Gipfelpunkt des Kalten Krieges 1962 erreicht
Auf amerikanischer Seite glaubte Lyndon B. Johnson, mit den Erfahrungen seines Vorgängers den Krieg in Vietnam gewinnen zu können. »Graduelle Eskalation«, »dosierte Gewalt«, »kontrolliertes Risiko« – die politische Grammatik der Kubakrise geriet in den sechziger Jahren zu einer Zauberformel. Wieso, fragte man sich, sollte sich das viertklassige Nordvietnam behaupten können, wenn in Gestalt der UdSSR 1962 ein erstklassiger Gegner zu Kreuze gekrochen war? Gerade wegen dieser Kultivierung von Allmachtsfantasien nahm das Desaster in Vietnam seinen Lauf.
Fidel Castro schließlich eskalierte auf seine Art. Seit 1963 unterstützte er alle möglichen »Bruderstaaten« mit Waffen und Truppen: Algerien und Venezuela in den sechziger Jahren, Angola, Äthiopien, Guinea, Guinea-Bissau, Mosambik und Benin seit 1975. In allen Fällen ging es darum, in der Dritten Welt mehr Brandherde zu schaffen, als die USA löschen konnten, und einen »überbeschäftigten« Imperialismus von Kuba abzulenken.
Dennoch war der Gipfelpunkt des Kalten Krieges im Oktober 1962 erreicht. Unter dem Schock der damaligen Erfahrungen richtete man eine telefonische Direktverbindung zwischen dem Weißen Haus und dem Kreml ein; auf beiden Seiten wurden technische Vorkehrungen getroffen, um den unautorisierten Einsatz von Atomwaffen zu verhindern; die UdSSR räumte ihren Verbündeten noch nicht einmal ein symbolisches Mitspracherecht auf der nuklearen Kommandoebene ein. Vor allem aber hielten die Streitkräfte beider Staaten fortan Abstand voneinander. Ob anlässlich der sowjetischen Invasion in der ČSSR 1968 oder 1979 in Afghanistan, ob im Verlauf diverser Krisen und Kriege in Nahost, ob nach der Stationierung von Mittelstreckenraketen in Ost- und Westeuropa in den frühen achtziger Jahren: Kein amerikanischer Präsident gab je wieder den Befehl zu DefCon 2. Und kein sowjetischer Machthaber provozierte die USA wie ehedem im Oktober 1962.
- Datum 17.10.2012 - 10:05 Uhr
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Diese Waffen sind auch immernoch auf uns alle gerichtet, ein Konflikt und ein wenig zu viel Pokern oder Paranoia könnnte eines Tages wieder so eine Situation hervorbringen.
Manche werden sagen, dass Risiko sei gering. Aber können wir uns das leisten? Ein Atomschlag bedeutet das Ende. Diese Waffen sind menschenverachtet, sie töten alles und verseuchen das Land danach auch noch. Gibt es zu viele Explosionen, wird der ganze Planet unbewohnbar.
Dieses Risiko können wir uns nicht leisten. Schafft diese Dinger endlich ab! Wir können anfangen mit den Sprengköpfen in Deutschland und der De-Nuklearisierung des Mittleren Ostens.
Waren die russischen Raketen nicht nur eine Antwort auf die nuklearen Jupiterraketen, die die USA in den Türkei stationiert auf die UDSSR ausgerichtet haben (das ging schon 1959 los)?
Die Lösung zwischen den beiden Supermächten beinhaltete eine Zusage der USA, die Angriffe auf Kuba sein zu lassen und die Raketen aus Italien und der Türkei abzuziehen.
Es ist Geschichtskittung, wenn man den Russen hier Aggression vorwirft. Sie haben lediglich geantwortet. Aber Geschichte ist ja immer abhängig von Herkunft bzw. Standort, nicht wahr? Ist schon interessant wie unterschiedlich die gleiche Geschichte erzählt wird.
Deswegen gilt: Immer an die Fakten halten und keinen Raum für Interpretationen lassen:
http://de.wikipedia.org/w...
Die Kubakrise enstand nicht durch Raketenstationierung der Russen, diese war lediglich eine Wiederherstellung der gegenseitigen Möglichkeiten, das Territorium des jeweiligen Gegners in die Reichweite landgestützter Raketen zu bringen. Die Krise wurde erst zu einer solchen, in dem die US-Amerikaner ein solches Brimborium entfacht hatten.
Der Sieger schreibt die Geschichte, das war schon immer so. Mit Wahrheit oder zumindest Objektivität hat das meist nichts zu tun.
Den Artikel habt ihr aber schon gelesen oder? Sicher wird das oft so dargestellt wie ihr meint, aber eben nicht hier.
Selbst die Überschrift für lesfaule sagt schon: "Dass die Situation nicht eskalierte, ist vor allem einem zu verdanken: Nikita Chruschtschow"
Den Artikel habt ihr aber schon gelesen oder? Sicher wird das oft so dargestellt wie ihr meint, aber eben nicht hier.
Selbst die Überschrift für lesfaule sagt schon: "Dass die Situation nicht eskalierte, ist vor allem einem zu verdanken: Nikita Chruschtschow"
Den Artikel habt ihr aber schon gelesen oder? Sicher wird das oft so dargestellt wie ihr meint, aber eben nicht hier.
Selbst die Überschrift für lesfaule sagt schon: "Dass die Situation nicht eskalierte, ist vor allem einem zu verdanken: Nikita Chruschtschow"
Meiner Meinung nach ist das Fazit der Geschichte, dass es keinen krieg gibt wenn die Opfer zu groß sind. Der Status Quo. Das Gleichgewicht der Mächte. Das ist der Garant für Frieden. So bitter es klingt: Ohne starke Gegenspieler wie Russland oder China macht die USA was sie will.
Wäre Jelzin noch Präsident (oder ein anderer harmloser Säufer) oder hätte es den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas nicht gegeben - wir würden vermutlich auch demnächst Obama oder Romney als Führer des Imperiums wählen.
Denn hätte es die SU nicht gegeben würden wir jetzt garniemanden wählen sondern in braunem Gewand im Stechschritt hinter einem Idioten hermarschieren.
Soviel zu Spekulationen über geschichtliche Ereignisse.
Denn hätte es die SU nicht gegeben würden wir jetzt garniemanden wählen sondern in braunem Gewand im Stechschritt hinter einem Idioten hermarschieren.
Soviel zu Spekulationen über geschichtliche Ereignisse.
Zu wenig, manchmal gar nicht wird darauf hingewiesen, dass die Sowjetunion bereits eingekreist war von amerikanischen, atomar bestückten Mittelstreckenraketen. Die "Hinterhöfe" der Sowjetunion standen voll davon. Nach der kubanischen Revolution bot sich für die Sowjets die einmalige Gelegeheit einen amerikanischen Hinterhof zu schaffen für ihre atomaren Gefechtsköpfe, und die Welt schreit auf ob dieser Aggression. Für Chruschtschow,der die Reaktion der Amerikaner nicht vorhersah, war ihre Stationierung nur eine Antwort auf die Stationierung amerikanischer Mittelstreckenraketen in Europa, ein Schritt in diesem Bedrohungsszenario, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Leider wird die sogenannte Kuba-Krise immer als Einzelereignis so referiert, dass aggressive Stationierungspläne der Sowjets durch Blockade und Kriegsandrohung der Amerikaner beantwortet wurden, nicht als eine Überreaktion der Amerikaner, die nicht zulassen wollten, dass man ihnen Gleiches tut.
Interessant übrigens das geheime Zusatzprotokoll, in dem das amerikanische Zugeständnis auftaucht, im Gegenzug die türkischen Mittelstreckenraketen abzuziehen. Geheim auf Wunsch der Amerikaner, die sich wohl vor Gesichtsverlust schützen wollten und nicht die Tatsache ins Bewußtsein der Weltöffentlichkeit dringen lassen wollten, dass amerikanische Atomraketen bereits an den Grenzen der Sowjetunion stationiert waren.
"Zu wenig, manchmal gar nicht wird darauf hingewiesen, dass die Sowjetunion bereits eingekreist war von amerikanischen, atomar bestückten Mittelstreckenraketen. Die "Hinterhöfe" der Sowjetunion standen voll davon. (...)Leider wird die sogenannte Kuba-Krise immer als Einzelereignis so referiert, dass aggressive Stationierungspläne der Sowjets durch Blockade und Kriegsandrohung der Amerikaner beantwortet wurden, nicht als eine Überreaktion der Amerikaner, die nicht zulassen wollten, dass man ihnen Gleiches tut."
Die arme UDSSR...
Ich verstehe eine Sache nicht: warum nur sind so viele Foristen gänzlich unkritisch gegenüber der UDSSR? Was war das eigentlich für ein Staa`? Ach so: eine barbarische Diktatur, mit GULAg, mit Zensur, mit psychiatrischen Krankenhäusern für Kritiker, ohne Freiheiten - und dieses Land hat sich post 1945 unter den Nagel gerissen: Polen, Tschecheslowakei, Ungarn, die baltischen Staaten, überhaupt ganz Mittel- und Osteuropa. Also: ich bin ganz froh, dass die UDSSR geschlagen wurde. Whatever the means.
"Zu wenig, manchmal gar nicht wird darauf hingewiesen, dass die Sowjetunion bereits eingekreist war von amerikanischen, atomar bestückten Mittelstreckenraketen. Die "Hinterhöfe" der Sowjetunion standen voll davon. (...)Leider wird die sogenannte Kuba-Krise immer als Einzelereignis so referiert, dass aggressive Stationierungspläne der Sowjets durch Blockade und Kriegsandrohung der Amerikaner beantwortet wurden, nicht als eine Überreaktion der Amerikaner, die nicht zulassen wollten, dass man ihnen Gleiches tut."
Die arme UDSSR...
Ich verstehe eine Sache nicht: warum nur sind so viele Foristen gänzlich unkritisch gegenüber der UDSSR? Was war das eigentlich für ein Staa`? Ach so: eine barbarische Diktatur, mit GULAg, mit Zensur, mit psychiatrischen Krankenhäusern für Kritiker, ohne Freiheiten - und dieses Land hat sich post 1945 unter den Nagel gerissen: Polen, Tschecheslowakei, Ungarn, die baltischen Staaten, überhaupt ganz Mittel- und Osteuropa. Also: ich bin ganz froh, dass die UDSSR geschlagen wurde. Whatever the means.
"Zu wenig, manchmal gar nicht wird darauf hingewiesen, dass die Sowjetunion bereits eingekreist war von amerikanischen, atomar bestückten Mittelstreckenraketen. Die "Hinterhöfe" der Sowjetunion standen voll davon. (...)Leider wird die sogenannte Kuba-Krise immer als Einzelereignis so referiert, dass aggressive Stationierungspläne der Sowjets durch Blockade und Kriegsandrohung der Amerikaner beantwortet wurden, nicht als eine Überreaktion der Amerikaner, die nicht zulassen wollten, dass man ihnen Gleiches tut."
Die arme UDSSR...
Ich verstehe eine Sache nicht: warum nur sind so viele Foristen gänzlich unkritisch gegenüber der UDSSR? Was war das eigentlich für ein Staa`? Ach so: eine barbarische Diktatur, mit GULAg, mit Zensur, mit psychiatrischen Krankenhäusern für Kritiker, ohne Freiheiten - und dieses Land hat sich post 1945 unter den Nagel gerissen: Polen, Tschecheslowakei, Ungarn, die baltischen Staaten, überhaupt ganz Mittel- und Osteuropa. Also: ich bin ganz froh, dass die UDSSR geschlagen wurde. Whatever the means.
Ich müsste all das nicht leugnen, was Sie - an der Sache vorbei - aufzählen, um dennoch nach einem objektiveren Geschichtsbild zu verlangen. Wie weit sind Sie mit Ihrer kritischen Haltung gegenüber der transatlantischen Sichtweise ?
Sie haben Recht mit Ihrer Kritik an der UDSSR. Aber berechtigen diese innenpolitischen Zustände die USA Massenvernichtungswaffen an den Grenzen aufzustellen? Nein!
Es ist einfach krank, sich das Recht zu nehmen ein anderes Land zu vernichten, selbst wenn es eine undemokratische Regierung hat! Souveränität der Staaten? Schon mal gehört?
Und bitte, vertrauen Sie NIEMALS auf die Geschichtsschreibung die man Ihnen vermittelt hat. Überprüfen Sie alles anhand der Fakten und alternativen Quellen. Oder hat man Ihnen erzählt, dass die Briten um 1950 mehrer Zehntausend Kenianer in Internierungslager eingesperrt, gefoltert, kastriert, vergewaltigt und getötet haben? Ja, auch der Westen hat seine Gulags gehabt. Nur erzählt hat Ihnen das keiner. Weil es ZENSIERT und VERTUSCHT wurde!
http://www.freitag.de/aut...
Oder hat Ihnen jemand erzählt, dass die USA in den 50ern Tausenden (hauptsächlich Schwarze und Mexikaner aus der Unterschicht oder Soldaten) heimlich Drogen wie LSD verabreicht hat ohne deren Wissen um Psychoexperimente zu machen für die CIA? Die Hälfte ist verrückt geworden oder hat sich umgebracht!
http://en.wikipedia.org/w...
Es gibt IMMER mehrere Versionen der Wahrheit!
Gut und Böse? Hah...eine Farce!
Ich müsste all das nicht leugnen, was Sie - an der Sache vorbei - aufzählen, um dennoch nach einem objektiveren Geschichtsbild zu verlangen. Wie weit sind Sie mit Ihrer kritischen Haltung gegenüber der transatlantischen Sichtweise ?
Sie haben Recht mit Ihrer Kritik an der UDSSR. Aber berechtigen diese innenpolitischen Zustände die USA Massenvernichtungswaffen an den Grenzen aufzustellen? Nein!
Es ist einfach krank, sich das Recht zu nehmen ein anderes Land zu vernichten, selbst wenn es eine undemokratische Regierung hat! Souveränität der Staaten? Schon mal gehört?
Und bitte, vertrauen Sie NIEMALS auf die Geschichtsschreibung die man Ihnen vermittelt hat. Überprüfen Sie alles anhand der Fakten und alternativen Quellen. Oder hat man Ihnen erzählt, dass die Briten um 1950 mehrer Zehntausend Kenianer in Internierungslager eingesperrt, gefoltert, kastriert, vergewaltigt und getötet haben? Ja, auch der Westen hat seine Gulags gehabt. Nur erzählt hat Ihnen das keiner. Weil es ZENSIERT und VERTUSCHT wurde!
http://www.freitag.de/aut...
Oder hat Ihnen jemand erzählt, dass die USA in den 50ern Tausenden (hauptsächlich Schwarze und Mexikaner aus der Unterschicht oder Soldaten) heimlich Drogen wie LSD verabreicht hat ohne deren Wissen um Psychoexperimente zu machen für die CIA? Die Hälfte ist verrückt geworden oder hat sich umgebracht!
http://en.wikipedia.org/w...
Es gibt IMMER mehrere Versionen der Wahrheit!
Gut und Böse? Hah...eine Farce!
Ich müsste all das nicht leugnen, was Sie - an der Sache vorbei - aufzählen, um dennoch nach einem objektiveren Geschichtsbild zu verlangen. Wie weit sind Sie mit Ihrer kritischen Haltung gegenüber der transatlantischen Sichtweise ?
Lieber Mitforist,
ich bin sehr (!) dafür, alles schonungslos aufzuarbeiten (gerade deshalb war/ist ja der Westen überlegen...).
Aber:
- Ich habe manchmal den Eindruck, als würde ein 100 % Maßstab angelegt: nach dem Motto: wenn es nicht perfekt ist, ist es eigentlich gar nicht mehr so wichtig, wie unperfekt es ist. Die USA/der Westen waren nicht vollkommen, deshalb kann man sie eigentlich nicht von der UDSSR unterscheiden. Das finde ich nicht. Die Bundesrepublik war/ist weiß Gott nicht vollkommen - aber die DDR`? Also: da wüsste ich schon, wofür/wogegen ich mich entscheide.
- Sie schreiben: "Zu wenig, manchmal gar nicht wird darauf hingewiesen, dass die Sowjetunion bereits eingekreist war von amerikanischen, atomar bestückten Mittelstreckenraketen. Die "Hinterhöfe" der Sowjetunion standen voll davon. (...) Leider wird die sogenannte Kuba-Krise immer als Einzelereignis so referiert, dass aggressive Stationierungspläne der Sowjets durch Blockade und Kriegsandrohung der Amerikaner beantwortet wurden, nicht als eine Überreaktion der Amerikaner, die nicht zulassen wollten, dass man ihnen Gleiches tut."
Wer war hier der Aggressor post 1945? Wieviele Polen wollten, dass die UDSSR ihr Land regoiert? Wieviele Ungarn? Wieviel Esten?
Lieber Mitforist,
ich bin sehr (!) dafür, alles schonungslos aufzuarbeiten (gerade deshalb war/ist ja der Westen überlegen...).
Aber:
- Ich habe manchmal den Eindruck, als würde ein 100 % Maßstab angelegt: nach dem Motto: wenn es nicht perfekt ist, ist es eigentlich gar nicht mehr so wichtig, wie unperfekt es ist. Die USA/der Westen waren nicht vollkommen, deshalb kann man sie eigentlich nicht von der UDSSR unterscheiden. Das finde ich nicht. Die Bundesrepublik war/ist weiß Gott nicht vollkommen - aber die DDR`? Also: da wüsste ich schon, wofür/wogegen ich mich entscheide.
- Sie schreiben: "Zu wenig, manchmal gar nicht wird darauf hingewiesen, dass die Sowjetunion bereits eingekreist war von amerikanischen, atomar bestückten Mittelstreckenraketen. Die "Hinterhöfe" der Sowjetunion standen voll davon. (...) Leider wird die sogenannte Kuba-Krise immer als Einzelereignis so referiert, dass aggressive Stationierungspläne der Sowjets durch Blockade und Kriegsandrohung der Amerikaner beantwortet wurden, nicht als eine Überreaktion der Amerikaner, die nicht zulassen wollten, dass man ihnen Gleiches tut."
Wer war hier der Aggressor post 1945? Wieviele Polen wollten, dass die UDSSR ihr Land regoiert? Wieviele Ungarn? Wieviel Esten?
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