Kubakrise Als die Welt am Abgrund stand
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 Von souveränem Krisenmanagement kann keine Rede sein

Auf Kuba hatten im Januar 1959 Revolutionäre den Diktator Fulgencio Batista vertrieben und die Macht übernommen. Seit September des Jahres lieferte Nikita Chruschtschow Waffen an die Revolutionsregierung, half ihr wirtschaftlich auf die Beine und verfügte den Ausbau der Insel zu einem Brückenkopf der UdSSR. Die Regierung Kennedy versuchte unterdessen, einen Regimewechsel auf Kuba zu erzwingen, und setzte – nachdem alle Mordkomplotte gegen Castro fehlgeschlagen waren – im April 1961 1.500 Exilkubaner in der Schweinebucht ab, um die Regierung zu stürzen. Doch das Kommandounternehmen scheiterte kläglich.

Kennedy und Chruschtschow befanden sich seither nicht mehr nur in einem Wettstreit miteinander, sondern sahen sich auch in einem Wettlauf gegen die Zeit. Mit Blick auf Mittel- und Lateinamerika sprachen beide dasselbe Mantra: Den Kalten Krieg werde man dort zwar nicht gewinnen, wohl aber verlieren können.

Seit dem Schweinebucht-Debakel stand zudem – das ist der zweite Grund für die Krise – die Glaubwürdigkeit aller Beteiligten auf dem Spiel. Überzeugt, dass die USA eine neuerliche Invasion wagen würden, wollte Nikita Chruschtschow die Zuverlässigkeit der UdSSR als Schutzmacht unter Beweis stellen. Er versprach sich davon eine nachhaltige Aufwertung des sowjetischen Prestiges in der Dritten Welt – außerdem hatte er Castro sein Wort gegeben.

Es ging um Glaubwürdigkeit, die Ehre und Symbole

Aus amerikanischer Sicht jedoch war die Stationierung sowjetischer Raketen allein aus symbolischen Gründen nicht hinnehmbar. Sie hätten die Machtverhältnisse zwar nur scheinbar verändert, doch den bloßen Schein gar nicht erst aufkommen zu lassen war essenziell. Ebenso zählte das symbolische Arrangement: Chruschtschow sollte vor aller Augen in die Knie gehen – und zwar in kürzestmöglicher Zeit.

Drittens trafen mit John F. Kennedy, Nikita Chruschtschow und Fidel Castro Protagonisten aufeinander, die allesamt dazu neigten, Politik auf eine Frage der persönlichen Ehre zu reduzieren. Von John F. Kennedy ist bekannt, dass er zusammen mit seinem Bruder Robert nach dem Desaster in der Schweinebucht eine Art privaten Rachefeldzug gegen Fidel Castro in Gang setzte. Castro sollte dafür bezahlen, dass er dem vom Erfolg verwöhnten Kennedy seine erste schmerzhafte Niederlage beigebracht hatte.

Auch bei Nikita Chruschtschow vermengten sich Politisches und Persönliches auf brisante Weise. Würde man ihn im Ausland tatsächlich ernst nehmen? Ihn, den Autodidakten, der nur vier Jahre zur Schule gegangen war? Zu einem Politikum wurde diese Selbstwahrnehmung, weil sich Chruschtschow keine Illusionen über die Rückständigkeit seines Landes machte. Gerade deshalb glaubte er, den starken Mann spielen zu müssen – um die Schwächen zu kaschieren, die einer gleichberechtigten Supermacht nicht zu Gesicht standen.

Mit Fidel Castro schließlich kam ein Akteur zum Zuge, dem Kuba als Bühne längst zu klein geworden war. Die Raketen waren in seiner Sicht ein unverhofftes Geschenk. Künftig würde Chruschtschow Kuba nur um den Preis eines immensen Imageverlusts aufgeben können, eine patriarchalische Beziehung schien sich in ein wechselseitiges Abhängigkeitsverhältnis zu verwandeln. Und Castro wähnte sich endlich dort, wo er seines Erachtens ohnehin hingehörte: in der ersten Reihe der Weltpolitik. Explosiver hätte die personelle Konstellation kaum sein können.

Wie groß das Kriegsrisiko im Oktober 1962 tatsächlich war, ist eine bis heute umstrittene Frage. Eines aber ist sicher: Von einem souveränen Krisenmanagement konnte keine Rede sein – besonders auf amerikanischer Seite nicht. Nur selten waren Kennedy und seine Berater auf der Höhe des Geschehens, immer wieder tappten sie im Dunkeln, oft tagelang. Die langsame Datenübermittlung in überlasteten Funk- und Telegrafennetzen hatte zur Folge, dass die CIA fast 24 Stunden benötigte, um Informationen über eine Kursänderung von sowjetischen Schiffen mit verdächtiger Ladung zu prüfen. Mitteilungen zwischen dem Pentagon und den Blockadeschiffen waren stundenlang unterwegs. Überdies standen die Geheimdienste bei der Ortung des Schiffsverkehrs vor schier unlösbaren technischen Problemen: 90 Meilen voneinander abweichende Positionsschätzungen waren keine Seltenheit.

Insbesondere auf hoher See zeigte sich, dass man die Kontrolle über die Ereignisse verloren hatte. So bei der Jagd der U.S. Navy auf sowjetische U-Boote, die zur Abschreckung einer amerikanischen Invasion vor Kuba stationiert werden sollten. Vier dieselgetriebene U-Boote der Foxtrot-Klasse, jedes beladen mit 21 konventionellen Torpedos und einem Atomtorpedo von ungefähr 19 Kilometer Reichweite, näherten sich am 26. Oktober der Blockadelinie, verfolgt von vier US-Flugzeugträgern, 32 Zerstörern sowie Dutzenden von Kampfflugzeugen und Hubschraubern.

Für diese Jagd hatte Verteidigungsminister Robert McNamara die traditionellen Einsatzrichtlinien aufgehoben. Entgegen den internationalen Vorschriften, nach denen U-Boote nur mit Sonarsignalen zum Auftauchen aufgefordert werden dürfen, ordnete er den Einsatz kleinkalibriger Unterwasserbomben mit der Sprengkraft einer Handgranate an. Zwar setzte das Pentagon die Sowjets darüber umgehend in Kenntnis. Aber niemand in Washington rechnete mit der Schludrigkeit der Moskauer Bürokraten. Die Kapitäne der sowjetischen Foxtrots wurden nicht informiert; sie wussten auch nichts von der politischen Zuspitzung, geschweige denn, dass sie sich in der Nähe einer Blockadezone bewegten und von US-Zerstörern gejagt wurden. McNamara wiederum ahnte nicht, dass er Attacken auf nuklear bewaffnete U-Boote autorisiert hatte.

Alles Weitere lag im Ermessen der U-Boot-Kommandanten. Sie allein mussten entscheiden, ob sie das Verhalten ihrer Verfolger als Rüpelei oder als kriegerischen Akt werten sollten. Von ihrer Lagebeurteilung hing es ab, ob es zum Kampf kommen würde oder nicht. Und sie standen vor der Frage, ob sie sich über eine eiserne Regel hinwegsetzen sollten – einem fremden Befehl zum Auftauchen niemals Folge zu leisten. Dass die Konfrontation glimpflich ausging, ist ausschließlich der Souveränität und Kaltblütigkeit der sowjetischen Skipper zu verdanken. Mit massiven technischen Problemen konfrontiert – vom Wassereinbruch bis hin zum Ausfall von Motoren – und gestresst von unerträglichen Temperaturen und stündlich steigendem Kohlendioxidgehalt der Atemluft, entzogen sie sich am 26. und 27. Oktober mit geschickten Manövern den unablässigen Attacken ihrer Verfolger. Drei von vier Booten setzten ihre Fahrt wie geplant bis nach Kuba fort. In kaum einer Darstellung namentlich erwähnt, waren ihre Kommandanten die stillen Helden jener Tage: Alexej Dubikow, Valentin Sawitski und Nikolai Schumkow.

Leser-Kommentare
    • k00chy
    • 17.10.2012 um 11:31 Uhr

    Diese Waffen sind auch immernoch auf uns alle gerichtet, ein Konflikt und ein wenig zu viel Pokern oder Paranoia könnnte eines Tages wieder so eine Situation hervorbringen.

    Manche werden sagen, dass Risiko sei gering. Aber können wir uns das leisten? Ein Atomschlag bedeutet das Ende. Diese Waffen sind menschenverachtet, sie töten alles und verseuchen das Land danach auch noch. Gibt es zu viele Explosionen, wird der ganze Planet unbewohnbar.

    Dieses Risiko können wir uns nicht leisten. Schafft diese Dinger endlich ab! Wir können anfangen mit den Sprengköpfen in Deutschland und der De-Nuklearisierung des Mittleren Ostens.

    2 Leser-Empfehlungen
    • Kobuk
    • 17.10.2012 um 11:57 Uhr

    Waren die russischen Raketen nicht nur eine Antwort auf die nuklearen Jupiterraketen, die die USA in den Türkei stationiert auf die UDSSR ausgerichtet haben (das ging schon 1959 los)?

    Die Lösung zwischen den beiden Supermächten beinhaltete eine Zusage der USA, die Angriffe auf Kuba sein zu lassen und die Raketen aus Italien und der Türkei abzuziehen.

    Es ist Geschichtskittung, wenn man den Russen hier Aggression vorwirft. Sie haben lediglich geantwortet. Aber Geschichte ist ja immer abhängig von Herkunft bzw. Standort, nicht wahr? Ist schon interessant wie unterschiedlich die gleiche Geschichte erzählt wird.

    Deswegen gilt: Immer an die Fakten halten und keinen Raum für Interpretationen lassen:

    http://de.wikipedia.org/w...

    4 Leser-Empfehlungen
  1. Die Kubakrise enstand nicht durch Raketenstationierung der Russen, diese war lediglich eine Wiederherstellung der gegenseitigen Möglichkeiten, das Territorium des jeweiligen Gegners in die Reichweite landgestützter Raketen zu bringen. Die Krise wurde erst zu einer solchen, in dem die US-Amerikaner ein solches Brimborium entfacht hatten.

    Der Sieger schreibt die Geschichte, das war schon immer so. Mit Wahrheit oder zumindest Objektivität hat das meist nichts zu tun.

    2 Leser-Empfehlungen
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    • k00chy
    • 17.10.2012 um 12:29 Uhr

    Den Artikel habt ihr aber schon gelesen oder? Sicher wird das oft so dargestellt wie ihr meint, aber eben nicht hier.

    Selbst die Überschrift für lesfaule sagt schon: "Dass die Situation nicht eskalierte, ist vor allem einem zu verdanken: Nikita Chruschtschow"

    • k00chy
    • 17.10.2012 um 12:29 Uhr

    Den Artikel habt ihr aber schon gelesen oder? Sicher wird das oft so dargestellt wie ihr meint, aber eben nicht hier.

    Selbst die Überschrift für lesfaule sagt schon: "Dass die Situation nicht eskalierte, ist vor allem einem zu verdanken: Nikita Chruschtschow"

    • k00chy
    • 17.10.2012 um 12:29 Uhr

    Den Artikel habt ihr aber schon gelesen oder? Sicher wird das oft so dargestellt wie ihr meint, aber eben nicht hier.

    Selbst die Überschrift für lesfaule sagt schon: "Dass die Situation nicht eskalierte, ist vor allem einem zu verdanken: Nikita Chruschtschow"

    3 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Westliche Lesart"
    • Kobuk
    • 17.10.2012 um 12:46 Uhr

    Meiner Meinung nach ist das Fazit der Geschichte, dass es keinen krieg gibt wenn die Opfer zu groß sind. Der Status Quo. Das Gleichgewicht der Mächte. Das ist der Garant für Frieden. So bitter es klingt: Ohne starke Gegenspieler wie Russland oder China macht die USA was sie will.

    Wäre Jelzin noch Präsident (oder ein anderer harmloser Säufer) oder hätte es den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas nicht gegeben - wir würden vermutlich auch demnächst Obama oder Romney als Führer des Imperiums wählen.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Denn hätte es die SU nicht gegeben würden wir jetzt garniemanden wählen sondern in braunem Gewand im Stechschritt hinter einem Idioten hermarschieren.
    Soviel zu Spekulationen über geschichtliche Ereignisse.

    Denn hätte es die SU nicht gegeben würden wir jetzt garniemanden wählen sondern in braunem Gewand im Stechschritt hinter einem Idioten hermarschieren.
    Soviel zu Spekulationen über geschichtliche Ereignisse.

  2. Zu wenig, manchmal gar nicht wird darauf hingewiesen, dass die Sowjetunion bereits eingekreist war von amerikanischen, atomar bestückten Mittelstreckenraketen. Die "Hinterhöfe" der Sowjetunion standen voll davon. Nach der kubanischen Revolution bot sich für die Sowjets die einmalige Gelegeheit einen amerikanischen Hinterhof zu schaffen für ihre atomaren Gefechtsköpfe, und die Welt schreit auf ob dieser Aggression. Für Chruschtschow,der die Reaktion der Amerikaner nicht vorhersah, war ihre Stationierung nur eine Antwort auf die Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen in Europa, ein Schritt in diesem Bedrohungsszenario, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Leider wird die sogenannte Kuba-Krise immer als Einzelereignis so referiert, dass aggressive Stationierungspläne der Sowjets durch Blockade und Kriegsandrohung der Amerikaner beantwortet wurden, nicht als eine Überreaktion der Amerikaner, die nicht zulassen wollten, dass man ihnen Gleiches tut.

    Interessant übrigens das geheime Zusatzprotokoll, in dem das amerikanische Zugeständnis auftaucht, im Gegenzug die türkischen Mittelstreckenraketen abzuziehen. Geheim auf Wunsch der Amerikaner, die sich wohl vor Gesichtsverlust schützen wollten und nicht die Tatsache ins Bewußtsein der Weltöffentlichkeit dringen lassen wollten, dass amerikanische Atomraketen bereits an den Grenzen der Sowjetunion stationiert waren.

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    "Zu wenig, manchmal gar nicht wird darauf hingewiesen, dass die Sowjetunion bereits eingekreist war von amerikanischen, atomar bestückten Mittelstreckenraketen. Die "Hinterhöfe" der Sowjetunion standen voll davon. (...)Leider wird die sogenannte Kuba-Krise immer als Einzelereignis so referiert, dass aggressive Stationierungspläne der Sowjets durch Blockade und Kriegsandrohung der Amerikaner beantwortet wurden, nicht als eine Überreaktion der Amerikaner, die nicht zulassen wollten, dass man ihnen Gleiches tut."
    Die arme UDSSR...
    Ich verstehe eine Sache nicht: warum nur sind so viele Foristen gänzlich unkritisch gegenüber der UDSSR? Was war das eigentlich für ein Staa`? Ach so: eine barbarische Diktatur, mit GULAg, mit Zensur, mit psychiatrischen Krankenhäusern für Kritiker, ohne Freiheiten - und dieses Land hat sich post 1945 unter den Nagel gerissen: Polen, Tschecheslowakei, Ungarn, die baltischen Staaten, überhaupt ganz Mittel- und Osteuropa. Also: ich bin ganz froh, dass die UDSSR geschlagen wurde. Whatever the means.

    "Zu wenig, manchmal gar nicht wird darauf hingewiesen, dass die Sowjetunion bereits eingekreist war von amerikanischen, atomar bestückten Mittelstreckenraketen. Die "Hinterhöfe" der Sowjetunion standen voll davon. (...)Leider wird die sogenannte Kuba-Krise immer als Einzelereignis so referiert, dass aggressive Stationierungspläne der Sowjets durch Blockade und Kriegsandrohung der Amerikaner beantwortet wurden, nicht als eine Überreaktion der Amerikaner, die nicht zulassen wollten, dass man ihnen Gleiches tut."
    Die arme UDSSR...
    Ich verstehe eine Sache nicht: warum nur sind so viele Foristen gänzlich unkritisch gegenüber der UDSSR? Was war das eigentlich für ein Staa`? Ach so: eine barbarische Diktatur, mit GULAg, mit Zensur, mit psychiatrischen Krankenhäusern für Kritiker, ohne Freiheiten - und dieses Land hat sich post 1945 unter den Nagel gerissen: Polen, Tschecheslowakei, Ungarn, die baltischen Staaten, überhaupt ganz Mittel- und Osteuropa. Also: ich bin ganz froh, dass die UDSSR geschlagen wurde. Whatever the means.

  3. Ich müsste all das nicht leugnen, was Sie - an der Sache vorbei - aufzählen, um dennoch nach einem objektiveren Geschichtsbild zu verlangen. Wie weit sind Sie mit Ihrer kritischen Haltung gegenüber der transatlantischen Sichtweise ?

    Antwort auf "Ganz froh"
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    Lieber Mitforist,

    ich bin sehr (!) dafür, alles schonungslos aufzuarbeiten (gerade deshalb war/ist ja der Westen überlegen...).
    Aber:
    - Ich habe manchmal den Eindruck, als würde ein 100 % Maßstab angelegt: nach dem Motto: wenn es nicht perfekt ist, ist es eigentlich gar nicht mehr so wichtig, wie unperfekt es ist. Die USA/der Westen waren nicht vollkommen, deshalb kann man sie eigentlich nicht von der UDSSR unterscheiden. Das finde ich nicht. Die Bundesrepublik war/ist weiß Gott nicht vollkommen - aber die DDR`? Also: da wüsste ich schon, wofür/wogegen ich mich entscheide.
    - Sie schreiben: "Zu wenig, manchmal gar nicht wird darauf hingewiesen, dass die Sowjetunion bereits eingekreist war von amerikanischen, atomar bestückten Mittelstreckenraketen. Die "Hinterhöfe" der Sowjetunion standen voll davon. (...) Leider wird die sogenannte Kuba-Krise immer als Einzelereignis so referiert, dass aggressive Stationierungspläne der Sowjets durch Blockade und Kriegsandrohung der Amerikaner beantwortet wurden, nicht als eine Überreaktion der Amerikaner, die nicht zulassen wollten, dass man ihnen Gleiches tut."
    Wer war hier der Aggressor post 1945? Wieviele Polen wollten, dass die UDSSR ihr Land regoiert? Wieviele Ungarn? Wieviel Esten?

    Lieber Mitforist,

    ich bin sehr (!) dafür, alles schonungslos aufzuarbeiten (gerade deshalb war/ist ja der Westen überlegen...).
    Aber:
    - Ich habe manchmal den Eindruck, als würde ein 100 % Maßstab angelegt: nach dem Motto: wenn es nicht perfekt ist, ist es eigentlich gar nicht mehr so wichtig, wie unperfekt es ist. Die USA/der Westen waren nicht vollkommen, deshalb kann man sie eigentlich nicht von der UDSSR unterscheiden. Das finde ich nicht. Die Bundesrepublik war/ist weiß Gott nicht vollkommen - aber die DDR`? Also: da wüsste ich schon, wofür/wogegen ich mich entscheide.
    - Sie schreiben: "Zu wenig, manchmal gar nicht wird darauf hingewiesen, dass die Sowjetunion bereits eingekreist war von amerikanischen, atomar bestückten Mittelstreckenraketen. Die "Hinterhöfe" der Sowjetunion standen voll davon. (...) Leider wird die sogenannte Kuba-Krise immer als Einzelereignis so referiert, dass aggressive Stationierungspläne der Sowjets durch Blockade und Kriegsandrohung der Amerikaner beantwortet wurden, nicht als eine Überreaktion der Amerikaner, die nicht zulassen wollten, dass man ihnen Gleiches tut."
    Wer war hier der Aggressor post 1945? Wieviele Polen wollten, dass die UDSSR ihr Land regoiert? Wieviele Ungarn? Wieviel Esten?

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