Wochenmarkt Wohin mit all dem Rhabarber?

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ZEITmagazin Nr. 18/2014

Sich ausschließlich regional zu ernähren ist eine schöne Idee, praktisch aber leider unmöglich. Im Frühling kann man zumindest so tun, als gäben die deutschen Äcker so viel her, dass man Importe gar nicht braucht.

Der Rhabarber zum Beispiel wächst und wächst. Es ist wie in England zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als eine durchschnittliche Familie sechsmal die Woche Rhabarber aß, wie sozialhistorische Studien belegen. Wenn man also Mitte April schon drei Rhabarberkuchen mit Eischaum gebacken hat, fragt man sich: Was kann man denn noch mit diesem Gemüse machen?

Weil der Rhabarber sauer ist, ist er eine gute Grundlage für ein Chutney. Rhabarberchutney wird in England zu Schweinekoteletts gegessen, es passt auch gut zu Lamm und zu einem kräftigen Fisch wie der Makrele und zu einem kräftigen Ziegenkäse.

Um ein Chutney herzustellen, muss man nicht viel können: Zunächst schält man den Rhabarber, falls nötig (einige Sorten muss man nicht schälen). Man schneidet die Stängel in 2 cm lange Stücke. In einer Pfanne Zwiebeln, Chili, Ingwer, Knoblauch in Olivenöl einen Augenblick anschwitzen. Den Rhabarber dazugeben. Wenn er etwas Flüssigkeit abgegeben hat, nach ungefähr 10 Minuten, fügt man den Zucker hinzu und schmeckt mit Essig ab. Bei kleiner Hitze ungefähr 20 Minuten weiterköcheln lassen, bis das Chutney eine kompottartige Konsistenz hat.

Rhabarberchutney (für 1 Glas)

Zutaten — 350 g Rhabarber, 2 Zwiebeln (gehackt), ½ Chilischote (klein geschnitten), 1 Stück Ingwer (gehackt), 1 Knoblauchzehe (fein gehackt), Olivenöl, 40 g brauner Zucker, 3 EL Essig

Kommentare

44 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Oder.....

Oder: große Mengen Rhabarber relativ unkopliziert (auch ohne Dampfentsafter oder anderes Gerätezeugs) in Rhabarbersaft verwandeln.

Was für ein Gedicht mit sprudelndem Mineralwasser in sommerlicher Hitze! Wirklich ein Traum in Pink :-)

Rhabarbersaft, naturtrüb
Rhabarber waschen, in Stücke schneiden, mit Wasser (bedeckend) und Zucker (1kg Rhabarber - 100g Zucker, nach Geschmack und bei Bedarf nach dem Kochen noch nachzuckern) ca. 10 min kochen, durch einen Sieb streichen und in mit heißen Wasser ausgespülte Flaschen füllen und auskühlen lassen. Fin!

Chutneys sind toll

hier mein Lieblingsrezept mit Äpfeln: http://www.chefkoch.de/re...

Generell würde ich zu jedem Chutney Tomaten geben, ergibt einen 'runderen' Geschmack. Außerdem wäre das Rhabarber Chutney für mich zu süss. Faustregel für meinen Geschmack (wie im Rezept): doppelt soviel ml in Essig (hier geht jeder Essig) wie mg in Zucker. Wer ein gelee artiges Chutney haben möchte, nehme Gelierzucker und passe die Essigmenge entsprechend an.