Überfall auf die SowjetunionEin Erlebnis absoluter Macht

Wie "ganz normale Männer" zu Massenmördern wurden: Der Historiker Hannes Heer und der Sozialpsychologe Harald Welzer über die Ursachen der enthemmten Gewalt im deutschen Vernichtungskrieg.

Krieg im Osten: Deutsche Soldaten beobachten aus einem Graben heraus, wie russische Kriegsgefangene weggeschafft werden. (Archivfoto, etwa um 1942)

Krieg im Osten: Deutsche Soldaten beobachten aus einem Graben heraus, wie russische Kriegsgefangene weggeschafft werden. (Archivfoto, etwa um 1942)

ZEIT Geschichte: In keinem anderen Krieg der Geschichte haben so viele Menschen in solchem Ausmaß gemordet wie während des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion. Herr Heer, Sie haben mit der Wehrmachtsausstellung von 1995 maßgeblich dazu beigetragen, diese Verbrechen der Öffentlichkeit bewusst zu machen; Sie, Herr Welzer, haben sich als Sozialpsychologe intensiv mit Fragen der Täterpsychologie befasst. Wie waren diese Gewalttaten möglich?

Harald Welzer: Menschen sind meines Erachtens grundsätzlich zu allem fähig, daher wundert es mich nicht, dass sie auch in diesem Krieg zu allem fähig waren – zumal der Möglichkeitsraum für Gewalt von Anfang an so weit geöffnet wurde, wie man es sich überhaupt nur vorstellen kann. Etwa durch die verbrecherischen Befehle, die den Soldaten Straffreiheit bei Gewalttaten an Zivilisten garantierten.

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Zeitleiste
Hitlers Krieg im Osten
23. August 1939

"Hitler-Stalin-Pakt": Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop und der Volkskommissar für Auswärtige Angelegenheiten der Sowjetunion, Wjatscheslaw Molotow, unterschreiben im Beisein Josef Stalins in Moskau einen Nichtangriffsvertrag. In der Folge wird Polen zwischen Deutschland und der Sowjetunion aufgeteilt. Es ist ein Vertrag, der nichts über die wahren Pläne Adolf Hitlers aussagt. Denn schon 1933 hatte Hitler  seine Absicht erklärt, "neuen Lebensraum im Osten" zu erobern.
 

18. Dezember 1940

Hitler unterzeichnet seine Weisung Nr. 21 "Fall Barbarossa". Unter diesem Namen beginnt die Planung des Krieges gegen die Sowjetunion. Die Wehrmachtspitze rechnet mit einer Kriegsdauer von maximal vier Monaten. Bis zum Sommer 1941 werden circa 3,3 Millionen Soldaten an der Ostgrenze  zusammengezogen. Am 30. März 1941 sagt Hitler vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht, sein Ziel sei die Auslöschung des sowjetischen Staates, die Vernichtung seiner Träger und die Errichtung einer deutschen Kolonie.

Mai/Juni 1941

Kurz vor Beginn des Ostfeldzuges erlassen die Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) und des Heeres (OKH) völkerrechtswidrige Befehle. Es bestehe "kein Verfolgungszwang" für verbrecherische Handlungen deutscher Soldaten gegen feindliche Zivilpersonen. Jeder "aktive oder passive Widerstand" solle "restlos" beseitigt werden. Der sogenannte Kommissarbefehl sieht vor, politische Kommissare der Roten Armee "nach durchgeführter Absonderung zu erledigen".

22. Juni 1941

Deutsche Pioniereinheiten setzen über den Bug. Ohne Kriegserklärung greift Deutschland die Sowjetunion an. Die Heeresgruppe Mitte, die stärkste der drei Heeresgruppen zu Beginn des "Unternehmens Barbarossa", ist zu diesem Zeitpunkt gut 1.000 Kilometer von Moskau entfernt. Einen knappen Monat später ist diese Distanz auf 350 Kilometer zusammengeschrumpft. Bis zum Spätherbst besetzt die Wehrmacht Weißrussland, Teile Russlands und den größten Teil der Ukraine.

Sommer 1941

Mit dem Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion setzt eine massenhafte Flucht der sowjetischen Zivilbevölkerung ein. Im Verlauf des gesamten Krieges fliehen etwa 14 Millionen Menschen vor den deutschen Truppen oder müssen in Sicherheit gebracht werden.

Juli 1941

Etwa zwei Wochen nach Beginn des Ostfeldzuges befiehlt Stalin, jegliche kriegswichtige Infrastruktur in den unsicheren westlichen Regionen zu demontieren und nach Osten abzutransportieren. Im Ural und jenseits entstehen in der Folge Zentren der sowjetischen Rüstungsindustrie. Dort arbeiten zumeist Frauen und Kriegsinvaliden.

16. August 1941

Stalin erlässt den Befehl Nr. 270, der es Rotarmisten verbietet, sich dem Feind zu ergeben. Darin heißt es: "Wer in die Einkreisung geraten ist, hat auf Leben und Tod zu kämpfen und bis zuletzt zu versuchen, sich zu den Unseren durchzuschlagen." Wer die Gefangenschaft vorziehe, sei mit dem Tod zu bestrafen. Bis Ende des Jahres geraten 3,3 Millionen Rotarmisten in deutsche Kriegsgefangenschaft.

August/September 1941

Hitler verlegt den Schwerpunkt des Angriffs auf die Ukraine. In einer gemeinsamen Offensive der Heeresgruppen Süd und Mitte gelingt es der Wehrmacht am 19. September, Kiew einzunehmen. Eine Woche später ist auch die Kesselschlacht im Osten der Stadt endgültig ausgefochten. Rund 700.000 Rotarmisten geraten in deutsche Kriegsgefangenschaft.

Im September beginnt die fast 900-tägige Blockade von Leningrad. Die Stadt der Oktoberrevolution soll ausgehungert werden.

8. September 1941

Bis zur Befreiung am 27. Januar 1944 sterben rund eine Million Bürger Leningrads an Hunger und Kälte.

29./30. September 1941

Wenige Tage nach der Besetzung Kiews nehmen deutsche Verbände unter Generalfeldmarschall Walter von Reichenau sämtliche Juden fest, die noch in der ukrainischen Hauptstadt leben, und treiben sie zur Schlucht von Babi Jar. Binnen zwei Tagen ermordet dort ein Sonderkommando der Einsatzgruppen fast 34.000 Männer, Frauen und Kinder.

2. Oktober 1941

Beginn der "Operation Taifun": Für den Vorstoß auf die sowjetische Hauptstadt Moskau hat die deutsche Führung 78 Divisionen zusammengezogen., knapp zwei Millionen Mann. Doch die Offensive gerät bald ins Stocken und wird im Dezember mit einer sowjetischen Gegenoffensive beantwortet. Die Rote Armee treibt die deutschen Verbände bei eisiger Kälte bis zu 200 Kilometer zurück in Richtung Westen.

Dezember 1941

Ende des Jahres 1941 sind bereits 3,3 Millionen Rotarmisten in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten. Von den 5,7 Millionen Rotarmisten, die den Deutschen insgesamt während des Krieges in die Hände fallen, werden gut drei Millionen, also mehr als die Hälfte, durch Hunger, Krankheit und Erschießungen getötet – das Gros davon während der Abtransporte und in den Gefangenenlagern.

Januar 1942

Die ersten "Ostarbeiter" kommen mit Zügen ins Reich. Von 1942 bis 1944 werden insgesamt etwa drei Millionen Menschen aus der Sowjetunion nach Deutschland geschafft, um dort Zwangsarbeit zu leisten. Andere müssen auf dem Boden der Sowjetunion Sklavendienste für die Besatzer verrichten. Betroffen sind vor allem Frauen und Jugendliche, die zu jung sind, um zur Armee eingezogen zu werden.

28. Juni 1942

Nachdem Hitlers Ostheer bis Frühjahr 1942 bereits Verluste von mehr als einer Million Soldaten hinnehmen musste – gezählt werden Gefallene, Verwundete, Vermisste –, beginnt im Sommer 1942 der Vorstoß auf die Erdölfelder des Kaukasus sowie auf Stalingrad an der Wolga. Doch die "Operation Blau" läuft bald ins Leere. Sowjetische Truppen gewinnen zunehmend die Initiative.

2. Februar 1943

Die Schlacht um Stalingrad endet mit der Kapitulation der 6. Armee. Bereits im November des Vorjahres sind mehr als 200.000 Wehrmachtsoldaten eingekesselt worden. Die deutsche Niederlage bei Stalingrad wird weltweit als die entscheidende Kriegswende wahrgenommen.

18. Februar 1943

Die Schlacht um Stalingrad endet mit der Kapitulation der 6. Armee. Zwei Wochen später hält Reichspropagandaminister Joseph Goebbels im Berliner Sportpalast seine berüchtigte Rede. Vor ausgewählten Zuhörern verkündet er den "totalen Krieg". Das Publikum jubelt ihm zu. Die über 100-minütige Rede gilt als Musterbeispiel der nationalsozialistischen Propaganda.

 

20. Mai 1943

In einem der größten Einsätze gegen prosowjetische Partisanen ermordet eine nach SS-Brigadeführer Curt von Gottberg benannte Kampfgruppe in Weißrussland innerhalb von zehn Tagen rund 13.000 Menschen ("Aktion Cottbus"). Die Zahl der Getöteten ist, wie bei derartigen Aktionen üblich, etwa zehnmal so hoch wie die Zahl der erbeuteten Waffen. Insgesamt fallen der Partisanenbekämpfung durch Wehrmacht-, SS- und Polizeitruppen mehr als ein halbe Million Menschen zum Opfer.

5. Juli 1943

In einer letzten Großoffensive versucht die Wehrmachtsführung, die sowjetische Front aufzubrechen, die westrussische Stadt Kursk einzunehmen und damit die Initiative zurückzugewinnen. Dabei kommt es zur größten Konzentration von Kriegstechnik, die die Geschichte bislang kennt. Nach einer guten Woche sieht sich Hitler gezwungen, den Angriff auf Kursk einzustellen. Die Rote Armee dringt unter großen Verlusten weiter nach Westen vor.

Sommer 1943 – Herbst 1944

"Verbrannte Erde": Auf ihrem Rückzug vor der Roten Armee zerstört und entvölkert die Wehrmacht systematisch das Land. Die Deutschen vertreiben die Bevölkerung, hinterlassen kilometerweite Feuersbrünste, zerstören die Infrastruktur, vernichten Vorräte und vergiften Brunnen.

22. Juni 1944

Operation "Bagration": Am dritten Jahrestag des Überfalls eröffnet die Rote Armee ihre große Sommeroffensive im Mittelabschnitt der Ostfront. Mit Unterstützung russischer Partisanen zerschlagen die Sowjets innerhalb von wenigen Wochen 28 deutsche Divisionen; die Heeresgruppe Mitte verliert rund 400.000 Soldaten und damit fast drei Viertel ihres vormaligen Gesamtumfangs.

23. Juli 1944

Im Sommer 1944 befreit die Rote Armee als erstes der nationalsozialistischen Vernichtungslager Majdanek. Die SS hat es kurz zuvor überhastet geräumt, Gefangene abtransportiert, Unterlagen vernichtet und Gebäude niedergebrannt. Die Rote Armee findet noch rund 1.000 ausgezehrte und kranke sowjetische Kriegsgefangene vor. In den Vernichtungslagern wurden zusammengenommen mehr als drei Millionen Menschen umgebracht. Insgesamt ermordeten die Deutschen etwa sechs Millionen Juden und mehrere Hunderttausend Sinti und Roma.

Immer schneller verschiebt sich die Front nach Westen. Am 10. Oktober erreicht die Rote Armee die ostpreußische Grenze.

16. April 1945

Die Rote Armee beginnt ihre Offensive auf Berlin. Obwohl der Krieg schon entschieden ist, muss sie weiterhin hohe Verluste hinnehmen, da viele Deutsche bis zur letzten Sekunde kämpfen. Im Osten wie im Westen Deutschlands inszeniert die Wehrmacht einen apokalyptischen Endkampf. Am 30. April begeht Hitler Selbstmord.

Mai 1945

Millionen deutsche Bewohner aus Ost- und Westpreußen, Pommern, Schlesien, dem östlichen Brandenburg und anderen Siedlungsgebieten im Osten fliehen bis Mai 1945 vor der Roten Armee. Millionen weitere werden in den nachfolgenden Monaten vertrieben. Etwa 600.000 Deutsche kommen auf der Flucht und während der Vertreibung ums Leben.

8./9. Mai 1945

Die Wehrmacht kapituliert. Generalstabschef Alfred Jodl unterzeichnet die Gesamtkapitulation im US-Hauptquartier in Reims. Die Oberbefehlshaber Wilhelm Keitel, Hans-Georg von Friedeburg und Generaloberst Hans-Jürgen Stumpff ratifizieren die Kapitulation am 9. Mai im sowjetischen Hauptquartier in Berlin. Rund 27 Millionen Sowjetbürger haben im Krieg gegen Deutschland ihr Leben verloren.

7. Oktober 1955

Die letzten knapp 10.000 Wehrmachtsoldaten kehren aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft zurück. Insgesamt waren 17 Millionen Deutsche Teil der Wehrmacht. Der überwiegende Teil wurde im Ostfeldzug eingesetzt. Erst in den neunziger Jahren beginnt in der breiten Öffentlichkeit eine kritische Aufarbeitung des Vernichtungskrieges.

Texte: Thomas Dierkes, Beratung: Peter Jahn

Hannes Heer: Um aber das Besondere des Geschehens zu erfassen, muss man die Vorgeschichte anschauen. Vom späten 19. Jahrhundert an kursierten in Deutschland völkisch-nationalistische Großmachtfantasien, 1933 bot sich dann in den Augen vieler die letzte Chance, doch noch zu erreichen, womit man im Ersten Weltkrieg gescheitert war: Deutschland zur Weltmacht zu machen. Diese Verheißung wirkte wie Starkstrom – und trug im Kern schon die Gewalt in sich, die im Zweiten Weltkrieg eskalierte.

Hannes Heer

Jahrgang 1941, ist Historiker und lebt als freier Autor, Regisseur und Ausstellungsmacher in Hamburg

ZEIT Geschichte: Der Vernichtungskrieg ergab sich also aus der Radikalisierung völkischer Ideen?

Heer: Man kann Hitler nicht vorwerfen, dass er seine Leser im Unklaren darüber gelassen hätte, was er wollte. Das steht alles in Mein Kampf. Nicht, dass es deshalb zwangsläufig so kommen musste, aber die Ziele waren klar benannt. Die Gewaltexplosion im Ostfeldzug lässt sich nicht mit dem schlichten Hinweis erklären, dass Gewalt auszuüben eben zum Menschsein gehöre, also eine anthropologische Konstante sei.

Harald Welzer

Jahrgang 1958, ist Sozialpsychologe. Seit 2004 leitet er das Center for Interdisciplinary Memory Research an der Universität Essen

Welzer: Das tue ich auch nicht. Die Menschen schaffen sich die Situationen, in denen sie handeln, selbst. Unter all den selbst geschaffenen Verhältnissen, in denen Menschen agieren, gab es allerdings noch keine historische Phase, die gewaltfrei gewesen wäre. Aber natürlich gibt es historisch und kulturell unterschiedliche Formen des Gewaltgebrauchs. Um die Ursache von Gewalttaten zu erkennen, muss ich die Bedingungen rekonstruieren, unter denen sie begangen wurden.

ZEIT Geschichte: In dem Buch Soldaten, das Sie kürzlich gemeinsam mit dem Historiker Sönke Neitzel veröffentlicht haben, analysieren Sie dazu Gespräche deutscher Soldaten, die zwischen 1940 und 1945 in britischer und amerikanischer Kriegsgefangenschaft heimlich abgehört wurden – ein neu entdecktes, sehr umfangreiches Quellenmaterial. Zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen? Welche Bedingungen waren für die Gewaltverbrechen ausschlaggebend?

Leserkommentare
  1. ...wie kommt man denn an die Protokolle ran, gibts die schon als Audio/Text im Netz?

    "Wir haben zwei sehr starke Belege dafür, dass alle, und zwar wirklich alle, gewusst haben müssen, was mit den Juden geschah."

    Na ja, *wissen* und Mund-zu-Mund-Klatsch sind zwei unterschiedliche Sachen, solange es nicht offiziell verlautbart wurde, kann es nur letzteres sein. Auch dann bleibt die Frage: was will man dagegen tun? Denn was auch alle *wussten*, die Gestapo hatte Verhör- und Folterkeller in ihren Quartieren und es bedurfte nicht viel, um dort zu landen.

    "Das steht alles in Mein Kampf."

    Ähm ja. Die eigentlich Frage ist jedoch nicht, ob das irgendwo steht, sondern ob es konsequent medial kommuniziert wurde. War das der Fall? Wer liest denn schon Bücher von Politikern? Erst recht zur damaligen Zeit.

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    • Zack34
    • 21.06.2011 um 16:16 Uhr

    , Zitat:
    "Ähm ja. Die eigentlich Frage ist jedoch nicht, ob das irgendwo steht, sondern ob es konsequent medial kommuniziert wurde. War das der Fall? Wer liest denn schon Bücher von Politikern? Erst recht zur damaligen Zeit."

    "Mein Kampf" war damals der Bestseller. Und gelesen haben musste es ja nicht jeder, um verstehen zu können, dass dieser Mann über Leichen geht. Ihre Argumentation hinkt gewaltig.

    • Zack34
    • 21.06.2011 um 16:16 Uhr

    , Zitat:
    "Ähm ja. Die eigentlich Frage ist jedoch nicht, ob das irgendwo steht, sondern ob es konsequent medial kommuniziert wurde. War das der Fall? Wer liest denn schon Bücher von Politikern? Erst recht zur damaligen Zeit."

    "Mein Kampf" war damals der Bestseller. Und gelesen haben musste es ja nicht jeder, um verstehen zu können, dass dieser Mann über Leichen geht. Ihre Argumentation hinkt gewaltig.

  2. Emotionale Ausnahmezustaende mit aussergewoehnlicher Gewaltbereitschaft gab es zu allen Zeiten bei allen bewaffneten Einheiten der Weltgeschichte.

    Und was US-Soldaten im 2. Weltkrieg aufgrund der relativen Ungeschorenheit der Westgrenze noch unerliessen, haben sie spaestens in Vietnam "wettgemacht".

    Von den Japanern in China oder den serbischen Kriegsverbrechen im Kosovo ganz zu schweigen.

    Immer erst mal SS und Wehrmacht vorfuehren, als sei der Tod "ein Meister aus Deutschland".

    Wie viele deutsche Soldaten kamen eigentlich aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause?

    Schon vergessen!?

    Bitte diskutieren Sie das konkrete Artikelthema – es geht hier um die Wehrmacht – und verzichten Sie auf Äußerungen, die als Relativierung von Gewalt verstanden werden. Danke, die Redaktion/fk.

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    ...das Interview eigentlich angenehm neutral und unaufgeregt.

    Ihr Kommentar ist deplaziert. Die von Ihnen aufgeführten Kriegsverbrechen von Nicht-Deutschen sind schlimm und verurteilenswert. Sie dürfen aber nicht dazu herhalten, die Einmaligkeit des Holocaust zu relativieren. Leider haben wir Deutschen hier den ersten Platz im "Guinessbuch der Geschichte" und es verbietet sich, Vergleiche anzustellen-es gibt nichts vergleichbares.

    ...das Interview eigentlich angenehm neutral und unaufgeregt.

    Ihr Kommentar ist deplaziert. Die von Ihnen aufgeführten Kriegsverbrechen von Nicht-Deutschen sind schlimm und verurteilenswert. Sie dürfen aber nicht dazu herhalten, die Einmaligkeit des Holocaust zu relativieren. Leider haben wir Deutschen hier den ersten Platz im "Guinessbuch der Geschichte" und es verbietet sich, Vergleiche anzustellen-es gibt nichts vergleichbares.

  3. ...das Interview eigentlich angenehm neutral und unaufgeregt.

    5 Leserempfehlungen
  4. Hannes Heer und andere deutsche Historiker ueben sich in Selbstbeschraenkung und haben dadurch ein Wahrnehmungsproblem. Bei Heer war dieses Problem eklatant bei der Zusammenstellung der Ausstellung Verbrechen der Wehrmacht, als der polnische Historiker Bogdan Musial ihm nachwies, dass Fotos von deutschen Morden in Wahrheit Massenerschiessungen des sowjetischen NKWD zeigten. Am 19.06.11 lief im russischen Fernsehen NTV zur besten Sendezeit die Dokumentation Rokovye Resheniya (dt. verhaengnisvolle Entscheidungen) des Journalisten Pivovarov unter Beteiligung der Historiker Mark Solonin und Mikhail Meltyukhov (und aktueller Archivmaterialien) und eines DEU Stern Journalisten. Die Sendung machte eindeutig klar, dass die UdSSR keine defensiven Absichten hatte, Angriffsplanspiele im Januar 1941 mit konkreten Daten 16.-18.08.41 abliefen und der erste Angriffstermin der UdSSR der 12.06.41 war, der aus bisher unklaren Gruenden, wahrscheinlich aus Furcht vor einer ENG-DEU Einigung nach dem Hess Flug, verlegt wurde. Warum wird Meltyukhovs grundlegendes Werk aus 1999 "Stalins verpasste Chance" nicht uebersetzt oder von DEU Historikern kritisch bewertet? Liegt es vielleicht daran, dass er der stellv. Leiter des russischen Instituts fuer Dokumentation und Archivwesen ist und Quellen ausgewertet hat, die man in DEU nicht einmal zu zitieren wagt. Die Praeventivkriegsthese ist nicht haltbar, jedoch ist Fakt, dass beide Diktatoren ohne voneinander Notiz zu nehmen, ihre Angriffskriege planten.

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    • Zack34
    • 21.06.2011 um 16:16 Uhr

    , Zitat:
    "Ähm ja. Die eigentlich Frage ist jedoch nicht, ob das irgendwo steht, sondern ob es konsequent medial kommuniziert wurde. War das der Fall? Wer liest denn schon Bücher von Politikern? Erst recht zur damaligen Zeit."

    "Mein Kampf" war damals der Bestseller. Und gelesen haben musste es ja nicht jeder, um verstehen zu können, dass dieser Mann über Leichen geht. Ihre Argumentation hinkt gewaltig.

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    Antwort auf "Gutes Interview..."
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    ""Mein Kampf" war damals der Bestseller."

    ..nicht ganz richtig. Die Auflage explodierte erst nach der Machtübernahme:
    http://www.polunbi.de/bib...

    Auch witzig, dass da ständig auf ein Buch referenziert wird, welches in D gar nicht mehr verlegt wird und auch nicht in der Schule als Zeitdokument behandelt. Ehrlich gesagt weiß ich nur sehr bruchstückhaft, was da drin steht.

    Du musst auch die Situation damals berücksichtigen, die allermeisten Leute erfuhren bestenfalls aus Zeitungen oder von Plakaten über die Parteien. Radio kam gerade erst auf, Internet gabs nicht, TV ebenfalls nicht und die Mobilität der Menschen war gering, die Bevölkerung noch viel ländlicher usw.

    "Und gelesen haben musste es ja nicht jeder, um verstehen zu können, dass dieser Mann über Leichen geht."

    Du hast damals schon gelebt? Oder hast du seine Wahlreden gehört? Im Nachhinein ist man immer schlauer und beurteilt auch das Geschwafele und die Übertreibungen der Politiker aus diesem Blickwinkel. Die Leute damals glaubten sicher auch, dass sie ihn wieder abwählen können, wenn's schiefgeht...

    Ich hab zu der Zeit nicht gelebt und finde es bedauerlich, dass in der Schule der Blickwinkel immer auf die *Schuld* verengt wird, anstatt die Beweggründe der Leute verständlich zu machen. Nur das würde helfen, einer Wiederholung vorzubeugen. Auch finde ich es ein bisschen simpel eine komplette Bevölkerung zu dämonisieren, das wird der Situation nicht gerecht, da bin ich sicher.

    ""Mein Kampf" war damals der Bestseller."

    ..nicht ganz richtig. Die Auflage explodierte erst nach der Machtübernahme:
    http://www.polunbi.de/bib...

    Auch witzig, dass da ständig auf ein Buch referenziert wird, welches in D gar nicht mehr verlegt wird und auch nicht in der Schule als Zeitdokument behandelt. Ehrlich gesagt weiß ich nur sehr bruchstückhaft, was da drin steht.

    Du musst auch die Situation damals berücksichtigen, die allermeisten Leute erfuhren bestenfalls aus Zeitungen oder von Plakaten über die Parteien. Radio kam gerade erst auf, Internet gabs nicht, TV ebenfalls nicht und die Mobilität der Menschen war gering, die Bevölkerung noch viel ländlicher usw.

    "Und gelesen haben musste es ja nicht jeder, um verstehen zu können, dass dieser Mann über Leichen geht."

    Du hast damals schon gelebt? Oder hast du seine Wahlreden gehört? Im Nachhinein ist man immer schlauer und beurteilt auch das Geschwafele und die Übertreibungen der Politiker aus diesem Blickwinkel. Die Leute damals glaubten sicher auch, dass sie ihn wieder abwählen können, wenn's schiefgeht...

    Ich hab zu der Zeit nicht gelebt und finde es bedauerlich, dass in der Schule der Blickwinkel immer auf die *Schuld* verengt wird, anstatt die Beweggründe der Leute verständlich zu machen. Nur das würde helfen, einer Wiederholung vorzubeugen. Auch finde ich es ein bisschen simpel eine komplette Bevölkerung zu dämonisieren, das wird der Situation nicht gerecht, da bin ich sicher.

    • Zack34
    • 21.06.2011 um 16:25 Uhr

    ist längst bekannt, und gehört zur Realität eines jeden Krieges, und einer jeden Kriegsführung, egal von welcher Seite.

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  5. ob wirklich alle wussten, was mit den Juden geschah. Die Mehrheit ging davon aus, sie in Arbeitslager deportiert, aber nicht, dass sie vernichtet werden. Erst gegen Ende des Krieges wussten das mehr Menschen, aber längst nicht alle.

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    ...die Mitschnitte Aufschluß geben. Oder Tagebücher. Hat jemand gute Links?

    Ich schätze auch, dass das Heer, als Sammelbecken, eine gewisse Katalysatorfunktion gehabt haben könnte. Dort trafen sich Männer aus allen Schichten und Gegenden und die grausige Praxis des Krieges könnte so manche Gerüchte plötzlich viel glaubhafter gewirkt haben lassen.

    Soviel ich weiß, haben die Nazis die KZs immer als vorbildliche und freundliche Auffanglager kommuniziert. Wer das nicht glaubte, zählte damit wohl zu den Verschwörungstheoretikern, wie man sie heute abfällig nennt.

    Oder liege ich da historisch falsch?

    ...die Mitschnitte Aufschluß geben. Oder Tagebücher. Hat jemand gute Links?

    Ich schätze auch, dass das Heer, als Sammelbecken, eine gewisse Katalysatorfunktion gehabt haben könnte. Dort trafen sich Männer aus allen Schichten und Gegenden und die grausige Praxis des Krieges könnte so manche Gerüchte plötzlich viel glaubhafter gewirkt haben lassen.

    Soviel ich weiß, haben die Nazis die KZs immer als vorbildliche und freundliche Auffanglager kommuniziert. Wer das nicht glaubte, zählte damit wohl zu den Verschwörungstheoretikern, wie man sie heute abfällig nennt.

    Oder liege ich da historisch falsch?

  6. war das nicht der Schinken, den sich alle gegenseitig nach geschmissen haben, um zu zeigen was für gute Deutsche sie waren. Weihnachten, Taufe, Geburtstag...

    Motto: Ein Klavier, ein Klavier, Mutter wir danken dir"

    Haben hatte die Schwarte wohl so ziemlich jeder. Ob die Leute sich auch die Mühe gegeben haben sich durch das Geschwafel durch zu kämpfen, bezweifle ich.

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    ...(nach der Machtergreifung) auf dem Standesamt verschenkt, Zitat:

    "Zur Gelddruckmaschine wurde Mein Kampf mit dem Machtantritt, der es Hitler erlaubte, das Buch fortan auf Staatskosten zu verschenken. Die Standesämter erwiesen sich als das optimale Instrument der Buchausgabe. Der Preis blieb bei 8 RM — zu zahlen hatte diesen Betrag der Staat (und damit der Steuerzahler) an den Zentralverlag der NSDAP. An den insgesamt abgesetzten 9,84 Millionen Exemplaren (mit den Ausgaben in anderen Sprachen kletterte die Gesamtauflage auf 10,24 Millionen) verdiente Hitler in den Jahren von 1933 bis 1945 exorbitante 7.613.600 RM."

    Quelle: http://www.polunbi.de/bib...

    Nach der Machtergreifung war es aber längst zu spät. Die NSDAP hat mit der Gleichschaltung auch die Reste der damals schon lächerlich minimalen Demokratie geschliffen.

    ...(nach der Machtergreifung) auf dem Standesamt verschenkt, Zitat:

    "Zur Gelddruckmaschine wurde Mein Kampf mit dem Machtantritt, der es Hitler erlaubte, das Buch fortan auf Staatskosten zu verschenken. Die Standesämter erwiesen sich als das optimale Instrument der Buchausgabe. Der Preis blieb bei 8 RM — zu zahlen hatte diesen Betrag der Staat (und damit der Steuerzahler) an den Zentralverlag der NSDAP. An den insgesamt abgesetzten 9,84 Millionen Exemplaren (mit den Ausgaben in anderen Sprachen kletterte die Gesamtauflage auf 10,24 Millionen) verdiente Hitler in den Jahren von 1933 bis 1945 exorbitante 7.613.600 RM."

    Quelle: http://www.polunbi.de/bib...

    Nach der Machtergreifung war es aber längst zu spät. Die NSDAP hat mit der Gleichschaltung auch die Reste der damals schon lächerlich minimalen Demokratie geschliffen.

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