Siebenjähriger Krieg Unter dem Getöse von dreihundert Kanonen
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Friedrich erholte sich schnell vom Schock der Niederlage

Der soziale Status des einfachen Soldaten hob sich dabei kaum von dem des Bettlers, des Sträflings oder der Hure ab. »Sie müssen auf eine unordentliche und elende Art ihr Leben hinbringen. Der geringste Tagelöhner kann besser leben, als wie sie«, schrieb der Kameralist Johann Heinrich Gottlob von Justi. Um die vielen Tausend Krüppel seiner Schlachten scherte Friedrich sich übrigens nicht. Sie waren für ihn wertloser Ausschuss und erhielten keine staatliche Fürsorge, sondern eine Lizenz zum Betteln.

War die gequälte Kreatur also zurückgeworfen auf die Funktion eines Schießautomaten? Die flüchtige Lektüre zeitgenössischer Schlachtschilderungen, fast ausnahmslos verfasst von Heerführern und hohen Offizieren, legt diesen Schluss nahe. Die wenigen überlieferten Selbstzeugnisse einfacher Soldaten und Linienoffiziere, die in Briefen an ihre Familien das Schlachtgeschehen schildern, vermitteln jedoch ein differenzierteres Bild. Der Magdeburger Historiker Sascha Möbius, der diese Briefe analysiert hat, fand sogar Hinweise auf »Kampfwut und Mordlust« – was der These vom apathischen Ertragen des Grauens widerspricht. Da standen sich keine Armeen von Zinnsoldaten gegenüber, die »unbewegt von Gefühlen ihr blutiges Handwerk verrichten und einander umbrachten«, sondern Menschen in größter Todesnot. »Da fiel mir vollends aller Muth in die Hosen«, beschreibt ein Unteroffizier seine Todesfurcht, nachdem er in der Schlacht bei Lobositz den Angriffsbefehl bekommen hatte, »in den Bauch der Erde hätt’ ich mich verkriechen mögen, und eine ähnlich Angst, ja Todesblässe, las man bald auf allen Gesichtern.«

Das Grauen der Schlacht ist derart unbegreiflich, dass viele sich in eine scheinbar gefühllose Schilderung von Details des massenhaften Sterbens flüchten. So wie jener Musketier, der 1757 in der Schlacht bei Prag kämpfte: »Mit den ersten Kanonenschüssen wurde unser Krumpholtz mit der Kanonenkugel durch den Kopf und den halben Kopf hinweg geschossen; das Gehirn und Hirnschale von Krumpholtzen in das Gesicht und das Gewehr von der Schulter in tausend Stücken entzwei. Da lag nicht einer, sondern 3 bis 4, aufeinander, einige todt, welchen der Kopf hinweg, einigen beide Beine kurz, die Arme vom Leibe, Summa, dass ganz erstaunend anzusehen war.«

Auch die lange gepflegte Vorstellung vom eingehegten, ballettartig choreografierten Krieg hält der neueren Forschung nicht stand. Friedrich selbst hatte die Legende von der nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges »gezähmten Kriegsgöttin« nach Kräften befördert. Die Kriege, schrieb er, seien Auseinandersetzungen »mehr diplomatischen als militärischen Charakters«, in denen »der friedliche Bürger gar nicht merkt, dass sein Land Krieg führt«.

Ein irreführendes Bild, wie sich schon am Beispiel Kunersdorf zeigt: Das Dorf wurde vor der Schlacht von russischen Truppen vollständig niedergebrannt, seine Einwohner flohen. In der Umgebung raubten Soldaten Haus- und Nutztiere, Nahrungs- und Genussmittel, Getreide, Tierfutter und Brennholz, entwendeten Möbel, Kleidung, Hausrat und Ackergeräte, stahlen Gold und Silber und pressten der Bevölkerung Geld ab. Zahlreich sind die Berichte über Marodeure, die mordend und raubend über die Schlachtfelder des Siebenjährigen Krieges zogen und umliegende Dörfer heimsuchten. Berlin wurde von russischen Truppen geplündert, das preußische Bombardement Dresdens konnte sich nach Ansicht von Christopher Duffy »durchaus neben den übelsten Greueltaten des Dreißigjährigen Krieges sehen lassen«. In Briefen Friedrichs gibt es mehrere Hinweise, dass er Plünderungen und mutwillige Zerstörungen durch seine Soldaten ausdrücklich goutierte.

Dass die katastrophale Niederlage von Kunersdorf nicht zum Untergang Preußens führte, lag vor allem an der Unentschlossenheit der Gegner, die nicht koordiniert nachsetzten, um Friedrichs geschwächten Truppen den entscheidenden Stoß zu versetzen. So währte der Krieg noch dreieinhalb Jahre, und am Ende hatte Preußen seinen Rang unter den europäischen Großmächten tatsächlich behauptet.

Weiterlesen

Werner Benecke/Grzegorz Podruczny (Hrsg.): Kunersdorf 1759. Kunowice 2009. Studien zu einer europäischen Legende, Logos Verlag, Berlin 2010.

Der König erholte sich schnell vom Schock der Niederlage; die wichtigste Aufgabe sah er danach in der Wiederherstellung der Disziplin. Nur wenige Wochen nach Kunersdorf gab er Anweisung an einen seiner Gouverneure, alle nicht verwundeten Offiziere erst einmal unter Arrest zu stellen. »Die Kerls, so nicht blessirt und das Gewehr weggeschmissen«, befahl der Mann, der mehr als sechstausend Soldaten in den Tod geschickt hatte, »soll Er 40 Prügel geben lassen.«

 
Leser-Kommentare
    • colca
    • 28.12.2011 um 16:13 Uhr

    Das Preußenbashing der Hamburger ZEIT nervt allmählich.

    Ja, die Zustände in der preußischen Armee waren von Brutalität und Kadavergehorsam geprägt. Aber das war in ALLEN Armeen des 18.Jahrhunderts die Regel.
    Die preußische Armee unterschied sich nur insofern von den anderen, als sie dieses grausame Regime in extreme militärische Effizienz umsetzte. Es ist kein Zufall, dass es ausgerechnet Steuben und seine preußischen Militärmethoden waren, die den jungen USA gegen die britischen Profis "den Arsch retteten".

    Friedrich war den meisten seiner monarchischen Kollegen nicht nur intellektuell haushoch überlegen. Auch sein Mut, die Schlachten und Feldzüge selbst zu führen, unterschied ihn grundsätzlich von den dekadenten Prassern auf den anderen Thronen Europas. Welche unglaubliche Motivation für die kämpfenden Truppen ein mitkämpfender König darstellte, können wir heutigen Vernunftsmenschen vermutlich gar nicht mehr ermessen.
    Jedenfalls wäre ein Bush, Blair, Cameron und Sarkozy im Kugelhagel auf den Schlachtfeldern unserer Zeit der wirksamste Beitrag zur Befriedung unserer Bellizisten:)

    Ganz sicher war die Behauptung Preußens gegen die übermächtige Allianz des 7-jährigen Krieges eine militärische Meisterleistung, auch wenn am Ende mit der russischen Thronfolge auch mächtiges Glück im Spiel war.

    Nach diesem verheerenden Krieg hielt Preußen für die nächsten 30 Jahre Frieden - auch wieder ein großer Unterschied zu den meisten seiner Nachbarn.
    Von wegen besonders aggressiv...

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    verspottet. Der liberale aufgeklaerte Sohn fiel 6 Monate
    nach der Machtuebernahme ueber Schlesien her und schrieb
    dass 50.000 tote preussische Soldaten ein fairer preis
    fuer das Steueraufkomme Schlesiens sei. Sein persoenlicher
    Mut und sein Scharfsinn stehen fuer mich ausser Frage aber
    die Skrupellosigkeit und Menschenverachtung wuerden mich
    davon abhalten ihn den "Grossen" zu nennen.

    Preussen bashing ist was anderes, aber der von Ihnen so verehrte Fritz II würde in 4 Wochen 300 Jahre alt, da sollte Reflektion wohl erlaubt sein als verkärtes Preussentum und sein schmähliches Ende 1947, oder?
    Wenn wir uns darauf einigen können, dass die s.g. Preussischen Tugenden durch Rohrstock und verhärmten Prostestantismus eingeprügelt und vererbt wurden, dann sind wir einen 1. Schritt weiter.
    Geist und Borniertheit, Wille und Gewalt waren die Grundlagen des Erfolges des Königs sowie die vom Vater über 35 Jahre trainierte 1740 übernommene Trupppe, die am Ende 193.000 Mann stehendes Heer umfaßte und davon 81.000 ausländischen Söldnern, als er sein Erbe auf dem Sterbebett an den Nachfolger übergab.
    Nur 20 Jahre nach seinem Tod stand Napoleon an seinem Sarkopharg in Berlin mit seinen Bayrischen Verbündeten und brachte neben den Bürgerrechten, den Code Civil und die Juden-Emanzipation in die preussischen und deutschen Lande des Feudalismus 1806.
    Die von den Fritzen kreierten Tugenden gaben dann die Basis für das Dritte Reich und seinen Führer, der das Führerpinzip von eben diesem Vorbild-Fritz entlehnte und es für die Deutsche Wirtschaft neben der preuss. Bürokratie verbindlich machte.
    - was 1849 und 1864-71 schon Erfolge gebracht hatte und sonst nur vom calvinistischen Kapitalismus der Vereinigten Niederlande übertroffen wurde -
    Bis heute gelten preuss. Tugenden in der Wirtschaft rudimentär - gerade auch vom mediterranen Europa bewundert, aber ohne adaptiert zu werden -

    Ja wird es langsam wirklich, kaum ein Monat indem nicht gegen Preussen oder das Kaiserreich geschrieben wird, am besten natürlich mit Kausallinien richtung drittes Reich.

    Nun ja, Friedrich begann in der von Ihnen als friedlich bezeichneten Zeit den Bayerischen Erbfolgekrieg gegen Habsburg, in dem er nach erfolgter Kriegserklärung in Böhmen einmarschierte. Dass Sie dies 'mal eben übersehen, spricht Bände. Außerdem beteiligte er sich an der "friedlichen" Abpressung von polnischen Landesteilen an das Zarenreich, Habsburg und Brandenburg-Preußen. Überhaupt nicht aggressiv, der Mann. Und 1787 marschierte sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. in die Niederlande ein und besetzte Amsterdam, weil seine Schwester von der demokratischen Patriotenpartei behelligt worden war. Er drohte Habsburg 1790 mit Krieg, weil er durch die Erfolge der Russen und Österreicher gegen die Osmanen seinen Status gefährdet sah. Und all dies im Zeitraum zwischen 1763 und 1793.

    verspottet. Der liberale aufgeklaerte Sohn fiel 6 Monate
    nach der Machtuebernahme ueber Schlesien her und schrieb
    dass 50.000 tote preussische Soldaten ein fairer preis
    fuer das Steueraufkomme Schlesiens sei. Sein persoenlicher
    Mut und sein Scharfsinn stehen fuer mich ausser Frage aber
    die Skrupellosigkeit und Menschenverachtung wuerden mich
    davon abhalten ihn den "Grossen" zu nennen.

    Preussen bashing ist was anderes, aber der von Ihnen so verehrte Fritz II würde in 4 Wochen 300 Jahre alt, da sollte Reflektion wohl erlaubt sein als verkärtes Preussentum und sein schmähliches Ende 1947, oder?
    Wenn wir uns darauf einigen können, dass die s.g. Preussischen Tugenden durch Rohrstock und verhärmten Prostestantismus eingeprügelt und vererbt wurden, dann sind wir einen 1. Schritt weiter.
    Geist und Borniertheit, Wille und Gewalt waren die Grundlagen des Erfolges des Königs sowie die vom Vater über 35 Jahre trainierte 1740 übernommene Trupppe, die am Ende 193.000 Mann stehendes Heer umfaßte und davon 81.000 ausländischen Söldnern, als er sein Erbe auf dem Sterbebett an den Nachfolger übergab.
    Nur 20 Jahre nach seinem Tod stand Napoleon an seinem Sarkopharg in Berlin mit seinen Bayrischen Verbündeten und brachte neben den Bürgerrechten, den Code Civil und die Juden-Emanzipation in die preussischen und deutschen Lande des Feudalismus 1806.
    Die von den Fritzen kreierten Tugenden gaben dann die Basis für das Dritte Reich und seinen Führer, der das Führerpinzip von eben diesem Vorbild-Fritz entlehnte und es für die Deutsche Wirtschaft neben der preuss. Bürokratie verbindlich machte.
    - was 1849 und 1864-71 schon Erfolge gebracht hatte und sonst nur vom calvinistischen Kapitalismus der Vereinigten Niederlande übertroffen wurde -
    Bis heute gelten preuss. Tugenden in der Wirtschaft rudimentär - gerade auch vom mediterranen Europa bewundert, aber ohne adaptiert zu werden -

    Ja wird es langsam wirklich, kaum ein Monat indem nicht gegen Preussen oder das Kaiserreich geschrieben wird, am besten natürlich mit Kausallinien richtung drittes Reich.

    Nun ja, Friedrich begann in der von Ihnen als friedlich bezeichneten Zeit den Bayerischen Erbfolgekrieg gegen Habsburg, in dem er nach erfolgter Kriegserklärung in Böhmen einmarschierte. Dass Sie dies 'mal eben übersehen, spricht Bände. Außerdem beteiligte er sich an der "friedlichen" Abpressung von polnischen Landesteilen an das Zarenreich, Habsburg und Brandenburg-Preußen. Überhaupt nicht aggressiv, der Mann. Und 1787 marschierte sein Nachfolger Friedrich Wilhelm II. in die Niederlande ein und besetzte Amsterdam, weil seine Schwester von der demokratischen Patriotenpartei behelligt worden war. Er drohte Habsburg 1790 mit Krieg, weil er durch die Erfolge der Russen und Österreicher gegen die Osmanen seinen Status gefährdet sah. Und all dies im Zeitraum zwischen 1763 und 1793.

    • Allora
    • 28.12.2011 um 17:35 Uhr

    Was könnte denn damit gemeint sein? Welche Wechsel?

    Es gab EINEN entscheidenden Wechsel, die durch Geheimdiplomatie zustande gebrachte sogenannte "Umkehr der Allianzen".

    Preußen stand 1756 plötzlich allein gegen ALLE kontinentalen Großmächte. Verbündet nur mit England, welches ihm anfangs lediglich Geld schickte und das dann irgendwann auch nicht mehr.

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    Es gab noch einige klein Staaten im Westen, die sich Preußen anschlossen. Sie kämpften größtenteils gegen Frankreich und hinderten es daran, Hanover einzunehmen.

    Es gab noch einige klein Staaten im Westen, die sich Preußen anschlossen. Sie kämpften größtenteils gegen Frankreich und hinderten es daran, Hanover einzunehmen.

  1. Es gab noch einige klein Staaten im Westen, die sich Preußen anschlossen. Sie kämpften größtenteils gegen Frankreich und hinderten es daran, Hanover einzunehmen.

  2. verspottet. Der liberale aufgeklaerte Sohn fiel 6 Monate
    nach der Machtuebernahme ueber Schlesien her und schrieb
    dass 50.000 tote preussische Soldaten ein fairer preis
    fuer das Steueraufkomme Schlesiens sei. Sein persoenlicher
    Mut und sein Scharfsinn stehen fuer mich ausser Frage aber
    die Skrupellosigkeit und Menschenverachtung wuerden mich
    davon abhalten ihn den "Grossen" zu nennen.

    Antwort auf "langweilig"
  3. Preussen bashing ist was anderes, aber der von Ihnen so verehrte Fritz II würde in 4 Wochen 300 Jahre alt, da sollte Reflektion wohl erlaubt sein als verkärtes Preussentum und sein schmähliches Ende 1947, oder?
    Wenn wir uns darauf einigen können, dass die s.g. Preussischen Tugenden durch Rohrstock und verhärmten Prostestantismus eingeprügelt und vererbt wurden, dann sind wir einen 1. Schritt weiter.
    Geist und Borniertheit, Wille und Gewalt waren die Grundlagen des Erfolges des Königs sowie die vom Vater über 35 Jahre trainierte 1740 übernommene Trupppe, die am Ende 193.000 Mann stehendes Heer umfaßte und davon 81.000 ausländischen Söldnern, als er sein Erbe auf dem Sterbebett an den Nachfolger übergab.
    Nur 20 Jahre nach seinem Tod stand Napoleon an seinem Sarkopharg in Berlin mit seinen Bayrischen Verbündeten und brachte neben den Bürgerrechten, den Code Civil und die Juden-Emanzipation in die preussischen und deutschen Lande des Feudalismus 1806.
    Die von den Fritzen kreierten Tugenden gaben dann die Basis für das Dritte Reich und seinen Führer, der das Führerpinzip von eben diesem Vorbild-Fritz entlehnte und es für die Deutsche Wirtschaft neben der preuss. Bürokratie verbindlich machte.
    - was 1849 und 1864-71 schon Erfolge gebracht hatte und sonst nur vom calvinistischen Kapitalismus der Vereinigten Niederlande übertroffen wurde -
    Bis heute gelten preuss. Tugenden in der Wirtschaft rudimentär - gerade auch vom mediterranen Europa bewundert, aber ohne adaptiert zu werden -

    Antwort auf "langweilig"
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    "Die von den Fritzen kreierten Tugenden gaben dann die Basis für das Dritte Reich und seinen Führer, der das Führerpinzip von eben diesem Vorbild-Fritz entlehnte und es für die Deutsche Wirtschaft neben der preuss. Bürokratie verbindlich machte." - so ein Quatsch! Sie sitzen da sehr schön der nationalsozialistischen Propaganda auf, die eine Linie vom alten Fritz über Bismarck bis zum Führer zu ziehen suchte.

    Reflektieren kann man gerne über ihn, aber dann bitte auch nach den Maßstäben der damaligen Zeit und vor den gleichen politisch-wirtschaftlichen Hintergrund. Und da bleibt zu sagen, wenn man Bilanz zieht: Er hat sehr viel richtig gemacht - ob man das aus heutiger Perspektive gut oder schlecht finden mag, sein Ziel jedenfalls hat er eindeutig erreicht.

    Es würde Deutschland gerade 300 jahre nach dem tod Friedrich des Grossen nicht schaden sich mal auf die preussischen Tugenden zurück zu besinnen, Dinge wie Sparsamkeit usw. würden uns ganz gut zu Gesicht stehen.

    Das schmähliche Ende Preussens 1947 war Resultat der geradezu lächerlich anmutenden Aversionen die die Siegermächte gegen Preussen hatten, hatte aber mit tatsächlich historischem wenig bis gar nichts zu tun.

    Die von Friedrich kreierten Tugenden waren nicht die Basis für das deutsche Reich, sonst mögen wir doch bitte die ganze Geschichte Deutschlands als Basis für das Deutsche Reich Hitlers ansehen und sie entsprechend verteufeln.

    • colca
    • 29.12.2011 um 11:07 Uhr

    Preußische Tugenden mussten nicht unbedingt mit dem Rohrstock eingeprügelt werden, viele von ihnen waren einfach einleuchtend. Ein Staatswesen mit funktionierender und effektiver Verwaltung, mit einem loyalen und korruptionsarmen Beamtenapparat, mit religiöser Toleranz, mit grundlegender Bildung für alle, mit Sparsamkeit und Eigenressourcennutzung als Staatsprinzip - das war einfach den meisten Duodezfürstentümern seiner Zeit überlegen, die von mehr oder minder retardierten Fürsten oder Pfaffen regiert wurden.
    Das ein solcher Staat auch eine effektive Armee besaß, war dann nur die logische Konsequenz. Gemessen an seinen Möglichkeiten und denen seiner Nachbarn hat Preußen nur sehr zurückhaltend sein Militär eingesetzt, nachdem einmal der Platz am Tisch der Großen erkämpft war.

    Zu dem von Ihnen erwähnten "verhärmten Protestantismus" will ich mich nicht äußern. Mir ist jede Art von Religion fremd, besonders fern sind mir aber die drei monotheistischen Kulte.

    Das von Ihnen erwähnte "schmähliche Ende" Preußens per alliierten Federstrich ist auch so eine Posse der Geschichte.
    Der preußische Sündenbock war sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die Siegermächte und die Süd- und Westdeutschen Katholiken und Separatisten einigen konnten. In ihrer Ablehnung von preußischer Staatseffizienz und nationaler Interessen konnten sie dann 1949 unter der Führung Ihres Nickname-Paten eine Neuauflage des Rheinbundes starten - diesmal mit amerikanischem Hegemon.

    "Die von den Fritzen kreierten Tugenden gaben dann die Basis für das Dritte Reich und seinen Führer, der das Führerpinzip von eben diesem Vorbild-Fritz entlehnte und es für die Deutsche Wirtschaft neben der preuss. Bürokratie verbindlich machte." - so ein Quatsch! Sie sitzen da sehr schön der nationalsozialistischen Propaganda auf, die eine Linie vom alten Fritz über Bismarck bis zum Führer zu ziehen suchte.

    Reflektieren kann man gerne über ihn, aber dann bitte auch nach den Maßstäben der damaligen Zeit und vor den gleichen politisch-wirtschaftlichen Hintergrund. Und da bleibt zu sagen, wenn man Bilanz zieht: Er hat sehr viel richtig gemacht - ob man das aus heutiger Perspektive gut oder schlecht finden mag, sein Ziel jedenfalls hat er eindeutig erreicht.

    Es würde Deutschland gerade 300 jahre nach dem tod Friedrich des Grossen nicht schaden sich mal auf die preussischen Tugenden zurück zu besinnen, Dinge wie Sparsamkeit usw. würden uns ganz gut zu Gesicht stehen.

    Das schmähliche Ende Preussens 1947 war Resultat der geradezu lächerlich anmutenden Aversionen die die Siegermächte gegen Preussen hatten, hatte aber mit tatsächlich historischem wenig bis gar nichts zu tun.

    Die von Friedrich kreierten Tugenden waren nicht die Basis für das deutsche Reich, sonst mögen wir doch bitte die ganze Geschichte Deutschlands als Basis für das Deutsche Reich Hitlers ansehen und sie entsprechend verteufeln.

    • colca
    • 29.12.2011 um 11:07 Uhr

    Preußische Tugenden mussten nicht unbedingt mit dem Rohrstock eingeprügelt werden, viele von ihnen waren einfach einleuchtend. Ein Staatswesen mit funktionierender und effektiver Verwaltung, mit einem loyalen und korruptionsarmen Beamtenapparat, mit religiöser Toleranz, mit grundlegender Bildung für alle, mit Sparsamkeit und Eigenressourcennutzung als Staatsprinzip - das war einfach den meisten Duodezfürstentümern seiner Zeit überlegen, die von mehr oder minder retardierten Fürsten oder Pfaffen regiert wurden.
    Das ein solcher Staat auch eine effektive Armee besaß, war dann nur die logische Konsequenz. Gemessen an seinen Möglichkeiten und denen seiner Nachbarn hat Preußen nur sehr zurückhaltend sein Militär eingesetzt, nachdem einmal der Platz am Tisch der Großen erkämpft war.

    Zu dem von Ihnen erwähnten "verhärmten Protestantismus" will ich mich nicht äußern. Mir ist jede Art von Religion fremd, besonders fern sind mir aber die drei monotheistischen Kulte.

    Das von Ihnen erwähnte "schmähliche Ende" Preußens per alliierten Federstrich ist auch so eine Posse der Geschichte.
    Der preußische Sündenbock war sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich die Siegermächte und die Süd- und Westdeutschen Katholiken und Separatisten einigen konnten. In ihrer Ablehnung von preußischer Staatseffizienz und nationaler Interessen konnten sie dann 1949 unter der Führung Ihres Nickname-Paten eine Neuauflage des Rheinbundes starten - diesmal mit amerikanischem Hegemon.

  4. "Die von den Fritzen kreierten Tugenden gaben dann die Basis für das Dritte Reich und seinen Führer, der das Führerpinzip von eben diesem Vorbild-Fritz entlehnte und es für die Deutsche Wirtschaft neben der preuss. Bürokratie verbindlich machte." - so ein Quatsch! Sie sitzen da sehr schön der nationalsozialistischen Propaganda auf, die eine Linie vom alten Fritz über Bismarck bis zum Führer zu ziehen suchte.

    Reflektieren kann man gerne über ihn, aber dann bitte auch nach den Maßstäben der damaligen Zeit und vor den gleichen politisch-wirtschaftlichen Hintergrund. Und da bleibt zu sagen, wenn man Bilanz zieht: Er hat sehr viel richtig gemacht - ob man das aus heutiger Perspektive gut oder schlecht finden mag, sein Ziel jedenfalls hat er eindeutig erreicht.

    Antwort auf "SgH colca"
  5. Es würde Deutschland gerade 300 jahre nach dem tod Friedrich des Grossen nicht schaden sich mal auf die preussischen Tugenden zurück zu besinnen, Dinge wie Sparsamkeit usw. würden uns ganz gut zu Gesicht stehen.

    Das schmähliche Ende Preussens 1947 war Resultat der geradezu lächerlich anmutenden Aversionen die die Siegermächte gegen Preussen hatten, hatte aber mit tatsächlich historischem wenig bis gar nichts zu tun.

    Die von Friedrich kreierten Tugenden waren nicht die Basis für das deutsche Reich, sonst mögen wir doch bitte die ganze Geschichte Deutschlands als Basis für das Deutsche Reich Hitlers ansehen und sie entsprechend verteufeln.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "SgH colca"
  6. Ja wird es langsam wirklich, kaum ein Monat indem nicht gegen Preussen oder das Kaiserreich geschrieben wird, am besten natürlich mit Kausallinien richtung drittes Reich.

    Antwort auf "langweilig"

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