie ein Bündel von völkerrechtswidrigen »Führererlassen« ausarbeitete. Zu diesen Erlassen zählte neben Weisungen, die »rücksichtsloses Durchgreifen« gegen jeden Widerstand forderten und Verbrechen deutscher Soldaten gegen feindliche Zivilisten für straffrei erklärten, auch der sogenannte Kommissarbefehl.

Anzeige
Zeitleiste
Hitlers Krieg im Osten
23. August 1939

"Hitler-Stalin-Pakt": Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und der Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten der Sowjetunion, Wjatscheslaw Molotow, unterschreiben im Beisein Josef Stalins in Moskau einen Nichtangriffsvertrag. In der Folge wird Polen zwischen Deutschland und der Sowjetunion aufgeteilt. Es ist ein Vertrag, der nichts über die wahren Pläne Adolf Hitlers aussagt. Denn schon 1933 hatte Hitler  seine Absicht erklärt, "neuen Lebensraum im Osten" zu erobern.
 

18. Dezember 1940

Hitler unterzeichnet seine Weisung Nr. 21 "Fall Barbarossa". Unter diesem Namen beginnt die Planung des Krieges gegen die Sowjetunion. Die Wehrmachtspitze rechnet mit einer Kriegsdauer von maximal vier Monaten. Bis zum Sommer 1941 werden circa 3,3 Millionen Soldaten an der Ostgrenze  zusammengezogen. Am 30. März 1941 sagt Hitler vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht, sein Ziel sei die Auslöschung des sowjetischen Staates, die Vernichtung seiner Träger und die Errichtung einer deutschen Kolonie.

Mai/Juni 1941

Kurz vor Beginn des Ostfeldzuges erlassen die Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) und des Heeres (OKH) völkerrechtswidrige Befehle. Es bestehe "kein Verfolgungszwang" für verbrecherische Handlungen deutscher Soldaten gegen feindliche Zivilpersonen. Jeder "aktive oder passive Widerstand" solle "restlos" beseitigt werden. Der sogenannte Kommissarbefehl sieht vor, politische Kommissare der Roten Armee "nach durchgeführter Absonderung zu erledigen".

22. Juni 1941

Deutsche Pioniereinheiten setzen über den Bug. Ohne Kriegserklärung greift Deutschland die Sowjetunion an. Die Heeresgruppe Mitte, die stärkste der drei Heeresgruppen zu Beginn des "Unternehmens Barbarossa", ist zu diesem Zeitpunkt gut 1.000 Kilometer von Moskau entfernt. Einen knappen Monat später ist diese Distanz auf 350 Kilometer zusammengeschrumpft. Bis zum Spätherbst besetzt die Wehrmacht Weißrussland, Teile Russlands und den größten Teil der Ukraine.

Sommer 1941

Mit dem Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion setzt eine massenhafte Flucht der sowjetischen Zivilbevölkerung ein. Im Verlauf des gesamten Krieges fliehen etwa 14 Millionen Menschen vor den deutschen Truppen oder müssen in Sicherheit gebracht werden.

Juli 1941

Etwa zwei Wochen nach Beginn des Ostfeldzuges befiehlt Stalin, jegliche kriegswichtige Infrastruktur in den unsicheren westlichen Regionen zu demontieren und nach Osten abzutransportieren. Im Ural und jenseits entstehen in der Folge Zentren der sowjetischen Rüstungsindustrie. Dort arbeiten zumeist Frauen und Kriegsinvaliden.

16. August 1941

Stalin erlässt den Befehl Nr. 270, der es Rotarmisten verbietet, sich dem Feind zu ergeben. Darin heißt es: "Wer in die Einkreisung geraten ist, hat auf Leben und Tod zu kämpfen und bis zuletzt zu versuchen, sich zu den Unseren durchzuschlagen." Wer die Gefangenschaft vorziehe, sei mit dem Tod zu bestrafen. Bis Ende des Jahres geraten 3,3 Millionen Rotarmisten in deutsche Kriegsgefangenschaft.

August/September 1941

Hitler verlegt den Schwerpunkt des Angriffs auf die Ukraine. In einer gemeinsamen Offensive der Heeresgruppen Süd und Mitte gelingt es der Wehrmacht am 19. September, Kiew einzunehmen. Eine Woche später ist auch die Kesselschlacht im Osten der Stadt endgültig ausgefochten. Rund 700.000 Rotarmisten geraten in deutsche Kriegsgefangenschaft.

Im September beginnt die fast 900-tägige Blockade von Leningrad. Die Stadt der Oktoberrevolution soll ausgehungert werden.

8. September 1941

Bis zur Befreiung am 27. Januar 1944 sterben rund eine Million Bürger Leningrads an Hunger und Kälte.

29./30. September 1941

Wenige Tage nach der Besetzung Kiews nehmen deutsche Verbände unter Generalfeldmarschall Walter von Reichenau sämtliche Juden fest, die noch in der ukrainischen Hauptstadt leben, und treiben sie zur Schlucht von Babi Jar. Binnen zwei Tagen ermordet dort ein Sonderkommando der Einsatzgruppen fast 34.000 Männer, Frauen und Kinder.

2. Oktober 1941

Beginn der "Operation Taifun": Für den Vorstoß auf die sowjetische Hauptstadt Moskau hat die deutsche Führung 78 Divisionen zusammengezogen., knapp zwei Millionen Mann. Doch die Offensive gerät bald ins Stocken und wird im Dezember mit einer sowjetischen Gegenoffensive beantwortet. Die Rote Armee treibt die deutschen Verbände bei eisiger Kälte bis zu 200 Kilometer zurück in Richtung Westen.

Dezember 1941

Ende des Jahres 1941 sind bereits 3,3 Millionen Rotarmisten in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten. Von den 5,7 Millionen Rotarmisten, die den Deutschen insgesamt während des Krieges in die Hände fallen, werden gut drei Millionen, also mehr als die Hälfte, durch Hunger, Krankheit und Erschießungen getötet – das Gros davon während der Abtransporte und in den Gefangenenlagern.

Januar 1942

Die ersten "Ostarbeiter" kommen mit Zügen ins Reich. Von 1942 bis 1944 werden insgesamt etwa drei Millionen Menschen aus der Sowjetunion nach Deutschland geschafft, um dort Zwangsarbeit zu leisten. Andere müssen auf dem Boden der Sowjetunion Sklavendienste für die Besatzer verrichten. Betroffen sind vor allem Frauen und Jugendliche, die zu jung sind, um zur Armee eingezogen zu werden.

28. Juni 1942

Nachdem Hitlers Ostheer bis Frühjahr 1942 bereits Verluste von mehr als einer Million Soldaten hinnehmen musste – gezählt werden Gefallene, Verwundete, Vermisste –, beginnt im Sommer 1942 der Vorstoß auf die Erdölfelder des Kaukasus sowie auf Stalingrad an der Wolga. Doch die "Operation Blau" läuft bald ins Leere. Sowjetische Truppen gewinnen zunehmend die Initiative.

2. Februar 1943

Die Schlacht um Stalingrad endet mit der Kapitulation der 6. Armee. Bereits im November des Vorjahres sind mehr als 200.000 Wehrmachtsoldaten eingekesselt worden. Die deutsche Niederlage bei Stalingrad wird weltweit als die entscheidende Kriegswende wahrgenommen.

18. Februar 1943

Die Schlacht um Stalingrad endet mit der Kapitulation der 6. Armee. Zwei Wochen später hält Reichspropagandaminister Joseph Goebbels im Berliner Sportpalast seine berüchtigte Rede. Vor ausgewählten Zuhörern verkündet er den "totalen Krieg". Das Publikum jubelt ihm zu. Die über 100-minütige Rede gilt als Musterbeispiel der nationalsozialistischen Propaganda.

 

20. Mai 1943

In einem der größten Einsätze gegen prosowjetische Partisanen ermordet eine nach SS-Brigadeführer Curt von Gottberg benannte Kampfgruppe in Weißrussland innerhalb von zehn Tagen rund 13.000 Menschen ("Aktion Cottbus"). Die Zahl der Getöteten ist, wie bei derartigen Aktionen üblich, etwa zehnmal so hoch wie die Zahl der erbeuteten Waffen. Insgesamt fallen der Partisanenbekämpfung durch Wehrmacht-, SS- und Polizeitruppen mehr als ein halbe Million Menschen zum Opfer.

5. Juli 1943

In einer letzten Großoffensive versucht die Wehrmachtsführung, die sowjetische Front aufzubrechen, die westrussische Stadt Kursk einzunehmen und damit die Initiative zurückzugewinnen. Dabei kommt es zur größten Konzentration von Kriegstechnik, die die Geschichte bislang kennt. Nach einer guten Woche sieht sich Hitler gezwungen, den Angriff auf Kursk einzustellen. Die Rote Armee dringt unter großen Verlusten weiter nach Westen vor.

Sommer 1943 – Herbst 1944

"Verbrannte Erde": Auf ihrem Rückzug vor der Roten Armee zerstört und entvölkert die Wehrmacht systematisch das Land. Die Deutschen vertreiben die Bevölkerung, hinterlassen kilometerweite Feuersbrünste, zerstören die Infrastruktur, vernichten Vorräte und vergiften Brunnen.

22. Juni 1944

Operation "Bagration": Am dritten Jahrestag des Überfalls eröffnet die Rote Armee ihre große Sommeroffensive im Mittelabschnitt der Ostfront. Mit Unterstützung russischer Partisanen zerschlagen die Sowjets innerhalb von wenigen Wochen 28 deutsche Divisionen; die Heeresgruppe Mitte verliert rund 400.000 Soldaten und damit fast drei Viertel ihres vormaligen Gesamtumfangs.

23. Juli 1944

Im Sommer 1944 befreit die Rote Armee als erstes der nationalsozialistischen Vernichtungslager Majdanek. Die SS hat es kurz zuvor überhastet geräumt, Gefangene abtransportiert, Unterlagen vernichtet und Gebäude niedergebrannt. Die Rote Armee findet noch rund 1.000 ausgezehrte und kranke sowjetische Kriegsgefangene vor. In den Vernichtungslagern wurden zusammengenommen mehr als drei Millionen Menschen umgebracht. Insgesamt ermordeten die Deutschen etwa sechs Millionen Juden und mehrere Hunderttausend Sinti und Roma.

Immer schneller verschiebt sich die Front nach Westen. Am 10. Oktober erreicht die Rote Armee die ostpreußische Grenze.

16. April 1945

Die Rote Armee beginnt ihre Offensive auf Berlin. Obwohl der Krieg schon entschieden ist, muss sie weiterhin hohe Verluste hinnehmen, da viele Deutsche bis zur letzten Sekunde kämpfen. Im Osten wie im Westen Deutschlands inszeniert die Wehrmacht einen apokalyptischen Endkampf. Am 30. April begeht Hitler Selbstmord.

Mai 1945

Millionen deutsche Bewohner aus Ost- und Westpreußen, Pommern, Schlesien, dem östlichen Brandenburg und anderen Siedlungsgebieten im Osten fliehen bis Mai 1945 vor der Roten Armee. Millionen weitere werden in den nachfolgenden Monaten vertrieben. Etwa 600.000 Deutsche kommen auf der Flucht und während der Vertreibung ums Leben.

8./9. Mai 1945

Die Wehrmacht kapituliert. Generalstabschef Alfred Jodl unterzeichnet die Gesamtkapitulation im US-Hauptquartier in Reims. Die Oberbefehlshaber Wilhelm Keitel, Hans-Georg von Friedeburg und Generaloberst Hans-Jürgen Stumpff ratifizieren die Kapitulation am 9. Mai im sowjetischen Hauptquartier in Berlin. Rund 27 Millionen Sowjetbürger haben im Krieg gegen Deutschland ihr Leben verloren.

7. Oktober 1955

Die letzten knapp 10.000 Wehrmachtsoldaten kehren aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Insgesamt waren 17 Millionen Deutsche Teil der Wehrmacht. Der überwiegende Teil wurde im Ostfeldzug eingesetzt. Erst in den neunziger Jahren beginnt in der breiten Öffentlichkeit eine kritische Aufarbeitung des Vernichtungskrieges.

Texte: Thomas Dierkes, Beratung: Peter Jahn

Die »Richtlinien für die Behandlung politischer Kommissare« vom 6. Juni 1941 verpflichteten die deutschen Truppen dazu, alle Politoffiziere der Roten Armee im Fall der Gefangennahme zu exekutieren – ein Mordbefehl, der die systematische Tötung regulärer Kriegsgefangener verlangte. Denn die Kommissare waren Soldaten, hervorgehoben nur durch den Sowjetstern auf den Uniformärmeln. Seit Lenins Tagen überwachten sie als Repräsentanten der KPdSU in jeder Kompanie die Linientreue der Soldaten, nicht selten mit drakonischen Mitteln. Die Nationalsozialisten verteufelten die Kommissare als Inbegriff des »jüdischen Bolschewismus« und seiner Terrorherrschaft. Hitlers Erlass zielte somit auf die Vernichtung der »Träger der feindlichen Weltanschauung«. Zudem war er dazu vorgesehen, den Blitzkrieg zu beschleunigen. Ohne ihre mutmaßlichen Korsettstangen, so das Kalkül, werde die Rote Armee rasch zusammenbrechen.

Wie bereitwillig die deutschen Soldaten den Kommissarbefehl befolgt haben, war lange Zeit stark umstritten. Veteranen und Apologeten beteuerten, dass die Truppen es einhellig abgelehnt hätten, ihn anzuwenden. Die Forschung ist zu anderen Ergebnissen gelangt – wobei sie erst vor Kurzem alle betreffenden Unterlagen, die Militärakten sämtlicher Armeen, Korps, Divisionen und Regimenter, die 1941/42 an der Ostfront kämpften, vollständig ausgewertet hat. Die Geschichte des Kommissarbefehls zeigt dabei exemplarisch, wie sich die Wehrmacht in die NS-Vernichtungspolitik einbeziehen ließ.

Der Autor

Felix Römer, Jahrgang 1978, lehrt und forscht am Historischen Seminar der Universität Mainz

Schon vor dem Überfall auf die Sowjetunion am 22.Juni 1941 dachten die meisten Truppenführer nicht daran, sich den mörderischen Befehlen der NS-Führung zu widersetzen. Generaloberst Georg von Küchler etwa verkündete auf einer Besprechung mit den Kommandeuren seiner 18.Armee: »Die politischen Kommissare [...] sind Verbrecher.« Entsprechend vorbehaltlos befürwortete er die Anweisung, sie im Fall einer Gefangennahme zu erschießen: »Wir wollen das Mittel jedenfalls anwenden. Es spart uns deutsches Blut, und wir kommen schnell vorwärts.« Von beinahe 60 Prozent aller Kommandobehörden liegen eindeutige Belege darüber vor, dass sie die verbrecherischen »Führererlasse« mitsamt den Kommissarrichtlinien befehlsgemäß an ihre Truppen weitergaben: Dies ist ein hoher Prozentsatz angesichts der vielen Überlieferungslücken, der Konzentration der Akten auf die späteren Kriegsereignisse sowie der Tendenzen zur Aussparung solcher Vorgänge aus den Unterlagen. Tatsächlich gab es wohl kaum einen Stab, der sich Hitlers Befehlen verweigerte.

Dabei boten sich den Kommandeuren durchaus Alternativen zum strikten Gehorsam. Dass auch Kritik an den Kommissarrichtlinien geübt wurde, war keine reine Erfindung der Nachkriegszeit – allerdings beschränkte sich diese auf wenige Einzelfälle. So empörte sich etwa General John Ansat, Kommandeur einer Infanteriedivision, dass seine Soldaten »keine Henkersknechte« seien, und änderte eigenmächtig die Bestimmungen des Mordbefehls. Er untersagte seinen Truppen, gefangene Kommissare zu exekutieren. Zugleich befahl er jedoch, die Politoffiziere zumindest auszusondern und zur Erschießung an »andere Stellen« wie die Feldgendarmerie oder die SS-Kommandos auszuliefern. Ein typischer Fall: Begrenzte Modifikationen wie die von John Ansat mündeten zumeist in arbeitsteilige Verfahren, welche es letztlich sogar erleichterten, die Vernichtungspläne in die Tat umzusetzen. Selbst die wenigen kritischen Kommandeure sorgten sich eben mehr um die eigenen Truppen als um die Opfer, die von der streng antikommunistischen Militärelite der Wehrmacht kaum Mitgefühl erwarten konnten. Skepsis gegenüber den Kommissarrichtlinien äußerten daher sogar überzeugte NS-Täter. Hardliner wie Generalfeldmarschall Walther von Reichenau etwa – unter dessen Kommando in der Sowjetunion Tausende Zivilisten ermordet wurden – befürchteten, dass die Truppen in einen »Erschießungstaumel« verfallen und ihre militärische Disziplin einbüßen könnten.

Leser-Kommentare
  1. Mein Vater Jahrgang 1919, er ist auf Grund einer Kriegsverletzung mit 59 Jahren vestorben. Er hat mir gesagt, erst 1943 in Prag, im Lazarett, hat er von den Mordkommandos gehört. Mein Onkel, Jahrgang 1923, der mit 70 Jahren starb, ebenfalls in Folge der erlittenen Entbehrungen während des Krieges und der Gefangenschaft, sagte mir einmal, er wäre erst in 1944 in Besitz der Informationen gekommen, daß sich die SS wie Beserker aufgeführt hätten und auch Zivilisten getötet haben. Meine Mutter, die im Münsterland lebte, wußte bereits seit 1941 von den KZ´s. Die Info war nicht allgemein verfügbar, es war Zufall oder es hing von den Umständen ab, wer informiert war. Grundsätzlich war es fürchterlich und unendschuldbar, diese Befehle zu erteilen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service